Steinecke - DIE LINKE in Bremen

25.07.2009 - Unternehmensführung nach Gutsherrenart hat oft zur Folge, dass unfähige Manager mit einer. Abfindung die Stätte ihres Versagens verlassen ...
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DIE LINKE. Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft Tiefer 8, 28195 Bremen

An die Beschäftigten der Meisterbäckerei Steinecke

Inga Nitz Arbeitsmarktpolitische Sprecherin Tiefer 8 28195 Bremen Telefon 0421 / 20 52 97-51 Telefax 0421 / 20 52 97-10 [email protected] www.linksfraktion-bremen.de

Bremen, 25. Juli 2009

Liebe Kolleginnen und Kollegen bei der Meisterbäckerei Steinecke! Den Namen „Steinecke“ kenne ich nicht nur von Bäckereibesuchen, denn mein Onkel arbeitet seit mehr als 15 Jahren bei Steinecke in Berlin. Die Arbeitsbedingungen für Bäcker sind bekanntlich nicht die einfachsten. Das frühe Aufstehen dürfte in der Öffentlichkeit bekannt sein. Aber auch für Packer und Fahrer ist Arbeit in einer Großbäckerei durchaus „hartes Brot“. „Steinecke“ ist ein Bäckerei-Filialist, der Standorte in Super- und Verbrauchermärkten betreibt. Auch die Arbeitsbedingungen in den Verkaufsstellen sind im Lauf der Jahre nicht besser geworden. Die stark erweiterten Öffnungszeiten – an vielen Standorten ist auch an Sonntagen geöffnet – führen zu Arbeitszeiten, die ein geregeltes Familienleben erschweren. Der Preisdruck im Einzelhandel schlägt sich auf die Arbeitsverhältnisse nieder, ebenso die hohe Arbeitslosigkeit. Doch nur „gute Arbeit“ macht langfristig Sinn und nutzt der gesamten Gesellschaft. 1945 wurde das Unternehmen von Erich Steinecke gegründet. Inzwischen existieren viele Gesellschaften wie „Ihr Bäcker“, „Steineckes Heidebrot Backstube“ und „Meisterbäckerei Steinecke“. Insgesamt arbeiten in mehr als 700 Filialen rund 2.800 Beschäftigte. Höchste Zeit, dass sich in den Betriebsteilen wie im Verkaufsgebiet Langwedel die Beschäftigten in Betriebsräten organisieren und so die Rechte der Arbeitnehmer nach dem Betriebsverfassungsgesetz bei den Unternehmensentscheidungen Berücksichtigung finden. Die Versuche der Eigentümerin Katrin Steinecke, die laufenden Betriebsratswahlen zu be- und verhindern, sind zurückzuweisen. Ein gutes Betriebsklima und gute Arbeitsbedingungen sind nur mit einer Interessenvertretung der Beschäftigten zu erreichen. Die zuständige Gewerkschaft NGG hat nun gegenüber Katrin Steinecke Strafantrag gestellt. Frau Steinecke wäre in der Tat besser beraten, die Zukunft des verzweigten Unternehmens mit einer demokratisch gewählten Interessenvertretung der Beschäftigten zukunftsfest zu machen. Ich empfehle ihr in diesem Zusammenhang, sich einen Satz von Ferdinand K. Piech ins Gedächtnis zu rufen. "So brauchen Sie zwar zu Beginn manchmal etwas länger, um Ihren Weg durchzusetzen, haben dann aber 350.000 Mitarbeiter auch sicher hinter sich", sagte der VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigentümer zur Mitbestimmung im Konzern. Liebe Steinecke-Beschäftigte, lasst Euch nicht davon abbringen, einen demokratisch gewählten Betriebsrat im Verkaufsgebiet Langwedel auf den Weg zu bringen. Betriebsräte sind Bestandteil einer modernen Arbeitsumwelt. Die Angriffe von Katrin Steinecke stammen aus einer alten Zeit, die zu Recht im 21. Jahrhundert nichts mehr zu suchen hat. Kapitaleigner und Arbeitnehmer sollten nach den gesetzlichen Vorgaben sich gemeinsam verantwortlich um das Wohl eines Unternehmens kümmern. Denn Unternehmensführung nach Gutsherrenart hat oft zur Folge, dass unfähige Manager mit einer Abfindung die Stätte ihres Versagens verlassen und die Opfer die Beschäftigten sind, die für die Fehler der Manager oder Eigentümer mit ihrem Arbeitsplatz und oft ihrer Existenz bezahlen müssen. In diesem Sinn unterstütze ich Euch nachdrücklich.

Inga Nitz