StArk – Strukturierte Arbeitskisten

Weitere Informationen finden Sie unter: www.schule-im-filb.de. Kristina Wittkop ist Ergotherapeutin und Fachlehrerin an Förderschulen. Thorsten Schürmann ist ...
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Bergedorfer ® Unterrichtsideen

K. Wittkop/S. Brokamp/ A. Brinkrolf/T. Schürmann

StArk – Strukturierte Arbeitskisten Förderung basaler Kompetenzen bei Kindern mit schwerster Behinderung HE

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UNG R E D R FÖ asse l K . 8 1.–

Kristina Wittkop, Thorsten Schürmann, Stefan Brokamp, Annette Brinkrolf

StArk Strukturierte Arbeitskisten

Förderung basaler Kompetenzen bei Kindern mit schwerster Behinderung

Die Autoren: Kristina Wittkop, Thorsten Schürmann, Stefan Brokamp und Annette Brinkrolf sind Lehrkräfte an der Förderschule für geistige Entwicklung der Sekundarstufe II im „Förderzentrum zur individuellen Lebensgestaltung und Berufsbildung“ (FiLB) in Gütersloh. Weitere Informationen finden Sie unter: www.schule-im-filb.de. Kristina Wittkop ist Ergotherapeutin und Fachlehrerin an Förderschulen. Thorsten Schürmann ist Förderschullehrer. Stefan Brokamp ist Tischler und Förderschullehrer. Annette Brinkrolf ist Förderschullehrerin.

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Inhaltsverzeichnis Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 1. Basale Kompetenzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 2. Strukturierte Förderung nach „TEACCH“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 2.1 Was ist „TEACCH“? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 2.2 Strukturiertes Lernen als pädagogischer Ansatz . . . . . . . . . . . . . 9 2.3 Ebenen der Strukturierung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 2.4 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 3. Didaktisch-methodische Überlegungen für die Praxis . . . . . . . . . 3.1 Warum sind die Arbeitskisten aus Holz gefertigt? . . . . . . . . . . . 3.2 Wie sind die Arbeitskisten strukturiert? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3.3 Wie können die Arbeitskisten in den Schulalltag integriert werden?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3.4 Wie sind die Unterrichtseinheiten strukturiert? . . . . . . . . . . . . . . 3.5 Beispielhafte Einführung der Lern- und Arbeitsphase . . . . . . . . 3.6 Erfahrungen aus dem Schulalltag. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3.7 Zusammenfassung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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4. „TEACCH“ – „StArk“ im Vergleich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25 5. Vorstellung der 24 Arbeitskisten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 6. Tabellarische Übersicht. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80 Bestellhinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80

K. Wittkop / T. Schürmann / S. Brokamp / A. Brinkrolf: StArk – Strukturierte Arbeitskisten © Persen Verlag

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Einleitung In diesem Praxishandbuch stellen wir 24 „StArk – strukturierte Arbeitskisten“ zur Förderung basaler Kompetenzen bei Kindern mit schwerster Behinderung vor. Die Kisten und ihre Bestandteile sind auf der Grundlage des TEACCH-Ansatzes entwickelt worden. Sie beinhalten Materialien mit selbsterklärenden und visuell eindeutigen Handlungsaufgaben, sodass selbst intensiv begleitete Schüler1 die Möglichkeit erhalten, eigenständig auf basaler Ebene zu arbeiten. Schon vor drei Jahren sind im Rahmen unserer Arbeit als Lehrkräfte an einer Förderschule für geistige Entwicklung der Sekundarstufe II, auf gleicher Grundlage, 24 „StArk – strukturierte Arbeitskisten“ zur Förderung berufsrelevanter Kompetenzen bei Jugendlichen mit schwerster Behinderung entstanden. Dieses Arbeitsmaterial und dessen Anwendungsmöglichkeiten haben wir in einem ersten Praxishandbuch beschrieben, das im Persen Verlag erschienen ist (s. Bestellhinweise). Deutschlandweit arbeiten mittlerweile über 40 Förderschulen und Werkstätten für Menschen mit Behinderung erfolgreich mit den von uns entwickelten strukturierten Arbeitskisten. Die hier vorgestellten Kisten zur basalen Förderung sind in der konzeptionellen Anwendung identisch zu den strukturierten Arbeitskisten zur Förderung berufsrelevanter Kompetenzen und daher auch kombiniert einsetzbar. Der Unterschied besteht in den Arbeits- und Lerninhalten. Diese wurden so gestaltet, dass sie sich vor allem an den alters1

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit haben wir die maskuline Form gewählt. Wir weisen an dieser Stelle jedoch darauf hin, dass die verwendete maskuline Form sowohl die männliche als auch die weibliche Umschreibung verschiedener Personengruppen umfasst.

