Pinot noir & St. Laurent.pur

Bio-Weingut H. & M. Hofer,. Auersthal ..... PS: Don't drink and drive – der Bus Nr. 360 der Wiener Lokalbahnen fährt stündlich zwischen Oper und Casino Baden.
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wein pur www.weinpur.at Beilage zu wein.pur 1 / 2013

wein pur •

Pinot noir & St. Laurent.pur

Die Schwierigen Subtil, fein, verführerisch – so können Pinot Noir und St. Laurent sein.

Pinot noir & St. Laurent.pur

Diva und Aschenputtel Pinot noir als die Diva. St. Laurent in der Rolle des Aschenputtels. And the Oscar goes to … Manincor! Gleich mit zwei Weinen erreichte das biodynamisch wirtschaftende Weingut am Kalterer See in Südtirol „4  Gläser“. Neben Manincor haben Panta Rhei und Wieninger aus Österreich die höchstbewerteten Weine der Verkostung gestellt. Alle drei sind aus der divenhaften Burgundertraube und verbinden Kraft und Finesse auf besonders schöne Weise. Schön war die diesjährige Verkostung der roten Burgunder-Gruppe über weite Strecken. Wir hatten ganz viele Weine im Bereich „2 Gläser“, also „Sehr gut“ oder darüber und nur sehr wenige Ausfälle, die unsere Kriterien für gute Weine nicht erfüllten. Dabei überraschte uns, dass die St.  Laurent als Sortengruppe doch deutlich schwächer als die Burgunder abschnitten und hinter den Erwartungen zurückblieben.

St. Laurent: Der Schwierige Die Traube des heiligen Laurentius, ein Burgunder-Sämling, ist einer der Aufsteiger der letzten Jahre: Die Rebfläche hat sich in Deutschland seit 2001 mehr als verdreifacht und in Österreich auf über 800 ha beinahe verdoppelt; trotz seiner französischen Abstammung wird St. Laurent hier mittlerweile als heimische Rebsorte angesehen. Ihren Namen bekam sie wahrscheinlich, weil der Farbumschlag der Trauben ins Rötliche rund um den 10. August, den Todestag seines Patrons (den übrigens auch die Bierbrauer als den Ihren verehren), beginnt. Sie ist in der Tschechischen Republik und der Slowakei sehr beliebt; in Deutschland sind rund 700  ha damit bepflanzt, das meiste davon in der Pfalz und Rheinhessen. In Österreich nahm

Südtirol gewinnt

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Text: Alexander Lupersböck | Fotos: Milewski (Flaschen), Weingüter, ÖWM, Pixelio

Die besten Pinots noirs

Exzellent Manincor, Kaltern 93 P. 2010 Mason di Mason € 40,– 92 P. 2010 Mason €  21,­­– Panta Rhei, Eisenstadt, Neusiedlersee-Hügelland 93 P. 2009 Panta Rhei – Pinot noir € 33,– Wieninger, Wien 93 P. 2009 Pinot noir Grand Select € 36,– Kellerei Tramin,Tramin 91 P. 2009 Maglen € 18,60 Weingut Familie Auer, Tattendorf 90 P. 2010 Pinot noir Reserve € 19,80

sich unter dem Einfluss des Freiherrn von Babo, des ersten Direktors der Weinbauschule Klosterneuburg, das Stift Klosterneuburg dieser Sorte besonders an. Vielleicht konnte es sich auch nur dieses Weingut leisten, derart großflächig auf St. Laurent zu setzen, denn wer Ertragssicherheit wünscht, ist damit schlecht bedient. („Ein Winzer, der viel St. Laurent hat, ist ein armes Schwein“, formulierte es einmal ein Mitarbeiter des Stiftsweingutes). Er ist frühreifend und daher blüteempfindlich, frostanfällig und außerdem ein beliebtes Ziel für Pilzbefall. Die richtigen Lagen sind warm mit tiefgründigen, aber lockeren Böden. Dort kann er würzig-fruchtige Weine mit samtigem Tannin und guter Lagerfähigkeit ergeben, die sich meiner Meinung nach besonders gut als Begleiter zu Wildgerichten eignen.

Holz als Schminke: Blut im Schuh? Allerdings litt doch eine erhebliche Anzahl der Weine an austrocknendem Holztannin. In den in der Verkostung überwiegenden

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Jahrgängen 2009 und 2010 trafen wir auf zwei Extreme: 2009 war durch einen besonders trockenen, warmen Herbst geprägt, der manche Winzer offenbar dazu verleitete, die Trauben sehr lange am Stock hängen zu lassen – bis diese eintrockneten und eine Art Amarone ergaben. St. Laurent verzeiht diese Behandlung besser als andere Rebsorten, weil er seine Zuckerbildung bei rund 19,5 KMW (95° Oe) einstellt und die Tanninreife for tsetzt. St. Laurent mit 14 % Alkohol sind also eine Seltenheit und nur in Ausnahmejahren – die nicht unbedingt die besten sein müssen – möglich. Ob man die Laurenzitraube wie ihren Namenspatron unbedingt grillen muss, sei dahingestellt … 2010 gab es auch einen schönen, trockenen Herbst, der allerdings durch den kühlen, regnerischen Sommer relativiert wurde. Und da zeigte sich die andere Seite des St. Laurent. Axel Stiegelmar vom Weingut Juris bringt es auf den Punkt: „St. Laurent hat viel Säure und ist daher schwierig mit Tannin zu paaren.“ Wer hier versuchte, schlankeren Körper mit Holz zu überschminken, holte sich oft eine blutige Nase, oder Zehen, um bei unserem Vergleich zu bleiben.

Missverständnisse Auch die Diva Pinot noir ist vor missglückten Schönheitsoperationen mit Holzfässern nicht gefeit. Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass wir nur solche Weine hatten, im Gegenteil. Aber da das Thema „Ausbau“ so oft diskutiert wurde, muss es hier genauer behandelt werden – obwohl das eigentlich ärgerlich ist (genauso wie oft mehr über Verschlüsse als über den Flascheninhalt diskutiert wird). Ein Resümee nach der Verkostung österreichischer Pinots lautete: „Finesse darf man nicht mit Leichtigkeit verwechseln, ein guter Pinot braucht auch Tiefe.“ Und: „Der durchschnittliche österreichische Pinot ist sehr fruchtbetont, sauber, leicht süßlich und mit Noten nach Lagerfeuer.“ Deutlich geringer als im Vorjahr waren die Exemplare, die eher einen Zweigelt imitieren als den Burgunder hervorkehren. Hellmut Velich, mit Panta Rhei auch heuer wieder bei den Allerbesten: „Ein Pinot, der in seiner Typizität ganz woanders ist, ist eine Themenverfehlung. Es gibt keinen Grund, ihn zu verfälschen.“

Die besten St. Laurent

Exzellent JURIS, Gols, Neusiedlersee 91 P. 2009 St. Laurent Reserve € 24,– Anita & Richard Goldenits, ­Tadten, Neusiedlersee 90 P. 2009 St. Laurent Prädium € 11,– Domäne Müller, Groß St. Florian 90 P. 2007 Der St. Laurent Private Reserve € 24,99

Ausgezeichnet Domäne Müller, Groß St. Florian 89 P. 2008 St. Laurent Untere Ranz Ried € 11,99 R & A Pfaffl, Stetten 89 P. 2011 St. Laurent Waldgärten € 8,70

Eine Tendenz, die auch bei deutschen Spätburgundern zu vielfach feststellbar ist: „Karamellige und malzige Noten, auf Süße getrimmt und die Traube zu wenig respektiert.“ Axel Stiegelmar relativiert: „Die Suche nach einem Stil geht weniger Richtung Süße, sondern in Richtung klare Frucht und Würze. In Deutschland besteht außerdem das Problem, dass noch viele MarienfeldKlone gepflanzt sind, die wenig typische Pinots erlauben. Auch die Stockdichte und höhere Erträge spielen da mit. Und natürlich die Böden: Kies und trockene Böden bedingen Gerbstoffe und Würze, Lehm macht die Weine fetter.“ Und er bringt ­einen interessanten Aspekt zum Thema „Gerbstoffmanagement“ ein: „Manche Weine saufen sich richtig mit Tannin voll, von Fass zu Fass unterschiedlich. Zweigelt ist schneller ausgelaugt, hat viel Farbe, aber weniger Basistannin und daher ein Bedürfnis nach Tannin. Pinot noir hingegen ist mit

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Pinot noir & St. Laurent.pur Die besten PreisLeistungs-Pinot noir

Ausgezeichnet Weingut Fam. Weber, Lutzmannsburg 86 P. 2010 Pinot noir € 9,50

Sehr gut Weinbau Roß, Mölsheim, Rheinhessen, Deutschland 84 P. 2011 Blauer Spätburgunder QbA € 6,50 Schales, Flörsheim-Dalsheim, Rheinhessen 84 P. 2009 Schales Spätburgunder Classic € 7,– Sutter Leopold, Hohenwarth, Weinviertel, Österreich 84 P. 2009 Blauer Burgunder € 6,– Stefan Meyer, Rhodt, Pfalz, Deutschland 81 P. 2011 Spätburgunder (0,75 l) € 6,50 Schwertführer „35er“, Sooß, Thermenregion, Österreich 81 P. 2011 Blauburgunder Classic € 5,–

Traubentannin gesättigt, da man muss aufpassen, dass man nicht zu viel auslaugt und übermäßige Röstigkeit einbringt.“ Hellmut Velich resümiert: „Pinot noir gibt es in unglaublich vielen Facetten, er hat nicht nur eine Seite. Und sein Verhältnis zu Holz ist eine eigene Geschichte: Weltklasse gibt es mit 0 % und 100 % neuem Holz – und überall dazwischen.“ Und damit wollen wir uns nun beschäftigen.

