Vorbericht zur 28. Kunstauktion bei SCHEUBLEIN Art & Auktionen ...

20.03.2015 - von Martin Guillaume Biennais (Paris, 1809 – 1819), das leider stark beschädigt ist und dessen eingravierte Wappen gewaltsam ...
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VORBERICHT ZUR 28. KUNSTAUKTION AM 20. März 2015 SCHEUBLEIN Art & Auktionen startet in das neue Auktionsjahr mit einer schönen Auswahl von gut 700 Kunstobjekten aus den verschiedensten Bereichen, sowie Gemälden und Graphik aus dem 16. bis ins 21. Jh. Besonders hervorzuheben sind die Werke der Klassischen Moderne, eine große Sammlung an Objekten des Jugendstil und Art Deco, sowie Kunstobjekte aus dem ehemaligen Besitz des Adelsgeschlecht Lehndorff, die aus der Burg Kriebstein in Sachsen stammen. Ein absolutes Highlight der Frühjahrsauktion ist das Gemälde „Lupinen“ von Erich Heckel (1883 Döbeln - 1970 Radolfzell) aus dem Jahre 1957. Das in Tempera auf Leinwand gemalte und 62,5 x 48,5 cm große Stillleben ist rechts unten signiert und datiert 19(57) und wird mit einer Taxe von 30.000 EUR aufgerufen (siehe Foto). Des Weiteren offeriert SCHEUBLEIN Art & Auktionen zwei Aquarelle von Karl Schmidt-Rottluff (1884 Rottluff/Chemnitz - 1976 Berlin): Die „Taunuslandschaft“ (Aquarell auf Büttenpapier, 50 x 69 cm, L. u. mit Bleistift signiert) und ein „Stillleben mit Pinsel und Kerze“ (Aquarell und Tusche auf Büttenpapier, 69,5 x 50 cm, R. u. signiert, am unteren Blattrand mit Bleistift nummeriert 6830). Beide werden mit einem Schätzpreis von je 20.000 EUR aufgerufen (siehe Foto). Eine Farblithographie auf Velin von Henri de Toulouse-Lautrec (1864 Albi (Tarn) - 1901 Malromé (Gironde)) mit dem Titel „Frontispiece pour Elles (1896)“ (BA: 51 x 39 cm, Dritte von vier Fassungen) wird ebenfalls in der Rubrik Moderne Graphik mit einer Taxe von 12.000 EUR angeboten (siehe Foto). Die Kunstobjekte aus der Burg Kriebstein in Sachsen dürften vor allem auf Grund ihrer spannenden und gleichzeitig bewegenden Provenienzgeschichte interessant sein. Heinrich Graf von Lehndorff (22.Juni 1909 – 4.September 1944) lebte ab 1936 mit seiner Familie auf dem damaligen ostpreußischen Schloss Steinort in den Masuren, welches nur wenige Kilometer von Hitlers Führerbunker „Wolfsschanze“ entfernt war. Ab 1941 residierte Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop im rechten Flügel des Schlosses. Heinrich Graf von Lehndorff war während des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion als Oberleutnant der Reserve der Heeresgruppe Mitte zugeteilt und schloss sich nach dem erschreckenden Massaker in Borissow der Widerstandsbewegung unter der Leitung von Claus Schenk Graf von Stauffenberg an. Als Folge des gescheiterten Attentats auf Hitler, das als „Operation Walküre“ getarnt war, wurde er am 3.September 1944 zum Tode verurteilt und einen Tag später gehängt. Im Oktober/November des Jahres 1944 veranlasste Ribbentrop Kunstgegenstände aus Schloss Steinort zusammen mit den Königsberger Schätzen nach Burg Kriebstein zu bringen. Zwei Jahre später sollten diese dort von der Sowjetunion als Reparationszahlung abtransportiert werden. Jene Kunstobjekte, von welchen ein Teil in diesem Frühjahr bei SCHEUBLEIN Art & Auktionen versteigert wird, blieben damals unentdeckt. Der ehemalige Kammerdiener des Grafen von Armin wusste um die Kostbarkeit dieser Objekte und versteckte sie heimlich in einem stillgelegten Kamin, wo sie bis 1986 hinter den Gemäuern der Burg in Sicherheit verwahrt waren. Der damalige Kustode der Burg entdeckte im Zuge von Restaurierungsarbeiten den lange unbekannten Schatz von Kriebstein. Unter den 43 Nummern, die zur Versteigerung kommen, befinden sich Silberobjekte, zum Teil beschädigte Meißener Porzellane und zwei Barockschränke aus dem Schloss Steinort. Hervorzuheben sind eine Meißener Porzellangruppe „Schäfer mit Schäferin unter einem Baum“ (Modell von Johann Joachim Kaendler um 1738), sowie ein „Galantes Paar“ von Wilhelm Caspar Wegely (Berlin, 1751 - 1757) (siehe Foto), ein silbernes Teekännchen von Martin Guillaume Biennais (Paris, 1809 – 1819), das leider stark beschädigt ist und dessen eingravierte Wappen gewaltsam herausgeschnitten sind. In der Sonderabteilung Jungendstil und Art Deco einer süddeutschen Privatsammlung werden neben diversen Glasvasen, einige Arbeiten von Gallé und Daum Frères, Nancy unter den Hammer kommen. Erwähnenswert ist die 45 cm hohe Vase „Iris“ von Emile Gallé, Nancy um 1900 mit geätztem Schwertliliendekor, die mit 2.200 Euro aufgerufen wird. Des Weiteren bietet SCHEUBLEIN Art & Auktionen mehr als zehn Jugendstillampen an, darunter eine Deckenleuchte von Daum Frères, Nancy aus dem Jahr 1905 mit umlaufenden Blätterdekor mit Beerenrispen, die mit 2.400 EUR taxiert ist. Weitere Highlights der Sammlung sind zwei bunt staffierte KPM Porzellanfiguren aus dem Hochzeitszug der Königlichen Porzellanmanufaktur: Der „Japaner mit Fisch“ (H. 28 cm) und die „Japanerin mit Mandoline“ (28,5 cm) (Ausformung 1911 bzw. 1912, Bemalung 1914/1918, Modell: Adolf

