Literaturrecherche Arbeit

Christoph Menke, Robert Pfaller, René Pollesch, Juliane Rebentisch, Andreas Reckwitz und Dieter. ThomäEigenverantwortung, Initiative, Flexibilität, Beweglichkeit, Kreativität sind die heute entscheidenden gesellschaftlichen Forderungen, die die Individuen zu erfüllen haben, um an der. Gesellschaft teilnehmen zu können ...
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Sichler, Ralph: (2006) Autonomie in der Arbeitswelt. Psychologie und Beruf; Vandenhoeck & Ruprecht Ein integratives Autonomiemodell erschließt das dynamische Wechselspiel von Selbstverwirklichung, Selbstorganisation und Verantwortung bei der individuellen Ausgestaltung von Arbeit und Lebensführung. Welche Bedeutung hat Autonomie in der heutigen Arbeitswelt? Die bislang vorherrschende psychologische Perspektive auf den Arbeitsplatz allein genügt nicht mehr, um die Frage nach den Möglichkeiten von Selbstbestimmung im Beruf zu klären. Der Blick ist vielmehr auf das individuell auszugestaltende Verhältnis von Arbeit und Lebensführung zu richten. Vor dem Hintergrund eines erweiterten Autonomiekonzepts wird das Verhältnis von sozialer Integration und Unabhängigkeit, von Fremd- und Selbstbestimmung diskutiert.

Bröckling, Ulrich: Das unternehmerische Selbst: (2007) Soziologie einer Subjektivierungsform; suhrkamp Die Maxime »Handle unternehmerisch!« ist der kategorische Imperativ der Gegenwart. Ein unternehmerisches Selbst ist man nicht, man soll es werden. Und man wird es, indem man sich in allen Lebenslagen kreativ, flexibel, eigenverantwortlich, risikobewußt und kundenorientiert verhält. Das Leitbild ist zugleich Schreckbild. Was alle werden sollen, ist auch das, was allen droht. Der Wettbewerb unterwirft das unternehmerische Selbst dem Diktat fortwährender Selbstoptimierung, aber keine Anstrengung vermag seine Angst vor dem Scheitern zu bannen. Ulrich Bröcklings grundlegende soziologische Studie nimmt diese Ambivalenz in den Blick und spitzt sie zu einer Diagnose der gegenwärtigen Gesellschaft zu.

Christoph Menke: (2012) Kreation und Depression: Freiheit im gegenwärtigen Kapitalismus; Kulturverlag Kadmos Mit Beiträgen von Luc Boltanski , Ulrich Bröckling, Ève Chiapello, Gilles Deleuze, Diedrich Diederichsen, Alain Ehrenberg, Carl Hegemann, Tom Holert, Axel Honneth, Michael Makropoulos, Christoph Menke, Robert Pfaller, René Pollesch, Juliane Rebentisch, Andreas Reckwitz und Dieter ThomäEigenverantwortung, Initiative, Flexibilität, Beweglichkeit, Kreativität sind die heute entscheidenden gesellschaftlichen Forderungen, die die Individuen zu erfüllen haben, um an der Gesellschaft teilnehmen zu können. Sie haben das alte Disziplinarmodell der Gesellschaft ersetzt, ohne dabei freilich die Disziplin abzuschaffen. An die Stelle einer Normierung des Subjekts nach gesellschaftlich vorgegebenen Rollenbildern ist der unter dem Zeichen des Wettbewerbs stehende Zwang zur kreativen Selbstverwirklichung getreten. Es scheint, dass sich Einstellungen und Lebensweisen, die einmal einen qualitativen Freiheitsgewinn versprachen, inzwischen so mit der aktuellen Gestalt des Kapitalismus verbunden haben, dass daraus neue Formen von sozialer Herrschaft und Entfremdung entstanden sind. Innere Leere, gefühlte Minderwertigkeit, Antriebsschwäche scheinen die Kehrseite der Erwartung zu sein, die Einzelnen mögen sich unabhängig von ihren jeweiligen sozialen Voraussetzungen in der Teilnahme am gesellschaftlichen Reproduktionsprozess zugleich flexibel und kreativ selbst verwirklichen. Durch diese Entwicklung ist insbesondere ein Verständnis menschlicher Freiheit in die Krise geraten, das sich aus Erfahrungen und Figuren des Ästhetischen speist: Aus der Perspektive der aktuellen Gesellschaftskritik ist die individualistische Auflehnung gegen das soziale Gesetz nach dem Modell der "Künstlerkritik" (Chiapello) heute ebenso problematisch wie die romantische Tradition, in der sie steht. Aber wie verhalten sich die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen tatsächlich zu diesen ästhetischen Modellen und Traditionen der Kritik? Der Band widmet sich dem Stand ästhetischer Freiheit aus soziologischer, philosophischer, kulturtheoretischer und historischer Perspektive.