Happy Ending Wie bei unseren großen Verkostungen üblich, werden die besten Weine noch einmal

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in einem Finaldurchgang degustier t. Da viele der Kandidaten schon in der Vorrunde „nach Luft geschnappt“ haben, wurden die Flaschen 24 Stunden vor der Verkostung geöffnet, ein Kostschluck wurde ausgeschenkt (nur aufmachen bringt nichts) und dann kühl gestellt. Davon haben fast alle Weine profitiert. Vor allem Fritz Wieningers noch extrem junger Grand Select 2009 zeigte unter Sauerstoffeinwirkung, welch glänzende Zukunft ihm noch bevorsteht. Während dieser Wein auf kalkigen Böden des Bisamberges und Nussberges wächst, stehen die beiden Weine von Manincor auf einem Hochplateau mit sandigem Lehm und verschiedenen Steinen, von Dolomit über Porphyr bis Gneis und Granit. Önologe Helmuth Zozin zum Jahrgang 2010: „Späte Blüte, ein trockener Sommer, perfekte kleine Beeren, absolut gesund mit ausreichender Säure und nicht zu hohem Zucker: ein besonderer Jahrgang, leider mit wenig Ertrag.“ Zozin, den ich seit vielen Jahren kenne, krönt mit den aktuellen Weinen meiner Meinung nach sein bisheriges Schaffen. Dazu gehört auch die Feinfühligkeit, den Weinen nur wenig neue Barriques zu gönnen und ihnen damit unnachahmliche Anmut und Finesse zu belassen. Anders im Typ, aber nicht weniger beeindruckend der Wein der „Nachbarn“ von der Kellerei Tramin. Was Willi Stürz und sein Team seit Jahren in höchster Beständigkeit vinifizieren, ist schlicht zum Nieder­knien (s. Beilage zu wein.pur 4/2012: Aromasorten). Der Panta Rhei Pinot noir 2009 hält die Fahne des Leithagebirges als hervorragendes Burgunder-Terroir hoch. „Die Verhältnisse bei Eisenstadt sind ähnlich wie im nördlichen Burgund. Und Hans Schwarz kostet die Weine unglaublich oft, um die richtigen Zeitpunkte für jeden Arbeitsschritt zu bestimmen“, streut Hellmut Velich seinem Partner Rosen.

Pinot & St. Laurent.pur Die Verkostung fand Anfang November im Agrar verlag statt. Das wein.purTeam bestand aus Daniela Dejnega, Ursula Ludwig, Siegrid Mayer, Karin Reder, Pepe Pérez-Ubeda und Alexander Lupersböck und den Gästen Marie-Sophie Blondeau, Axel Stiegelmar und Hellmut Velich. Alle 48 eingereichten St.  Laurent wurden bewertet, von 103 eingereichten Blauen Burgundern 98.

Die besten PreisLeistungs St. Laurent

Exzellent Goldenits Anita und Richard, Tadten, Neusiedlersee 90 P. 2009 St. Laurent Prädium € 11,–

Ausgezeichnet R&A Pfaffl, Stetten, Weinviertel 89 P. 2011 St. Laurent Waldgärten € 8,70 Gerhard und Manuela Wallner, Deutsch Schützen, Südburgenland 86 P. 2010 St. Laurent € 7,50

Sehr gut Winzerhof Dockner, Höbenbach, Kremstal 83 P. 2009 St. Laurent Reserve € 9,– Späth, Großkrut, Weinviertel 83 P. 2011 St. Laurent Classic € 6,50

Von den drei bestbewerteten St. Laurent stammen zwei aus dem Seewinkel, was wenig überrascht, und einer aus der Südsteiermark, was dazu anregen sollte,Vorurteile zu überdenken. Sie repräsentieren den würzigen, dunkelfruchtigen Typus, weniger den burgundischen. Was heißt das eigentlich, „burgundisch“? Oft verwendet, aber nie richtig definiert. Auf meine Nachfrage meinte Mitverkoster Pepe Pérez-Ubeda: „Darf Kraft haben, aber nie derb sein, sondern elegant, eher tänzerisch lebendig, … fetzig, eben!“ Also das, was wir uns von einer Diva erwar ten: Unterhaltung•

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Pinot noir.pur Bergland Österreich Wir freuen uns über die ersten Vorarlberger und Kärntner Weine im Rahmen einer wein.pur-Beilage. Das Bergland wird schließlich immer wichtiger und seine Winzer immer selbstbewusster.

und Tannin getragen mit saftigen Einwürfen. Eher kurz, wirkt schon gereift. Sehr gut Georgium, St. Georgen/Längsee, Kärnten 2010 Pinot Noir € 28,– 80 P. Granatapfel, Rauch. Sehr straff, Gesteinsmehl, fast metallisch, dazu weiche Frucht, trocken. Gute Länge, von Säure

Gut Franz Nachbaur, Röthis,Vorarlberg 81 P. 2009 Röthner Blauburgunder € 15,–

Burgenland Nord Neusiedlersee: 189 ha – das entspricht 2,5 % der Rebfläche im Gebiet. Neusiedlersee-Hügelland: 105 ha – das entspricht 3 % der Rebfläche im Gebiet. Licht und Schatten rund um den Neusiedlersee: Einigen hervorragenden Weinen stand eine Menge Mittelmaß gegenüber. Dieses leidet vor allem an übertriebenen Konzentrationsversuchen.

Ausbau ohne merkbaren Holzeinfluss

Weinbau Hans & Gerti Reinprecht, Oggau, Neusiedlersee-Hügelland 77 P. 2011 Pinot noir € 4,50

Ausbau mit merkbarem Holzeinfluss

Ausgezeichnet

Exzellent

Gerhard & Brigitte Pittnauer, Gols, Neusiedlersee 2010 Pinot noir Baumgarten € 30,– 89 P. Massive Unterholz-Note. Sehr pflanzlich, Holunder, Rauch, Lavendel, parfümiert. Sehr lebendig, frischer Lorbeer, pikant, cremig. Tannin und Säure recht präsent. Dekantieren!

Trophy.Sieger Panta Rhei, Eisenstadt, Neusiedlersee-Hügelland 2009 Panta Rhei – Pinot noir € 33,– 93 P. Kokos, Cashew und dunkle Schokolade. Himbeeren, sehr präsentes, aber ganz feinkörniges Holz, mineralische Spannung, tolle Länge, elegante Pflanzlichkeit, burgundische Finesse.

Gut Ausgezeichnet

Höpler, Breitenbrunn, Neusiedlersee-Hügelland 76 P. 2009 Pinot noir € 10,90 Nittnaus – Young Nittnaus Experience, Gols, Neusiedlersee 76 P. 2010 Pinot noir € 9,90

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JURIS, Gols, Neusiedlersee 2009 Pinot noir Reserve € 24,– 85 P. Sehr saftig und rund, feinkörniges Tannin, viel vom Holz, welches gut eingesetzt ist.

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Pinot noir.pur Burgenland Nord Dunkle und rote Beeren. Dunkle Würze, gut strukturiert, wirkt konzentriert. Überraschend weit entwickelt.

Sehr gut Bernthaler+Bernthaler, Gols, Neusiedlersee 2010 Pinot noir – Altenberg € 13,50 82 P. Karge, knochige Struktur, zunächst uncharmant. Schöne Salzigkeit und straffe Art, geht mit Luft auf, wird elegant und etwas likörig süßlich. Schöne Kräuter-Würze, saftig. Dr. Hans Bichler, Purbach, Neusiedlersee-Hügelland 2008 Blauburgunder € 16,– 84 P. Fenchel. Straff, gediegen, schöner Holzeinsatz, elegant, eher zart und feingliedrig mit dunkler Würze. Feinkörniges Tannin, gute Balance, wenn auch etwas knochig. 2007 Blauburgunder € 16,– 81 P. Pflanzlich; Nougat und Erdnuss, knackige Tannine,Teer-Note liegt drüber. Saftige Frucht, ledrige Struktur, sehr vegetal, Efeu. Präsentes Tannin, uncharmant, fast hart. 2010 Blauburgunder € 16,– 81 P. Straff, Tomatenmark, kühle, elegante Note. Knackig, kernig, Säure noch recht juvenil. Dunkle Kirschen, Vanille, Süßholz.

Leo Hillinger, Jois, Neusiedlersee-Hügelland 77 P. 2006 Pinot noir Terroir € 29,40 Höpler, Breitenbrunn, Neusiedlersee-Hügelland 79 P. 2009 Pinot noir Rosenberg € 26,40 Remushof Jagschitz, Oslip, Neusiedlersee-Hügelland 75 P. 2009 Pinot noir € 13,–

St. Laurent mag den Seewinkel, das warme Klima und seine Böden

Mittel- und Südburgenland Mittelburgenland: 25 ha – das entspricht 1,2 % der Rebfläche im Gebiet. Südburgenland: 5,81 ha – das entspricht 1,2 % der Rebfläche im Gebiet. Holz statt Terroir: Dieser Eindruck drängte sich manchmal auf.Weniger wäre oft mehr gewesen …

Ausbau mit merkbarem Holzeinfluss

Ausgezeichnet Weingut Fam. Weber, Lutzmannsburg, Mittelburgenland 2010 Pinot noir € 9,50 86 P. Satte, dichte Frucht, recht dunkel und röstig, dahinter engmaschiges Tannin und würzige Frucht: Kirsche, Mokka und dunkle Schokolade. Frisch und trinkanimierend.

Kompakt, sehr trockenes Finish, bleibt etwas unklar in der Nase (beide Flaschen). Weingut J. Heinrich, Deutschkreutz, Mittelburgenland 2010 Pinot noir Weißes Kreuz € 21,– 81 P. Würzig-ätherische Nase. Straff und kernig, recht trocken im Abgang. Herb anregend, dann Marzipan. Viel Holz, gut eingesetzt, aber eben viel. Weingut Kleber, Rudersdorf, Südburgenland 2011 Pinot noir € 7,90 84 P. Kohlensäure verflüchtigt sich rasch. Bestimmend schiefrig-rauchige Note über zart überreifer Frucht, Kreuzkümmel. Gut verwoben, ein dunkler warmer Typ mit ­mineralischem Grip.

Gut Weingut Bayer – Erbhof, Donnerskirchen, Neusiedlersee-Hügelland 78 P. 2011 Pinot noir Wolfsbach € 9,50 Eberherr, St. Margarethen, Neusiedlersee-Hügelland 79 P. 2006 Pinot noir € 10,80 77 P. 2007 Pinot noir € 10,80

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Sehr gut Heribert Bayer – In Signo Leonis, Neckenmarkt, Mittelburgenland 2009 In Signo Tauri € 28,30 83 P. Leichte Stall-Note; dicht, schmelzig, aber nicht überwuchtig, Orangen und Zimt, hinten etwas austrocknend.

Gut Weingut Juliana Wieder, Neckenmarkt, Mittelburgenland 77 P. 2007 Blauer Burgunder € 10,60

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Südoststeiermark 10 ha – das entspricht 0,7 % der Rebfläche der Südoststeiermark.

Donauraum

landes zeigen erfreulicherweise das bestim-

Kamptal: 42 ha – das sind 1,1 % der Rebfläche im Gebiet. Kremstal: 22,5 ha – das enspricht 1 % der Rebfläche im Gebiet. Wagram: 24 ha – das entspricht 1 % der Rebfläche im Gebiet Wachau: 6 ha – das entspricht 0,4 % der Rebfläche im Gebiet.

mende Merkmal ihrer Herkunft: die vulkani-

Entlang der Donau sind feine Burgunder möglich – wenn man sie nicht mit Holz zukleistert.

schen Böden!