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entsprechenden Bedürfnissen jüngerer Schüler der Eingangs-, Unter- und Mittelstufen orientieren. Dies schließt auch jene Schülerschaft ein, die aufgrund ihrer individuellen Entwicklung eine entsprechende Förderung benötigt, u. a. auch im Rahmen eines inklusiven Unterrichtes (s. Kapitel 3.6). In diesem Praxishandbuch werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie die „StArk – Strukturierten Arbeitskisten“ zur Förderung basaler Kompetenzen auch in Ihrer Einrichtung effektiv im Unterrichtsalltag eingesetzt werden können. Im Kapitel 1 erfolgt zunächst eine Definition der Bezeichnung „basale Kompetenzen“. Im Kapitel 2 wird der Grundgedanke des „TEACCH“-Ansatzes im Hinblick auf die Methode „Structured Teaching“ (strukturierte Förderung) kurz zusammengefasst, aus dem die Idee der strukturierten Arbeitskisten entstanden ist. Kapitel 3 beschäftigt sich mit dem didaktisch-methodischen Hintergrund und Überlegungen zum Einsatz der Arbeitskisten auf Grundlage unserer langjährigen Erfahrungen. In Kapitel 4 wird der „TEACCH“-Ansatz den „StArk – Strukturierten Arbeitskisten“ in Form einer Tabelle gegenübergestellt, um dadurch die Verknüpfungspunkte zu verdeutlichen. Eine Darstellung der Arbeitskisten erfolgt in Kapitel 5. Sie setzt sich aus Fotos und einer Übersicht bezüglich der Arbeitsaufgaben, deren Beschreibung, eventueller Variationen sowie der Förderbereiche zusammen. In dem abschließenden Kapitel 6 werden alle Kisten mit den Aufgabenstellungen und allen dazugehörigen Materialien nochmals einzeln aufgelistet. K. Wittkop / T. Schürmann / S. Brokamp / A. Brinkrolf: StArk – Strukturierte Arbeitskisten © Persen Verlag

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1. Basale Kompetenzen Die basalen (= grundlegenden/voraussetzenden) Kompetenzen bilden das Fundament, das Kinder für ein ungestörtes Lernen benötigen. Die einzelnen Förderbereiche unserer Arbeitskisten decken ein möglichst breites Spektrum aller basalen Kompetenzen ab. Grundsätzlich gilt jedoch, dass es sich hierbei um eine Auswahl handelt. Wenn wir in diesem Buch von basalen Kompetenzen sprechen, verstehen wir darunter folgende Bereiche: die taktil-kinästhetische Wahrnehmung (Berührung und Bewegung/Spannungs- und Lageveränderung der Muskeln und Gelenke), die Grob- und Feinmotorik, die visuelle Wahrnehmung (Erkennen, Form- und Größenzuordnung, Orientieren und Handeln), die Raumwahrnehmung (Raum-Lage-Beziehungen/Räumliche Orientierung), Konzentration und Ausdauer, Gedächtnisleistungen (Merkfähigkeit, logisches Denken). 

 



 

Bei gut entwickelten basalen Kompetenzen werden die Reize aus der Umwelt und des eigenen Körpers mit den Sinnesorganen wahrgenommen, zum Gehirn weitergeleitet und im Gehirn verarbeitet (s. Carls, Jacob, Pieler, Reuter-Manß, Schaffert, Welsch 2005, S. 1). Bei unserer Schülerschaft sind diese notwendigen Verarbeitungsprozesse jedoch aufgrund unterschiedlich ausgeprägter Behinderungsbilder beeinträchtigt. Dies führt in der Regel zu

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eingeschränkten Erlebens- und Ausdruckmöglichkeiten, die das Lernen erschweren. Die meisten Schüler sind leicht abgelenkt und haben Schwierigkeiten, Handlungsanweisungen zu verstehen. Sie sind dadurch häufig überfordert, können ihre Kompetenzen nicht voll ausschöpfen und reagieren oft mit stereotypen Verhaltensmustern auf ihre Umwelt. Aus diesem Grund ist eine klare, reduzierte Aufgabenstellung, die sich auf die individuellen Bedürfnisse des Schülers bezieht, äußerst wichtig. Speziell bei der Entwicklung von basalen Kompetenzen hat sich gezeigt, dass wiederkehrende und strukturierte Aufgabenformate motivierend wirken und selbstständiges Arbeiten erleichtern. Aber auch die Unterrichtsstruktur muss überschaubar und vorhersehbar sein, denn sie übernimmt eine Leitfunktion für die kindliche Ordnung und Organisation (vgl. Venohr 2010). Um die oben genannten Kriterien beim StArk-Konzept, sowohl bei der Strukturierung als auch bei der konzeptionellen Anwendung der Arbeitskisten, zu berücksichtigen, diente der TEACCHAnsatz als verbindendes Element.

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