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Amberg) werden im März mit einer Taxe von 400 EUR bzw. 650 EUR aufgerufen. Nicht unerwähnt bleiben darf eine silberne und teilvergoldete Bouillontasse mit Untertasse und Löffel aus Paris des frühen 20. Jahrhunderts von Am. Tallois & Mayence. In einem lieblichen flachen Reliefdekor spielen Kinder am Gartenzaun mit Rosenranken, mit Margeriten, Schmetterling und Libelle (220 EUR). Neben den bereits erwähnten Objekten erwarten Sie außerdem eine schöne Auswahl an Jugendstil-Bestecken und eine Bronzeskulptur von Henri Godet. Weitere Highlights aus den einzelnen Kategorien: GEMÄLDE Vetter, Charles „Prozession“ (Öl / Holz, 35,5 x 42,5 cm, L. u. sign., Rücks. Nummeriert 52) EUR 5.500 Dietrich, Adelheid „Feldblumenstrauß mit Hagebutten in einer Glasvase“ (Öl / Lwd. 23 x 18,5 cm, L. u. sign. u. dat. 1865) EUR 5.000 Stadler, Toni „Sommerliche Flusslandschaft“ (Öl / Lwd. / Holz, 48 x 54 cm, L. u. signiert, bez. M(ünchen) und datiert 1906. Aufkleber der Münchner Sezession sowie zwei undeutliche Stempel.) EUR 3.000 Fußman, Klaus „Stillleben mit zwei Töpfen“ (Öl / Lwd., 35,5 x 40 cm, R. o. signiert und datiert "B 92".) EUR 2.200 GRAPHIK Gemeinschaftsarbeit: Christian Brus, Ludwig Attersee, Oswald Wiener, Dominik Steiger und Gerhard Rühm „So auch. Wohl 1975“ (Bleistift, Farbstift u. Gouache / Papier, sign. BA: 41 x 55,5 cm) EUR 4.000 Zille, Heinrich „Frauen bei der Morgentoilette“ (Tuschzeichnung über Bleistift, BA: 17 x 16,5 cm, R. u. mit Bleistift sign.) EUR 4.000 Penck, A.R. „Mutter mit Kind“ (Aquarell und Bleistift auf Bütten, 29,5 x 40,5 cm, R. u. mit Bleistift signiert.) EUR 3.000 Winter, Fritz „o.T.“ (Öl / Papier, 23,8 x 17,4 cm, R. u. mit Bleistift signiert und datiert (19)60.) EUR 1.800 SILBER Kokosnusspokal, München, datiert 1883, (gegossen, getrieben und ziseliert) mit Resten von Vergoldung. Emaillierte Wappenschilden mit Münchner Kindl, gravierte Inschrift "EHRENPREIS GEGEBN v. S.K.H. / D. PRINZEN LUDWIG FERDINAND VON BAYERN / MÜNCHEN 1883". Auf dem Fußrand gravierte Inschrift "Condor v. Knight of Kars". Im Fuß Herstellerplakette "Kunstg. Atelier Carl Haymann Juwelier München". H. 25,6 cm. EUR 1.800 Kaffeekanne, London, 1747/48, Richard Gurney & Co. H. 23 cm. Gesamtgewicht 785 g. EUR 1.200 Paar Kerzenleuchter, Augsburg, 1789/91, Jeremias Balthasar Heckenauer. H. 22 cm. 630 g. EUR 1.500 Kugelfußbecher, Augsburg, 1697/99. H. 9,2 cm. 125 g. EUR 800 PORZELLAN Eierschalenporzellan-Vase, Haagsche Plateelbakkerij Rozenburg, Den Haag, um 1904, Dekor: Samuel Schellink. Polychrome florale Glasurmalerei. H. 22 cm. EUR 1.400