Die Bedingungen werden immer besser.

Die Blauen Burgunder des steirischen Vulkan-

Ausbau mit merkbarem Holzeinfluss

Ausbau ohne merkbaren Holzeinfluss Gut

Ausgezeichnet Ausgezeichnet Neumeister, Straden 2008 Pinot noir € 16,– 85 P. Geradlinig. Kompakte, eher dunkle Frucht. Kräftiger, sehr gelungener Holzeinsatz. Ein dichter, satter Typ, perfekt gemacht, hohe Qualität in allen Komponenten. Allein: wenig Spiel. 2009 Pinot noir € 16,– 86 P. Erdnuss, Röst-Noten, Mokka, Schwarztee, Eukalyptus, Unterholz, vielfältige Kräuter und grüner Pfeffer. Gediegen und polier t, aber streng und konzentrier t. Winkler-Hermaden, Kapfenstein 2008 Pinot noir Reserve Winzerkogel € 14,– 86 P. Würzig und rau am Beginn; Klee und Veilchen, sanfter Druck, feines Tannin. Delikatesse und Finesse brauchen viel Luft, um sich zu entwickeln.

Sehr gut

Fred Loimer, Langenlois, Kamptal 2010 Pinot noir Terrassen € 16,– 86 P. Blättrig, Laub, Pinot-Stinkerl, Blutorange. Straffe, vitale Säure, anregend herb, dabei rotbeerig frisch. Satter Abgang. Würzig, burgundisch, schlank, elegant. Fritz Salomon – Gut Oberstockstall, Kirchberg, Wagram 2007 Blauer Burgunder € 9,50 87 P. Typischer Duft; lebendige Struktur, Graphit, mineralisch unterlegt, zart rauchig-rotbeerige Frucht. Grobe Tanninstruktur trocknet im Abgang aus. Unterschiedliche Flaschen.

Sehr gut Stift Klosterneuburg, Klosterneuburg, Wagram 2010 Pinot noir € 9,20 82 P. Marmeladige Frucht, Erdbeeren, recht süß und gefällig, bleibt so stehen. Freundlich, breitentauglich, unkompliziert. Schöner Abgang.

Weinhof Anderl, Lengenfeld, Kamptal 79 P. 2009 Blauer Burgunder € 9,20 Erwin Gruber, Schiltern, Kamptal 79 P. 2010 Pinot noir Klassik € 4,60

Ausbau mit merkbarem Holzeinfluss

Ausgezeichnet Malat, Palt, Kremstal 2010 Pinot noir Reserve € 22,– 86 P. Stein. Estragon. Schiefer-Note, packend, salzig. Frische Frucht, leicht pflanzlich würzig, Holunder, Wacholder, Klee, hat Spannung, Körper und Persönlichkeit. Im Abgang etwas enger werdend. Schloss Gobelsburg, Gobelsburg, Kamptal 2010 Schloss Gobelsburg Pinot noir Alte Haide € 23,– 89 P. Tomatenmark; rauchig, Pferdeschweiß, edle Erdigkeit, lebendige Art, regt an, hat Saft und Länge. Breitschultriger Typ mit schöner Vielfalt und gutem Holzeinsatz, trockenes Finale.

Winkler-Hermaden, Kapfenstein 2009 Pinot noir Reserve Winzerkogel € 14,– 83 P. Grüner Pfeffer und Bockshornklee. Frische vegetale Würze, die gebietstypische rauchige Note. Vital, Tannin und Alkohol ziehen am Gaumen. Lagerfähig.

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Pinot noir.pur Donauraum

Sehr gut Willi Bründlmayer, Langenlois, Kamptal 2008 Blauburgunder Dechant € 14,60 84 P. Rotbeerig, Kirschen, Kaminholz, zarte Rauchigkeit, die Würze von Holunder und Johannisbeeren, saftig, lang, eingängig. Reif, dicht, üppig, Gewürznelken, Bratapfel. Leicht malzig im Abgang. 2008 Pinot noir Cécile € 25,80 84 P. Saftige Frucht, Schießpulver, charmant, lang, mit feiner Würze. Wird pflanzlich, Menthol, Struktur elegant, bleibt lange erhalten, Säure ist eingebunden. Behäbig. 2007 Pinot noir Cécile € 25,80 83 P. Tomatenmark, leicht süßliche, verwaschene Frucht mit dunkler Würze, lang, recht mürb. Schwefel kommt durch, auch eine salzige Note.Trinkig, aber nicht wirklich präzise. 2009 Pinot noir Cécile k. A. 82 P. Rauchige Würze, Schießpulver, recht weiche Struktur, lässt im Finish nach.Trocknet aus, recht kurz.

Jurtschitsch, Langenlois, Kamptal 2008 Pinot noir Reserve € 20,70 83 P. Noch immer viel Mokka und Kakao; Liebstöckel und andere Kräuter, Wildbeize, Wacholderbeeren, Dörrobst, Tabak. Saftig, mit trockenem Finish, salzig und streng. Weingut Sepp Moser, Rohrendorf, Kremstal 2009 Pinot noir Gebling € 17,– 84 P. Frisches Holz, gespitzter Bleistift, ­Grafit. Gewürz-Note und Veilchen, schlank, recht geschmeidig, aber auch sehr brav. Legt an Spannung zu. Schöne Tannine. Karl Stierschneider – Kartäuserhof, Weißenkirchen, Wachau 2010 Pinot noir k. A. 83 P. Knackig, leicht rauchig, süße KirschFrucht und Pfingstrosen. Durchaus elegant und frisch, eher hellfruchtig und fruchtsüß. Schlankes Finale. Weingut Johann Topf, Strass, Kamptal 2007 Blauburgunder Stangl € 14,90 82 P. Rotbeerig, Kirschen, Holunder. Rassige Säure, recht röstig, reife Frucht, getrocknete Marillen. Unpräzise.

2008 Blauburgunder Stangl € 14,50 81 P. Kreuzkümmel. Sanft, weich, etwas verlaufend. Bleibt still und schlank am Gaumen mit viel Schmelz und wenig Frucht. Der Versuch der Eleganz.

Gut Winzerhof Dockner, Höbenbach, Kremstal 79 P. 2009 Pinot noir Reserve (Wachau) € 12,– Weingut Müller, Krustetten, Kremstal 75 P. 2010 Pinot noir Süßenberg Reserve-Tassilo (Wachau) € 13,80

Ente und Burgunder – eine harmonische Verbindung

Thermenregion 110 ha – das entspricht 5 % der Rebfläche im Gebiet. Unser Eindruck: Die Winzer der Thermenregion sollten sich Gedanken über den Stil des Blauburgunders machen – immerhin eine Leitsorte des ­Gebietes. Zu sehr streben die Weine auseinander. Ein Vorbild hätten wir gefunden.

Ausbau ohne merkbaren Holzeinfluss

Sehr gut

Der Pinot noir Reserve von Leopold Auer ist ein Vorbild für die Thermenregion

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Freigut Thallern, Gumpoldskirchen 2009 Pinot noir € 15,90 80 P. Unspektakulärer, typischer Pinot mit heller Frucht, Himbeeren. Allerdings auch

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Thermenregion verbrannter Gummi, verwaschener und eher kurzer trockener Ausklang.

Weinviertel 50 ha – das entspricht 0,4 % der Rebfläche des Weinviertels. Im Vergleich zu anderen Rotweinverkostungen gefallen uns die Pinots noirs aus dem Weinviertel fast am besten.

Johann Schwertführer „35er“, Sooß 2011 Blauburgunder Classic € 5,– 81 P. Süße Frucht, fast noch mostig, frischfröhlich fruchtig. Mittlere Länge, charmant trinkig.

Ausbau ohne merkbaren Holzeinfluss

Ausgezeichnet

NÖ Landesweingut Retz – Gut Altenberg, Retz 2010 Pinot noir € 7,30 82 P. Stechend in der Nase. Deutliche Holz-Note, trockene Tannine, aber recht lang, trocknet hinten aus. Wird intensiv fruchtig (Heidelbeer-Pago), salzige Ader, saftig, hat Potenzial.

Gut Franz & Doris Nigl, Perchtoldsdorf 75 P. 2009 Pinot noir € 10,– Freigut Thallern, Gumpoldskirchen 76 P. 2010 Pinot noir Selektion € 8,80 Martin Schwertführer „47er“, Sooß 76 P. 2011 Pinot noir Exklusiv € 5,20

Schlossweingut Graf Hardegg, Seefeld-Kadolz 2009 Pinot noir Steinbügel € 19,30 85 P. Intensiver Duft nach Minze und anderen Kräutern sowie Jod. Feine Noten von Edelholz und Nougat. Beginnt zart, wird dann breiter, fängt sich aber hinten wieder: Säure nicht perfekt integriert.

Ausbau mit merkbarem Holzeinfluss

Weingut R & A Pfaffl, Stetten 2009 Pinot noir € 21,50 84 P. Dominierende Röst-Note. Himbeeren, Hagebutten, Tabakblätter, Oregano. Trockene Tannine, klare, schöne Struktur, beschreibt einen Bogen. Derzeit fehlt etwas Fruchtschmelz.

Gut Sehr gut

Exzellent Weingut Familie Auer, Tattendorf 2010 Pinot noir Reserve € 19,80 90 P. Tannenwald, ätherisch würzig, dann auch Wildgeruch. Preiselbeeren mit Kreuzkümmel. Archetypische Aromatik, elegant, angenehm floral. Legt enorm zu im Glas, bleibt sehr präzise und lang am Gaumen.

Sutter Leopold, Hohenwarth 2009 Blauer Burgunder € 6,– 84 P. Zeigt mit Luft schönes BeerenKompott, Kirsche, sogar schiefrige Anklänge. Unkompliziert und feingliedrig mit lebendiger Säure. Mittlere Länge und Persistenz.

Stadler, Falkenstein 77 P. 2011 Pinot noir € 12,– Späth, Großkrut 76 P. 2008 Pinot noir Reserve € 9,– Weingut Martinshof, Neusiedl/Zaya 77 P. 2009 Pinot noir € 15,90

Ausbau mit merkbarem Holzeinfluss

Sehr gut Sehr gut Johann Gisperg, Teesdorf 2010 Pinot noir Reserve € 14,50 84 P. Viel von allem: deftige Frucht, ordentlich Holz, viel Extrakt, Preiselbeeren. Das Süße-Säure-Spiel erinnert an Maracuja. Gut gemacht, leicht verständlich und trinkig.

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Greilinger, Schöngrabern 2010 Pinot noir € 8,– 81 P. Rauchig, Gummi-Note wie Pinotage. Dann pikante Heidelbeeren, präzise Komponenten, die aber (noch) nicht zusammenpassen. Im Abgang wieder etwas unklar.

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Pinot noir.pur Wien 22 ha – das entspricht 3,6 % der Wiener Rebfläche. Fritz Wieninger zeigt vor, wie man Pinot noir mit Holz vermählt und einen Wein mit Finesse und Druck macht. Internationale Klasse aus der Hauptstadt!

Ausbau mit merkbarem Holzeinfluss

gant, Holz sehr gut eingesetzt. Sein Fruchtschmelz und der Körper werden es integrieren. Jugendlich!

Exzellent Trophy.Sieger Wieninger, Wien 2009 Pinot noir Grand Select € 36,– 93 P. Toasting mit tiefgründiger Frucht dahinter.Viel Druck, seidiger Stoff, immer ele-

Gut Fuchs-Steinklammer, Wien 77 P. 2009 Pinot noir € 13,–

Südtirol 344 ha – das entspricht 6,4 % der Rebfläche Südtirols. Der Blauburgunder wächst hauptsächlich im Unterland, also in der Region um den Kalterer See.Trotz des warmen Klimas zeigen viele Weine Frische,Würze und große Finesse.

Länge, ehrlich, macht Trinkspaß und ist charmant.Tannin im Abgang etwas grob. Sehr gut

Ausbau ohne merkbaren Holzeinfluss

Ausgezeichnet Castel Sallegg, Kaltern 2009 Pinot nero DOC € 8,50 85 P. Walderdbeeren, Milchkaffee, Melasse; die Süße (6,1 g) kommt heraus, wird aber gut aufgefangen von heller Frucht und kühler Pikanz. Griffig straff, fruchtige Unterstützung, mineralisch und saftig.

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K. Martini & Sohn, Girlan 2010 Blauburgunder Palladium € 9,05 80 P. Pflanzliche und Kakao-Noten. Helle Frucht, flirrend, schlank, aber sehr delikat. Schöne Länge, unspektakulär fein und gut. Flüchtige Tendenz verstärkt sich mit Luft, wird grüner. Kellerei Kaltern, Kaltern 2010 Blauburgunder Saltner € 10,90 81 P. Saftig; eher blaubeerige Frucht, recht weich, dabei zupackend, ein ­Schmeichler mit Grip. Herbe, geschmeidige Frucht. Kellerei Kurtatsch, Kurtatsch 2010 Blauburgunder Glen € 13,20 84 P. Pikante, saubere Frucht mit KräuterWürze, animierend, saftig, dezent. Gute

Warasin Alois, Girlan – Eppan a. d. Weinstraße 2010 Blauburgunder Riserva € 8,– 80 P. Wurde kontroversiell beurteilt: Dumpfe, fast schon unsaubere Nase. Am Gaumen Noten nach Bierhefe und Malz. Wird aber im Glas immer frischer.

Ausbau mit merkbarem Holzeinfluss

Exzellent Kellerei Tramin, Tramin 2009 Maglen € 18,60 91 P. Süße Noten nach Rumtopf, Nougat, Waldhonig, dazu packende Würze. Tolle Extrakt-Süße, straff, feine Pinot-Frucht mit salziger Frische, komplex, gut balanciert und vielversprechend.

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Südtirol Trophy.Sieger Manincor, Kaltern 2010 Mason di Mason € 40,– 93 P. Banane, Orange, Kakao, dann Himbeeren, Quitte und Winterapfel. Feine Würze, samtiges Tannin, perfekte Säure, Menthol-Note. Kompakt und leicht, ja anmutig. Zum Ergründen schön, strahlt! 2010 Mason € 21,– 92 P. Liebstöckel, Lavendel, Minze, Kräuter, Brotrinde. Feiner Holz-Einsatz, geschmeidig kühl, lang und anregend, würzig und weich. Ein adrettes, vielfältiges Aromenspiel.

Holz kommt immer mehr, Tannin klebt auf den Zähnen.

Sehr gut Kellerei Andrian, Terlan 2009 Pinot noir Riserva Anrar € 26,– 79 P. Weiche Kräuter-Note, feuchte Erde, ein Hauch Minze. Säure gut eingebaut und pikant. Lang, zupackend, schön strukturiert, elegant. Alkohol kommt heraus, wird mit Luft flacher. Kellerei Gen. Bozen, Bozen 2010 Südtiroler Blauburgunder Riserva € 14,40 79 P. Blutorange, Holz, Gurken. Rotbeerige Frucht, markante Säure, die bis in den langen Abgang stehenbleibt. Etwas grüne Töne, wenig Körper.

Dunkles Fleisch und dunkler Wein sind Klassiker

Kellerei Girlan, Girlan 2010 Pinot noir Riserva Trattmann € 22,50 81 P. Anis und Menthol. Pflanzlich-kräuterige Noten, schmelzig, leicht brandig. Biskuit mit Vanillecreme. Wird immer grüner,

Deutschland

Kellerei Terlan, Terlan 2010 Montigl Pinot noir Riserva € 14,– 82 P. Rauchig; intensiv, viele Kräuter, Rosmarin, Majoran. Straffer, salzig-strenger Antrunk. Die Salzigkeit bleibt fast schon aufdringlich, knackige Frucht, lang, reife Früchte schwingen im Abgang mit. Stachlburg, Partschins 2009 Südtirol Vinschgau Blauburgunder € 19,– 82 P. Bierige Note, Malz, Hefe. Eher breit am Gaumen. Im Abgang wird er rot­beeriger, würzig, hat Extrakt. Geradlinig, kann aber die Cremigkeit nicht durchziehen. Stiftskellerei Neustift, Neustift 2009 Pinot nero Riserva Praepositus € 23,60 84 P. Gekochte Frucht, erdig beerig, breitschultrig, würziges Nadelholz und Kümmel. Kühl und straff, die pikante Säure hilft ein wenig, aber doch recht bodenständig.

Baden

5.855 ha – das entspricht 37 % der gesamten Rebfläche Badens. In Baden ist Spätburgunder die meistangepflanzte Rebsorte. Nicht immer kann der gute Extrakt in den Weinen die Holznoten aufnehmen.

Ausbau mit merkbarem Holzeinsatz

2010 Spätburgunder Dreistern € 19,50 82 P. Geröstete Erdnüsse. Pikant-saftiger Schmelz, rotbeerige Frucht. Schlanke Struktur, dafür hat er viel Holz, aber der gute Extrakt fängt es etwas auf. Leichte Schärfe im Abgang.

2010 Spätburgunder Reserve Qualitätswein € 21,50 81 P. Erdbeer mit Joghurt-Ton, roter Apfel, Zimt. Frische Frucht und Säure, viel Erdnuss und Holz, recht pikant. Schöne Beeren-Frucht blitzt auf, roter Apfel, Zimt, plakativ, aber fein gemacht.

Kalkbödele – Weingut Gebr. Mathis, Merdingen 2009 Spätburgunder Reserve Qualitätswein € 21,50 81 P. Nougat, Cappuccino,Toast. Recht geschmeidige Frucht, hinten Traubenzucker und vorwitzige Länge, überspielt schlanken Körper. Nicht ganz harmonische Bauart, das Holz drückt auf den Trinkfluss.

Kalkreiche Böden und luftige Lagen sind ideal für Pinot

Sehr gut Friedrich Kiefer, Eichstetten 2009 Spätburgunder Dreistern € 19,50 82 P. Walnuss, Eisenkraut, Mandarine und Noten von Holz. Pikant-salzige Anklänge, trockene, saubere Tannin-Struktur, Holzeinsatz gut gelungen. Gute Länge, nicht ganz balancierter Fruchtschmelz.

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Pinot noir.pur Franken 254 ha – das entspricht 4 % der Rebfläche Frankens. Franken ist überweigend Weißwein-Land. Und so sehr uns die Weißen im vergangenen Jahr auch überzeugt haben – die Roten haben das nicht geschafft.

Ausbau ohne merkbaren Holzeinsatz

Gut Fürstlich Castell‘sches Domänenamt, Castell 77 P. 2010 Casteller Reitsteig Spätburgunder QbA € 18,– 77 P. 2010 Schlossberg Spätburgunder QbA € 33,–

Gerade junge Pinots entfalten mit ein wenig Luft ihre Feinheiten sehr gut.

Pfalz 1.582 ha – das entspricht 7 % der Rebfläche der Pfalz. Recht reif und beinahe üppig präsentierten sich die Pfälzer Burgunder. Sie können an die guten 2008er nicht anschließen.

Ausbau ohne merkbaren Holzeinsatz

Ausbau mit merkbarem Holzeinsatz

Sehr gut

Sehr gut

Gehrig, Weisenheim am Sand 2010 Pinot noir € 13,50 82 P. Tomatenmark, Tabak, Rauch-Note. Schlanker Körper, wirkt schon recht reif. Warme Wachs-Note, reife Kirsche, Säure und Alkohol nicht wirklich integriert. Stefan Meyer, Rhodt 2011 Frühburgunder (0,75 l) € 8,50 81 P. Rauchige Note, Räucherspeck, dichtwürzig. Ribisel, Lavendel und Heidelbeeren. Fruchtschmelz und Salz entwickeln sich. Leicht überreif, ohne üppig zu sein.

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2011 Spätburgunder (0,75 l) € 6,50 82 P. Recht BSA-geprägte Nase, JoghurtTon. Waldorf-Salat: Sellerie, Nuss, Mayonnaise, Melasse. Salzig. Wird immer mineralischer, aber auch trockener im mittel­ langen Finale.

Gut Bergdoldt-Reif & Nett, Duttweiler 77 P. 2010 Avantgarde Spätburgunder trocken € 14,–

Gehrig, Weisenheim am Sand 2009 Marcel G. – Pinot noir Reserve € 25,– 84 P. Holunder und Gewürzsträußchen; würzig und reif, etwas breit, Tomatenmark, spitze Säure, noch nicht harmonisiert. Trockener Abgang. Der Körper könnte die Komponenten noch integrieren. Weingut Stefan Meyer, Rhodt 2010 Pinot noir „R“ trocken € 16,50 80 P. Vorwiegend grüne Aromen: Zucchini mit Dille und Estragon, Moos und Kräutergarten. Dann Leder, Anis, Süßholz. Ruhiger, gediegener Verlauf.