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Große Platte aus dem Brautschatz der russischen Großfürstin Maria Pawlowna (St. Petersburg, Kaiserliche Manufaktur, Periode Paul I. (1796 – 1801)). Im Spiegel goldgerahmter Tondo mit polychromer Ansicht des Äskulaptempels in der Villa Borghese, Rom. Auf der Unterseite in Schwarz bez. "Lago in Villa Borghese". Ø 39,5 cm. EUR 1.200 12 Jagdfiguren aus der Nymphenburger Jagd, Farb- und Goldstaffage. H. 17 cm bis 21,5 cm. EUR 4.500 EINRICHTUNG Spiegel, Süddeutsch, Mitte 18. Jh. Holz geschnitzt, farbig und goldfarben gefasst, Rocaillen und Greifvogel. Blumendekor. 140 x 58 cm. EUR 3.000 Konsole, Süddeutsch, Mitte 18. Jh. Holz geschnitzt, farbig gefasst. Rote Marmorplatte. 86 x 65 x 42 cm. EUR 1.800 SKULPTUREN Gidon, Graetz „Abstrakte Skulptur“, Bronze auf schwarzem Marmorsockel montiert. H. 63,5 cm. EUR 1.600 MÖBEL Aufsatzschreibkommode, 18. Jh. Nussholz und andere Hölzer furniert. Korpus mit geschweifter Front und drei Schüben auf gedrückten Kugelfüßen. Darüber Schreibklappe. Messingbeschläge. Zentralverriegelung. 160,5 x 110 x 68 cm. EUR 12.000 Aufsatzsekretär, Deutsch, 18. Jh., Nussholz und andere Hölzer auf Weichholz furniert. Kommode mit geschweifter Front auf stilisierten Tatzenfüßen. Dreischübig. Schräge Schreibplatte, aufklappbar. Messingbeschläge. 222 x 128 x 76 cm. EUR 3.000 SCHMUCK Ring, 14 K WG. Glatte Ringschiene, in zwei Bögen endend, die eine Perle und einen Altschliffdiamanten schräg gegeneinander einfassen. Diamant ca. 1,8 ct. Ringgröße 56. Ca. 7 g. EUR 5.000 Collier, Platin. Feine längliche Glieder. In der Mitte ein Altschliffdiamant ca. 0,60 ct., auf den Verbindungsgliedern vier Altschliffdiamanten, je ca. 0,20 ct. L. 37 cm. Ca. 13,5 g. EUR 3.500

Die Auktion findet am 20. März 2015 um 14.00 Uhr statt Die Vorbesichtigung vom 13. März bis 19. März 2015 von 10.00 – 17.00 & Sa./So. 10.00 – 15.00 Uhr Weitere Auktionstermine 2015: FUNDGRUBE 8. Mai 29. KUNSTAUKTION 26. Juni

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