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Das richtige Glas zum Pinot kann oft Wunder wirken und ungeahnte Facetten des Weins zur Geltung bringen

Rheingau 368 ha – das entspricht 12 % der Rebfläche des Rheingaues. Ist es unserer Kritik im Vorjahr zu verdanken, dass wir heuer nur zwei Rheingauer Spätburgunder bekamen? Diese zeigen jedenfalls, dass die Nummer zwei im Gebiet sehr wohl gut sein kann, ohne dabei überteuert zu sein.

Ausbau ohne merkbaren Holzeinsatz

Ausbau mit merkbarem Holzeinsatz

Sehr gut

Ausgezeichnet

Fritz Allendorf, Oestrich-Winkel 2010 Assmannshäuser Höllenberg 5 € 17,– 84 P. Weich, sehr fruchtig, Erdbeermark, dazu Tomatenkonzentrat, Rhabarber, Hagebutte, Gewürz-Noten. Saftig, aufgesetzte Süße hintennach, schmeichlerisch mit salzig-straffem Unterbau. Interessantes Säurespiel.

Fritz Allendorf, Oestrich-Winkel 2009 Allendorf Quercus € 17,– 88 P. Nougat und Rauch in der Nase; ­Hibiskus und Hagebutten dominieren die Frucht-Noten, dann auch Holz und Leder, was ein trockenes Finish gibt. Salzig und spannend, könnte länger sein.

Impressum Medieninhaber/Herausgeber: Österreichischer Agrarverlag Druck- undVerlags Ges.m.b.H. Nfg. KG, Sturzgasse 1a Verlagsort: A-1140Wien Verlagsleitung:DIWinfried Eberl Erscheinungsweise:als Beilage zu wein.pur Redaktion:Österreichischer Agrarverlag Druck- und Verlags Ges.m.b.H. Nfg. KG, Sturzgasse 1a, A-1140 Wien Tel. +43/(0)1/981 77-0 Fax DW-111 email: [email protected] Produktmanager: Mag. Oliver Krainz e-mail: [email protected] Tel. +43/(0)1/981 77-191 Chefredakteur: Alexander Magrutsch e-mail: [email protected] Tel. +43/(0)1/981 77-193 Mediaberatung: Sigrid Kügerl e-Mail: [email protected] Tel. +43/(0)1/98177-198 Texte: Alexander Lupersböck Grafikdesign: Walter O. Sádaba Grafik: www.pinkhouse.at Coverfoto: Florian Andergassen Druck: agensketterl Druckerei GmbH Jahresabonnement: € 41,– inkl. Postgebühr und USt. für je 6 Ausgaben wein.pur und GENUSS.MAGAZIN in Österreich, € 41,– für 6 Ausgaben für EU-Länder und die Schweiz inkl. Postgebühr, exkl. landesüblicher USt. Aboservice: InTime Services GmbH Tel. +43/(0)1/7404078-15 e-mail: [email protected] oder Homepage: www.weinpur.at/abo. Nachdruck, elektronische (alle Arten von Scantechnik und Brennen von CDs) und fotomechanische Wiedergabe nur mit Genehmigung des Verlages. Die Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz ist unter www.agrarverlag.at/offenlegung ständig abrufbar.

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Erhältlich in den Bahnhofs- und FlughafenBuchhandlungen in Deutschland

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Pinot noir.pur Rheinhessen 1.344 ha – das entspricht 5 % der Rebfläche Rheinhessens. Ein deutlich besseres Abschneiden als im Vorjahr erfreute. Besonderen Applaus verdient das Weingut Schales für seine gereiften Weine.

Ausbau ohne merkbaren Holzeinsatz

Sehr gut Weinbau Roß, Mölsheim 2011 Blauer Spätburgunder QbA € 6,50 84 P. Erdbeer-Frucht, zart kräuterig, recht elegant, mollig-süßliche Frucht, aus einem Guss. Topfencreme, Räucher-Note im Abgang. Griffig und weich zugleich, gute Struktur, saftig, unspektakulär. Schales, Flörsheim-Dalsheim 2009 Schales Spätburgunder Classic € 7,– 84 P. Dunkelröstig, kaum Pinot-Finesse. Dann rote Früchte mit frischer Säure, witzig. Getrockneter Liebstöckel, Apfelkompott, Waldmeister, Holzeinsatz, griffiges Tannin. Macht auf, zeigt gute Struktur.

Gut Weingut Beck – Hedesheimer Hof, Stadecken-Elsheim 79 P. 2009 Frühburgunder Elsheimer Bockstein QbA € 13,50 Ernst Bretz, Bechtolsheim 78 P. 2011 Bechtolsheimer Petersberg Spätburgunder Spätlese trocken € 7,90

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Die Jahrgänge 2009, 2007 und 2004 von Familie Schales bestätigen wieder einmal, dass guter Pinot mit etwas Zeit und Reife gewinnt

Ausbau mit merkbarem Holzeinsatz

sanft harmonisch, gute Länge, ausgewogen, animierend, macht Trinkspaß.

Ausgezeichnet

Sehr gut

Schales, Flörsheim-Dalsheim 2004 Schales Cardinalis Spätburgunder Barrique € 20,– 86 P. Zart likörig, fast feurig, schöne Kirschen-Note. Gute Länge, gewisse Komplexität, recht jugendlich. Trocknet am Ende etwas aus, Kakao-Note, wird strenger. Hat Charakter.

Weingut Beck – Hedesheimer Hof, Stadecken-Elsheim 2009 Blauer Spätburgunder Elsheimer Bockstein Spätlese € 11,50 82 P. Riecht frisch nach Holz und „Traubisoda“. Minzig und pfeffrig wie ein Syrah. Schmeckt traubig süßlich, eher ÜberseeStil, eigenwillige Art.

2007 Schales Cardinalis Spätburgunder Barrique € 20,– 87 P. Röstig-rauchige Note, dann Heidelbeer-Marmelade mit würzig-pikanten Einwürfen, schwarzer Pfeffer, Kräuter, Minze,

Weingut Runkel, Bechtheim 2010 Bechtheimer Spätburgunder € 18,– 81 P. Tabak und Holunder; etwas Jod, fast seifig, dann klare, aber weiche Struktur, Erdbeeren, wirkt etwas verhangen und nicht strahlend, dafür gute Balance.Trockene Würze.

wein pur 1|13 •

St. Laurent.pur Burgenland Nord Neusiedlersee: 334 ha – das entspricht 4,5 % der Rebfläche im Gebiet. Neusiedlersee-Hügelland: 49 ha – das entspricht 1,4 % der Rebfläche im Gebiet. Der St. Laurent mag die Verhältnisse im Seewinkel: tiefgründige Böden und mildes Klima. Und wir mögen die St. Laurent von dort!

tige Anklänge, lebhafte, knackige Säure. Strukturiert, aber unbeugsam rustikal und eigenwillig. Ausgezeichnet Sehr gut

Ausbau ohne merkbaren Holzeinfluss

Zantho, Andau, Neusiedlersee 2011 St. Laurent € 8,50 80 P. Dezente Animalik. Haselnuss, Erdnussbutter, austrocknende Tannine. KirschMarmelade auf stark getoastetem Brot.

Exzellent

Erwin Tinhof, Eisenstadt, Neusiedlersee-Hügelland 2009 Feuersteig € 14,– 85 P. Feinfruchtig. Pikante Waldbeeren. Stoffig, dunkelwürzig, rund und reif, klassisch unaufgeregt. Wird rotbeerig, anregend frisch.

Sehr gut Gut

Anita & Richard Goldenits, Tadten, Neusiedlersee 2009 St. Laurent Prädium € 11,– 90 P. Reife Fruchtnase, Schilf, Salz. Hagebutte, grüner Tee, stoffig und hoch extrahiert, etwas streng mit feiner Mineralik. Spannend, recht offen, bald trinken.

Ausgezeichnet Anita & Richard Goldenits, Tadten, Neusiedlersee 2010 St. Laurent Prädium € 11,– 85 P. Erdbeer-Joghurt, zuckerlhaft. Dann: Fasan, sehr weiche Textur, Heidelbeeren und Weichseln. Entwickelt Eleganz und ­Kamille im Abgang, drängt sich auf zum Wildbraten. Gerhard & Brigitte Pittnauer, Gols, Neusiedlersee 2010 St. Laurent Rosenberg € 30,– 88 P. Ganz viel Frucht, Kirsche, Rhabarber, Himbeerzuckerl. Dazu kalter Rauch, krau-

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Höpler, Breitenbrunn, Neusiedlersee-Hügelland 76 P. 2009 St. Laurent Erwein € 10,90 Michlits-Stadlmann, St. Andrä, Neusiedlersee 79 P. 2011 St. Laurent € 7,50 Erwin Tinhof, Eisenstadt, Neusiedlersee-Hügelland 78 P. 2010 Sankt Laurent € 8,50

Ausbau mit merkbarem Holzeinfluss

Leo Hillinger, Jois, Neusiedlersee-Hügelland 2009 St. Laurent € 15,80 80 P. Salzig und beerig, vitale Pikanz, aber auch leicht grün, Geäst. Frisch, aber nicht besonders nachhaltig. Früchtetee im Abgang. Weingut Erich Sattler, Tadten, Neusiedlersee 2010 St. Laurent Reserve € 12,50 81 P. Dunkle Frucht, stoffig, recht satt. Trockener Abgang, wenig Nachhall, aber schöne Struktur, kann noch zulegen. Feiner Sortenausdruck. Plakativ-süße Frucht. Holz spürbar.

Exzellent

Gut

Trophy.Sieger JURIS, Gols, Neusiedlersee 2009 St. Laurent Reserve € 24,– 91 P. Kirsche und Schokolade, leicht likörig. Süße, warme Frucht, minzig, feiner Rösthauch, wird immer runder und harmonischer. Straff und packend, wird lange Freude machen.

Allacher Vinum Pannonia, Gols, Neusiedlersee 79 P. 2011 St. Laurent € 8,– 79 P. 2011 St. Laurent Apfelgrund € 11,50 Weinbau Hans & Gerti Reinprecht, Oggau, Neusiedlersee 79 P. 2011 St. Laurent € 4,50

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St. Laurent.pur Mittel- und Südburgenland Mittelburgenland: 22 ha – das entspricht 1 % der Rebfläche im Gebiet. Südburgenland: 0,7 ha – das entspricht 0,15 % der Rebfläche im Gebiet. In beiden Gebieten hat der St. Laurent seit 1999 fast die Hälfte seiner Rebfläche verloren und führt wirklich ein Aschenputtel-Dasein.

Ausbau ohne merkbaren Holzeinfluss Gut

Ausgezeichnet

St. Laurent ist anspruchsvoll und ergibt ebensolche Weine

Gerhard & Manuela Wallner, Deutsch Schützen, Südburgenland 2010 St. Laurent € 7,50 86 P. Rosmarin, Curryblätter, Hagebutten. Deutliche Eisen-Mineralik, salzig, hell, sehr frisch und lebendig mit samtigen Tanninen. Besonders würzig, charaktervoll und verspielt.

Weingut Juliana Wieder, Neckenmarkt 75 P. 2011 St. Laurent € 7,–

Wie viel neues Holz vertragen die Weine?

Südsteiermark 7 ha – das entspricht 0,3 % der Rebfläche im Gebiet. Nur zwei Vertreter, von einem Weingut, aber was für welche: Die Domäne Müller stellt ihre Rotwein-Kompetenz wieder eindrucksvoll unter Beweis.

Ausbau mit merkbarem Holzeinfluss Top-Rotweine aus der Steiermark

Exzellent Ausgezeichnet Domäne Müller, Groß St. Florian 2007 Der St. Laurent Private ­Reserve € 24,99 90 P.  Sehr konzentriert, ohne opulent zu sein. Straffe Säure, pflanzliche Frische, Garrigue. Dazu Nougat-Noten, fein verwoben, kompakt, saftig und trocken. Eleganz mit Kraft.

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Domäne Müller, Groß St. Florian 2008 St. Laurent Untere Ranz Ried € 11,99 89 P. Kirschlikör, Zeder,Thymian. Recht salzig, elegant, auch kantig. Frisch und straff, knackig. Eigenständiger Stil mit viel Frucht, gutes Tannin, stimmig.

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Donauraum Kamptal: 47 ha – das entspricht 1,2 % der Rebfläche des Gebietes. Kremstal: 17 ha – das entspricht 0,75 % der Rebfläche des Gebietes. Im allgemeinen Rotwein-Boom wurde auch hier der St.-Laurent-Bestand kräftig erweitert – mit sehenswerten Ergebnissen.

tik, Rote Rüben, roter Apfel, Granatapfel. Straffe Säure, bei aller Stoffigkeit anregend. Tannin grobkörnig. Sehr gut

Ausbau mit merkbarem Holzeinfluss

Ausgezeichnet Allram, Straß im Straßertale, Kamptal 2009 St. Laurent Gaisberg Reserve € 14,50 85 P. Trester, Unterholz, Johannisbeer-­ Zuckerl. Vegetale Pikanz, Laub, ein herbstlicher Wein, perfekt zum Wild. Hauch Tabak im langen Nachklang. Harmonisch.

Allram, Straß im Straßertale, Kamptal 2011 St. Laurent Gaisberg € 12,50 81 P. Hagebuttentee; malzig-rotbeerig, druckvoll, deutet die Finesse an, schwingt leicht aus. Zuckerrübe, Kirschjoghurt, sehr weich. Dockner, Höbenbach, Kremstal 2009 St. Laurent Reserve € 9,– 83 P. Milchig-rahmige Süße, dahinter ein zart bitterer Touch. Noch recht röstig. Dunkle Kirschen, Moos, Holzkohle, wirkt konzentriert. Das viele Tannin passt nicht ganz zum Wein. Dabei anregend. Malat, Palt, Kremstal 2010 St. Laurent Reserve € 16,– 81 P. Traubige Anklänge in der Nase. Schöne dunkelbeerige Würze, Hauch Exo-

Weingut Schloss Gobelsburg, Gobelsburg, Kamptal 2010 Schloss Gobelsburg St. Laurent Haidegrund € 23,– 83 P. Pikante Frucht, Edelholz-Note, die Eiche legt sich (noch) darüber, fast geräuchert; besonders lebendig, feinwürzig, aber: Nase spannender als Gaumen.

Gut Familienweingut Rosner, Langenlois, Kamptal 76 P. 2010 Sankt Laurent € 7,50

Thermenregion 148 ha – das entspricht 6,6 % der Rebfläche im Gebiet. Das Stift Klosterneuburg besitzt seine St.-Laurent-Anlagen in Tattendorf und wird daher hier eingereiht. Die „Große Reserve“ ist sehr engmaschig, fast ein Amarone, hält aber die Fahne im wichtigsten Anbaugebiet der Sorte hoch.

Ausbau ohne merkbaren Holzeinfluss

Sehr gut

Weingut Christian Fischer, Sooß 2009 St. Laurent Classic € 10,90 80 P. Frisch saftig, knackig. Die frische, resche Säure wird durch den angenehm runden Körper ausgeglichen. Mittelgewichtig, zieht geradlinig in das trockene Finish.

Dopler, Tattendorf 2010 St. Laurent € 6,90 81 P. Rumtopf; konzentrier te Frucht: Himbeer-Kirsch-Marmelade, Wurzelgemüse, Citrus. Engmaschig, frische Säure, changier t ziemlich am Gaumen, noch unruhig.

Freigut Thallern, Gumpoldskirchen 2010 St. Laurent Ronald € 15,90 80 P. Grünblättrige Duftkomponenten. Schlank, durchaus elegant, aber austrocknende Tannine und unklare Frucht.

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St. Laurent ist ein würziger Begleiter zu Lammgerichten

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St. Laurent.pur Thermenregion

Gut

Sehr gut

Vinterra Zöchling, Günselsdorf 79 P. 2010 St. Laurent classic € 6,10 Freigut Thallern, Gumpoldskirchen 79 P. 2010 St. Laurent Selektion € 9,50

Weingut Familie Auer, Tattendorf 2010 St. Laurent Reserve € 19,80 82 P. Sanft, schöne dezente Kirsch- und Brombeerfrucht, salziger Nachdruck, gediegen, schlank. Leichte Zitronen-Note, dadurch frisch. Recht weich.

Ausbau mit merkbarem Holzeinfluss

Ausgezeichnet Stift Klosterneuburg, Klosterneuburg 2009 St. Laurent Große Reserve € 35,– 85 P. Kokoskuppeln, Weichselmarmelade, Powidl, Holunderlikör. Dunkle Grundstimmung, konzentriert, leicht rosinig. Die gute Säure hält alles lebendig.

Dopler, Tattendorf 2010 St. Laurent Reserve € 16,80 82 P. Edelholz-Note; Toffee. Deutliche Salz-Note, auch Grapefruit, kommt von der hohen Säure, kurz, braucht Essensbegleitung. Johann Gisperg, Teesdorf 2009 St. Laurent Reserve € 14,50 81 P. Cappuccino; süß röstig, Unterholz, sehr bemüht, die Leichtfüßigkeit ist angenehm, gute Frische.

2010 St. Laurent Reserve € 14,50 81 P. Fruchtgummi; das Frucht-Säure-Spiel zieht sich durch, geradlinig, keine Ecken, keine Kanten, keine Überraschungen. Angenehme Harmonie.

Gut Martin Schwertführer „47er“, Sooß 78 P. 2010 St. Laurent Top Edition € 10,20 Vinterra Zöchling, Günselsdorf 77 P. 2009/2010 Selection St. Laurent € 7,80 Johann Schwertführer „35er“, Sooß 77 P. 2010 St. Laurent Spada € 9,40

Weinviertel & Wien Weinviertel: 79 ha – das entspricht 0,6 % der Rebfläche im Gebiet. Wien: 9 ha – das entspricht 1,5 % der gesamten Rebfläche im Gebiet. Pfaffls Waldgärten zeigt, wie gut unkomplizierte, geradlinige St. Laurent ohne Holzeinsatz sein könn(t)en und besitzt damit Modellcharakter.

Ausbau mit merkbarem Holzeinfluss

Ausgezeichnet Weingut R & A Pfaffl, Stetten 2011 St. Laurent Waldgärten € 8,70 89 P. Feuerstein und geröstete Pinienkerne; Wasabi-Note, frisch, knackig, spannende Würze, unkompliziert geradlinig, schöner Sortenvertreter.

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Der St. Laurent von Roman Josef Pfaffl ist eine sichere Bank

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Weinviertel & Wien Säure, durchaus mit Trinkcharme. Weißer Pfeffer gibt Pikanz.

Stadler, Falkenstein 75 P. 2011 St. Laurent € 5,80

Ausbau mit merkbarem Holzeinfluss St. Laurent und seine würzigen Aromen

Sehr gut

Gut NÖ Landesweingut Retz – Gut Altenberg, Retz 78 P. 2010 St. Laurent Campus Premium € 8,80

Bio-Weingut H. & M. Hofer, Auersthal 2008 St. Laurent € 8,70 81 P. Mollig mild und breit im Antrunk; Dann: recht pikant, frische Säure, hart an der Grenze zur Flüchtigkeit; etwas kantig im Abgang, charaktervoll. Späth, Großkrut 2011 St. Laurent Classic € 6,50 83 P. Sanftes Karamell, Kaffeepulver, Weichsel. Sehr weich, zarte Bitternote, milde

Fritz Wieninger ist ein Meister des Pinot und freundet sich mit St. Laurent an

Sehr gut Weingut R & A Pfaffl, Stetten 2005 St. Laurent Altenberg € 18,– 84 P. Vegetal-Unterholz, Laub, Tomatengrün. Note nach getrockneten Marillen und Grafit, gute Länge, salzig straff, wird zunehmend würziger. Hat Spannung. Braucht Luft und Zeit. Wieninger, Wien 2009 St. Laurent € 28,– 81 P. Geröstete Haselnüsse. Mannerschnitten, kräftige Statur, lebendige Säure, wärmend. Blaubeeriges Finale, geradlinig, kaum Spiel und Charme.

Deutschland 667 ha, das entspricht 0,7% der Rebfläche Deutschlands. Grün-unreife Aromen sorgten für ein enttäuschendes Abschneiden der deutschen St. Laurent.

Ausbau ohne merkbaren Holzeinsatz

Ausbau mit merkbarem Holzeinsatz

Gut

Gut

Weingut Stefan Meyer, Rhodt, Pfalz 77 P. 2011 St. Laurent (0,75 l) € 6,– Cisterzienser Weingut Michel, Dittelsheim-Hessloch, Rheinhessen 77 P. 2011 St. Laurent trocken QbA € 5,90

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Weingut Beck – Hedesheimer Hof, Stadecken-Elsheim, Rheinhessen 79 P. 2009 Saint Laurent Jugenheimer Goldberg € 13,50 Ernst Bretz, Bechtolsheim, Rheinhessen 78 P. 2010 Bechtolsheimer Petersberg St. Laurent € 9,90

wein pur 19 •

Schweiz: Pinot noir

Unbekannte Schätze Pinot noir auf der Überholspur. Seit einigen Jahren ist sie die meistgepflanzte Rebsorte der Schweiz, noch vor Chasselas. Wir haben eine Auswahl der außerhalb der Schweiz kaum erhältlichen, raren Tropfen für Sie verkostet. Wann haben Sie das letzte Mal Schweizer Pinot getrunken? Oder sollte man die Frage anders formulieren: Wann waren Sie das letzte Mal in der Schweiz? Schweizer Weine werden großteils innerhalb der Landesgrenzen getrunken, nur etwa ein bis zwei Prozent überschreiten die Grenze, einige davon nach Deutschland und Österreich. Die „Vinea“, der Salon der Schweizer Weine, bietet jährlich im Walliser Sierre – 2012 erstmals für zwei Tage – die Möglichkeit, sich auf eine faszinierende Reise durch die Schweizer Weinwelt zu machen. Rund 150  Schweizer Winzer präsentieren ihre besten Weine in den Straßen von Sierre, die größte Freiluft-Vinothek lädt zum Verkosten ein. Zusätzlich wurden dieses Jahr die prämierten Weine des Concours Mondial des Pinots vorgestellt. Wir nutzten die Gelegenheit und legten unseren Fokus auf die Nummer 1 der Schweizer Rebsorten: Pinot noir.

Die Nummer 1

3 verschiedene Herkünfte - 3 ausgezeichnete und repräsentative Pinot noir. Schweizer Winzer setzen auf die launische Diva aus dem Burgund, die die Fähigkeit besitzt ihre Herkunft perfekt auszudrücken.

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Mit rund 4.500 ha und ca. 30 % der Schweizer Weinbaufläche ist Pinot noir (auch Blauburgunder oder Clevner in der Ostoder Deutschschweiz) seit einigen Jahren die Nummer eins im Rebsortenspiegel der Schweiz, noch vor Chasselas. Grund dafür

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Text: Gerhard Gruber Fotos: Dejnega, Gruber

ist die Tatsache, dass die Sor te in allen Weinregionen angebaut wird, von Genf bis Schaffhausen, vom Aargau bis ins Wallis. Selbst im Tessin, der „Merlot-Hauptstadt“ der Schweiz, sind einige Hektar der roten Edelrebe zu finden. Die unterschiedlichen Regionen mit verschiedenem Klima und vielfältigen Böden führen auch zu unterschiedlichen Typen. Der gemeinsame Nenner der Schweizer Pinots scheint aber die größte Qualität der Rebsorte zu sein: Eleganz und komplexe Fruchtaromatik. Trotz unterschiedlicher Vinifikationsmethoden besitzt sie die Fähigkeit, ihre Herkunft perfekt auszudrücken. Nicht weniger als 11 der 50 Mitglieder des „Mémoire des Vins Suisses“, der Schatzkammer des Schweizer Weins, sind es ihres Pinot noir wegen. Ein deutlicher Ausdruck der hohen Qualität und des hohen Stellenwerts des Schweizer Pinot noir.

Grands Crus Im Jahre 1993 wurde als erster Kanton in Wallis, der größten Weinbauregion der Schweiz, das Appellations-System AOC eingeführt. In einigen Kantonen wie zum Beispiel Waadt und Wallis gibt es für privilegierte Lagen die Stufe Grand Cru, die höchste Klassifizierungsstufe, die durch Gemeindereglement festgelegt wird. Salquenen (Salgesch) im Herzen des Wallis war die erste Gemeinde, die Grands Crus definierte. Die kargen, kalk- und magnesiumhaltigen Böden des Salgescher Felssturzes bieten hervorragende Bedingungen für exzellente Pinots noirs. Olivier Mounirs Salgescher Pinot noir Grand Cru mit engmaschiger Struktur, feinem Säurebogen und rotbeerigen Fruchtaromen ist ein ausgezeichneter und typischer Vertreter. Eine Exper tenkommission untersucht und begutachtet für jeden Jahrgang alle Grand-Cru-Parzellen. So auch in Vétroz, eine Ursprungsbezeichnung gültig für vier Rebsorten, u. a. für Pinot noir. In der Lage Balavaud wächst der vorzügliche Grand Cru von Jean-René Germanier. Ein vielschichtiger, straffer und mineralischer Pinot. Als Besonderheit sei hier der Walliser AOC Dôle erwähnt, in dem reinsortig Pinot noir oder ein überwiegender Anteil von Pinot noir und Gamay enthalten ist und der Grand-Cru-Status besitzt.

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Gérald Besse, Herr über großartige Terrassenweinberge am Fuße des Mont Blanc

Die Familie von Olivier Mounir war Mitinitiator des ersten Grand Cru der Schweiz

„Bündner“-Projekt

Pinitium

Die Bündner Herrschaft mit knapp 400 ha Weingärten im Osten der Schweiz an der Grenze zu Österreich ist bestens geeignet für hervorragende Pinots noirs. Fläsch, Jenins, Zizers, Maienfeld und Malans sind die Gemeinden, in denen Winzer wie Gantenbein, Lampert, Donatsch, Hermann oder Casanova hervorragende Blauburgunder keltern, die internationale Vergleiche nicht zu scheuen brauchen. Intensive Sonneneinstrahlung am Tag sowie kühlende Fallwinde in der Nacht sind optimale Voraussetzungen für die Aromenausbildung in den Trauben. Auf den tiefgründigen, kalkreichen Böden über Bündnerschiefer fühlt sich Pinot noir besonders wohl. Zu einem spannenden Projekt haben sich fünf befreundete Bündner Winzer zusammengeschlossen. Hanspeter Lamper t, Marco Casanova, Hansruedi Adank und Ueli & Jürg Liesch assemblieren ihr jeweils bestes Fass ihres Pinot noir zu einem Wein. Ergebnis der Selektion der besten Trauben ist der PINOT RhEIN mit dem Ziel einer höchstmöglichen Typizität für einen Pinot noir aus dem Bündner Rheintal. Von dem Wein soll es nie mehr als 3.500 Flaschen geben. Jahrgang 2010 ist ein exzellenter Wein, der dem gestellten Anspruch einer langen Lagerfähigkeit sicherlich gerecht wird.

Pinitium steht für Pinot noir und Initiative (lat. Initium). Es ist eine Initiative von vier ambitionierten Winzern aus der Großregion Zürich Unterland/Thurgau, die ihr ganzes gemeinsames Wissen zusammenbringen, um kompromisslos qualitative Topweine aus der Sorte Pinot noir zu erzeugen. Der gemeinsame Wein – Findling – wird aus Trauben der besten Lots der Betriebe selektiert und assembliert. Je nach Jahrgang werden die Anteile der Winzer unterschiedlich gewichtet. Ziel ist es, die Eigenheiten jedes Jahrgangs mit den unterschiedlichen Stärken jeder einzelnen Region mit ihrem Mikroklima auszugleichen. So wird ein Maximum an Kontinuität sichergestellt, ohne dass der typische Charakter der Pinitium-Weine verwässert wird. So weit die Theorie. In der Praxis präsentierte sich der Findling des Jahrgangs 2009 als eleganter, engmaschiger Pinot mit straffem Tanningerüst und guter Länge. Absolut zu empfehlen.

Unterschiedliche Stile „Soutirage anstelle einer Filtration, natürliche Klärung durch mehrmaliges Umziehen sowie Verzicht auf strapazierende Kelterungstechniken – eine Vinifikation wie zu Großvaters Zeiten“, so charakterisiert Diego Mathier die Vinifikation seines Pinot

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Schweiz: Pinot noir

Die älteste Domäne der Familie Rouvinez, Colline de Géronde wird zu 100% mit Pinot noir bepflanzt.

noir Non filtré Oskar Mathier. Der Wein aus „ Grand-Cru-Trauben“ wird in großen Behältnissen vinifiziert, bewusst wird auf den Ausbau in Barriques verzichtet. Das Ergebnis ist ein klassischer Pinot mit charakteristischen Fruchtaromen, die voll zum Tragen kommen, deutlichem Säurebogen und feinen Tanninen. Ein ausgewogenes, harmonisches Ergebnis. Im Gegensatz dazu wird sein Ambassadeur des Domaines Adrian Mathier für mehr als ein Jahr in neuen französischen Eichenfässern zu je 228 Liter gelager t. Vielschichtige, reife Fruchtaromen: Erdbeere, Kirsche und Himbeere, dazu feine Röstaromen. Ein komplexer Wein mit straffen

Tanninen und viel Druck am Gaumen. Zwei Mal ausgezeichneter Wein, unterschiedliche Stile und doch typisch Schweizer Pinot noir.

Zum Schluss Schweizer Wein hat mit dem Vorurteil zu kämpfen, überteuert zu sein. Die Auswahl der verkosteten Pinots lässt diesen Schluss nicht zu. Im Bereich von € 15,– gibt es ausgezeichnete Pinots noirs, die viel Trinkvergnügen bereiten und auch anspruchsvolle Gaumen erfreuen. Die Top-Pinots noirs unserer Auswahl bewegen sich in einem Preissegment, das internationalen Vergleichen standhält.•

Schweizer Pinot noir.pur Auf dem Salon der Schweizer Weine – VINEA am 31. August & 1. September 2012 in Sierre im Wallis verkostete Redakteur Gerhard Gruber die aktuell auf dem Markt befindlichen Pinots noirs der ausstellenden Winzer. Zusätzlich wurde eine Auswahl von prämierten Weinen des Concours Mondial des Pinot vorgestellt. Daniela Dejnega hat beim Event „Mémoire & Friends“ im Kongresshaus Zürich Ende August 2012 ebenfalls als Schwerpunkt Pinot noir verkostet. Die Preise in Euro sind mit dem Umrechnungsfaktor 0,83 der angegebenen Ab-Hof-Preise angegeben und können in geringem Umfang schwanken.

Erich & Katharina Andrey, Ligerz 2009 Vieille Vigne Barrique Bielersee AOC € 24,50 Helles Rubinrot, dezente Orange-Reflexe. Kaffee (Mokka) und würzige Aromen dominieren, danach Sauerkirsche und Himbeere. Holz-Aromen derzeit sehr dominant. Engmaschig und gute Länge. Les Frères Dutruy, Founex 2009 Les Romaines Grande Réserve € 22,– Rubinrot mit dunklem Kern. Deutliche Röstaromen mit würzig-fruchtigen Anklängen, dezent Himbeere. Zupackende Tannine dominieren am Gaumen. Gute Länge, noch sehr jung. Weingut Alter Berg, Tegerfelden 2009 Tegerfelder Barrique Aargau AOC € 19,10 Rubinrot mit dunklem Kern. Intensive Fruchtaromatik (fast

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parfümiert), dezente Röstaromen. Elegante Struktur, gute Länge. Ein typischer Aargauer. Pinitium 2009 Findling € 24,10 Selektion aus den besten Lots der Pinitium-Betriebe. Einladende Aromen nach Hagebutte, Kirsche und Röstaromen, sehr präzise. Elegant und engmaschig, straffes Tannin, gute Länge. Braucht Zeit. Frédéric Dumoulin, Uvrier 2011 Valais AOC Helles Rubinrot. Intensiv fruchtig, Kirsche, Himbeere, feine Würze. Eleganter, frischer und trinkanimierender Wein, engmaschig und gute Länge. Claudy Clavien, Miège 2010 La Part des Anges Valais AOC € 23,30 Auswahl der besten Trauben. Präzise Fruchtaromen, Him-

beere, Kirsche, Waldbeeren. Tolle Struktur, kerniges Tanningerüst, schon sehr harmonisch. Macht richtig Spaß. Komplexer, vielschichtiger Wein, exzellent. Gregor Kuonen, Salgesch 2010 Grand Cru de Salquenen Valais AOC € 20,70 Rubinrot mit dunklem Kern. Intensive, reife Fruchtaromen. Sehr saftiger, kräftiger Wein mit guter Länge. Wirkt jugendlich und verschlossen. Schlossgut Bachtobel 2010 No. 2 Thurgau AOC € 22,50 Charakteristische Würze, roter Pfeffer und zart Wacholder. Straffer Säurebogen, pikante Frucht, von kraftvoller Eleganz. Dezenter Holz-Einsatz, feinmineralisch, ausgezeichnet lang.

2010 No. 3 Thurgau AOC € 26,70 Schwarzkirschen, Zimtstange und Moos. Kräftige Würze umgibt die knackige Säure, strahlend frisch, seidige Tannine, lebendiges Spiel bis ins Finale. Trinkanimierend auf höchstem Niveau. Cicero Weinbau, Zizers 2010 Cicero Graubünden AOC € 21,– Ausgeprägte Beeren-Frucht, Rote Johannisbeeren und Minze, sehr einladend. Prägnanter Säurebogen, erfrischend unkompliziert; anregendes, leicht raues Finale. Weingut Donatsch, Malans 2010 Passion Graubünden AOC € 25,– Frische Frucht, Waldbeeren, fast traubig. Saftige Pikanz am Gaumen, von röstigen Noten unterlegt, lebendige Säure unter-

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Weinbeschreibungen: Daniela Dejnega, Gerhard Gruber

streicht feine Kräuter-Würze, feinkörniges Tannin, toll balanciert. 2009 Passion Graubünden AOC € 25,– Intensive Frucht, Kirsche und Waldbeeren, dezente Röstaromen. Kräftiger Körper, wirkt heiß, sehr saftig. Braucht viel Zeit im Glas zur Entfaltung. Straffes Tannin, gute Länge. Peter & Rosi Hermann, Fläsch 2009 Fläscher Selection Graubünden AOC € 22,50 Dunkelwürziger Stil, Duft nach Waldkräutern und reifen Zwetschken, Powidl. Kräftiger Körper, fester Grip am Gaumen, ein wenig sperrig, von rustikalem Charme im Finish. Litwan Wein, Schinznach Dorf 2009 Thalheim Chalofe Aargau AOC € 24,20 Vielfältiger Duft, Heidelbeeren und Himbeeren, rauchig unterlegt, zar te ledrige Note. Fruchtschmelz am Gaumen, kerniger Zug, eigenständig. Mineralisch, Lakritze im langen ­Finale. Pinot R(h)ein, Maienfeld 2010 Pinot RhEIN Graubünden AOC € 43,30 Spannendes Gemeinschaftsprojekt von vier Weingütern. In der Nase reife Kirschen und Moosbeeren, Zimt und würzige Waldluft. Pikante Säure, spannt einen weiten Bogen, griffige Tannine, tolle Länge. Cave du Rhodan – Mounir Weine, Salgesch 2009 Grand Cru Valais AOC € 20,80 Waldbeeren, florale Noten und Trockenblumen. Rotbeerige

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Frucht am Gaumen, frischer Säurebogen, guter Grip.Von noblem Charakter, kraftvoll und elegant, anregender Abgang. 2009 Fût de Diogène Valais AOC € 22,80 Der beste Pinot des Hauses. Kirsche, Himbeere und zarte Röstaromen in der Nase. Vielschichtig mit toller Struktur am Gaumen, eleganter Säurebogen.Viel Druck und gute Länge. Adrian & Diego Mathier, Salgesch 2011 Lucifer AOCV € 14,60 Präzise Fruchtaromatik, rote Beeren, ein Hauch von Lakritze. Am Gaumen engmaschig und straff, noch sehr jung. Schöner Säurebogen. 2011 Non filtré Oskar Mathier AOCV € 17,40 Traditionelle Vinifikation, „wie zu Großvaters Zeiten“. Sehr intensiv fruchtige Aromen, Kirsche und Cassis. Dezente Würze. Saftig fruchtig am Gaumen, gutes Gerbstoffgerüst. Gute Länge. 2011 Les Pyramides, Réserve de Salquenen AOCV € 19,10 Saftige Kirsch-Frucht. Zupackend am Gaumen, tolle Balance aus Kraft und Eleganz. Vielschichtig und langer Abgang. Ausgezeichnet. 2009 Ambassadeur des Domaines Diego Mathier AOCV € 30,70 Vielschichtige, reife Fruchtaromen: Erdbeere, Kirsche und Himbeere, dazu Röstaromen. Spannender Säurebogen, reife, noch etwas straffe Tannine, viel Druck am Gaumen mit guter Länge. Komplexer, toller Wein.

Maurice Zufferey, Muraz-sur-Sierre Clos de la Combettaz € 13,30 Ein ganzer Fruchtkorb, vielschichtig und einladend. Geniale Kombination aus Frucht und feinem Gerbstoff, toller Säurebogen. Macht viel Druck, gute Länge. Spaß auf sehr hohem Niveau. 2010 Tzanio € 18,30 Preiselbeere, Kirsche, deutliche Röstaromen, Vanille und dezent rauchig. Markantes, feinkörniges Tannin, sehr druckvoll am Gaumen. Toller Säurebogen, bereits sehr elegant. Braucht noch Zeit. Anne-Catherine & Denis Mercier, Sierre 2011 Valais AOC € 15,40 Reife Fruchtaromatik, Himbeere, sehr offen. Im ersten Moment leicht und fruchtig, dann zupackend; lässt nicht mehr locker. Eleganz gepaart mit viel Druck am Gaumen. Trinkspaß auf sehr hohem Niveau.

2010 Pinot Noir de Sierre € 13,60 Feine Fruchtaromatik: Himbeere und Kirsche, dazu feine Würzaromen. Sehr einladend, auch am Gaumen. Wirkt frisch, zudem elegant bei mittlerem Körper. C. Varonier & Söhne, Varen 2010 Barrique Non filtré Valais AOC € 19,90 Kirsche und Himbeere, dazu deutliche Röstaromen. Üppige Struktur, straffe Tannine, salzige Anklänge. Legt deutlich zu im Glas. Enormer Druck, tolle Länge. Ausgezeichnet. Markus & Sonja Lampert, Maienfeld 2010 Barrique Graubünden AOC € 22,40 Einladende Fruchtaromatik, dezente Würze, sehr offen. Am Gaumen Eleganz mit Power gemischt, tolle Struktur und Länge. Holz sehr gut eingebunden. Lebendig, trinkanimierend. Tolles Niveau.

Gérald Besse, Martigny-Combe 2011 Calvaire € 14,50 Rubinrot, feinfruchtige Aromen nach Erdbeere, Himbeere und Weichsel. Engmaschig mit festen und reifen Tanninen, saftig fruchtig. Elegant und harmonisch, macht viel Spaß.

Jean-René Germanier, Vétroz 2011 Balavaud Grand Cru € 14,10 Vielschichtige, einladende Fruchtaromatik, dezent rauchig. Engmaschig, straff, mineralisch mit schönem Säurebogen, sehr gute Länge. Vibriert. TopPinot noir.

Rouvinez, Sierre 2010 Colline de Géronde € 17,90 Duft nach reifen Kirschen, feine Würzaromen. Saftig fruchtig am Gaumen, zarte mineralische und rauchige Noten. Reifes, feines Tannin. Elegant, mittlere Dichte und gute Länge.

Jean-Claude Favre, Chamoson 2011 Sélection Excelsus € 14,10 Kirsche, Holunder und fein würzige Aromen. Sehr saftig, weich und geschmeidig, ohne Ecken und Kanten. Eleganz.pur. Sehr trinkanimierend.

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wein.pur und das Grand Casino Baden laden zur Trophy-Verleihung und Weinpräsentation mit den Topwinzern aus der großen Verkostung „Pinot noir & St. Laurent “ sowie „Süßwein.pur“. 20 Weingüter präsentieren ihre Siegerweine und andere Spitzenweine aus ihrem Sortiment.

„Pinot noir, St. Laurent & Süßweine“ Donnerstag, 24. Jänner, 18.00 Uhr Grand Casino Baden, Casineum, Kaiser-Franz-Ring 1 Eintritt frei! 20.30 Uhr: Trophy-Verleihung & Gewinnspiel – wir verlosen 3 x 6 Flaschen der Sieger-Weine! Tipp: Verbinden Sie Ihr Spiel mit einem exquisiten Dinner und lassen Sie sich mit kulinarischen Genüssen von Do & Co verwöhnen. 20 Top-Weingüter wie Juris, Wieninger, Auer, Allram, Goldenits, Castell Sallegg, Gut Oberstockstall, Müller, Paulinshof, Sauer, Salzl Seewinkelhof, Schreiner, Wallner, Weber u. a. präsentieren im Grand Casino Baden ihre Spitzenweine. Die nächste Präsentation von wein.pur im Casino: Donnerstag, 21 März 2013 – die Besten Weingüter aus der Verkostung „Weißburgunder.pur“ PS: Don’t drink and drive – der Bus Nr. 360 der Wiener Lokalbahnen fährt stündlich zwischen Oper und Casino Baden. Die Fahrzeit beträgt ca. 45 Minuten. Eintritt im Rahmen der Besuchs- und Spielordnung.Volljährigkeit und amtlicher Lichtbildausweis erforderlich.

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