Sennett, Richard: (2006) Die Kultur des neuen Kapitalismus; Berlin Verlag Laut Richard Sennett zeigen sich die psychologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen des Kapitalismus darin, wie Institutionen organisiert sind und wie die Menschen in ihnen leben. »Der neue Kapitalismus« betrifft ein soziologisches Ganzes und nicht bloß Wirtschaft und Technologie. In Fortführung seines Bestsellers Der flexible Mensch zieht Richard Sennett eine ebenso bestechende wie provokante Bilanz seiner langjährigen Beschäftigung mit den Folgeerscheinungen des Kapitalismus.

Schmidt, Robert: Soziologie der Praktiken: Konzeptionelle Studien und empirische Analysen, suhrkamp Praxistheoretische Zugänge formulieren neuartige theoretische und empirisch-analytische Perspektiven und finden in den Sozial- und Kulturwissenschaften in den letzten Jahren zunehmende Beachtung. Die Aufweichung von epistemologischen Gegensätzen, die die Sozialwissenschaften nach wie vor spalten, sowie ein empirisch orientiertes und methodologisch ausgerichtetes Verständnis von Theorie sind ihre Hauptkennzeichen. Robert Schmidt wendet diese Konzeptionen in unterschiedlichen Forschungskontexten aus den Bereichen des Sports (Handball, Inlinehockey, Triathlon) und der Arbeitswelt (in einem Büro für Software-Entwicklung) an. Es ergeben sich spannungsreiche Konstellationen, an denen sich die Leistungsfähigkeit einer Soziologie der Praktiken beweist.

Beck, Ulrich: (2007) Schöne neue Arbeitswelt, suhrkamp Der Traum von der Vollbeschäftigung ist ausgeträumt. In der neuen Realität sind die Hiobsbotschaften des Arbeitsmarkts die Siegesmeldungen der Börsen. Milliardengewinne sind kein Hinderungsgrund für Massenentlassungen. Diese Tatsachen haben fundamentale Konsequenzen für Staat und Gesellschaft. Der McKinsey-Kapitalismus von Deutscher Bank, Allianz und BenQ-Siemens stürzt Wirtschaft und Gesellschaft in eine Glaubwürdigkeitskrise. Selbst Porsche-Chef Wendelin Wiedeking warnt: "Das kann dazu führen, daß unsere ganze Gesellschaft instabil wird." Wer heute über Arbeitslosigkeit nachdenkt, darf sich nicht in den alten Streitbegriffen vom "zweiten Arbeitsmarkt", der "Senkung der Lohnkosten2 oder der "Staatsquote" verfangen. Auch ein Turbowachstum wird die gute alte Vollbeschäftigungsgesellschaft nicht wiederbeleben. Ulrich Beck stellt die brisanten Fragen: Wie wird ein sinnvolles Leben möglich, auch wenn man keinen Arbeitsplatz findet? Also: Wie wird Demokratie jenseits der Vollbeschäftigungsgesellschaft möglich?

Bourdieu, Pierre: (2006/1996) Reflexive Anthropologie, suhrkamp

Hasse; Raimund: Neo-Institutionalismus, transcript Der soziologische Neo-Institutionalismus hat seine Ursprünge in der US-amerikanischen Organisationssoziologie. Im Vordergrund stehen Fragen des institutionellen Wandels und des gesellschaftlichen Umgangs mit institutionellen Vorgaben. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf der gesellschaftlichen Durchsetzung und Einbettung vorherrschender Grundüberzeugungen rationalen Handelns. Die Insignien moderner Rationalität werden in ganz unterschiedlichen Handlungsbereichen aufgespürt. Der Band führt in die Grundlagen des Neo-Institutionalismus ein, er beschreibt die wichtigsten empirischen Ergebnisse und diskutiert theoretische Weiterentwicklungen. Darüber hinaus werden in der vorliegenden zweiten Auflage Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Netzwerksoziologie, zu den Strukturtheorien von Giddens und Bourdieu sowie zur Systemtheorie Luhmanns benannt.

Baecker, Dirk: (2011) Organisation und Störung: Aufsätze; suhrkamp Organisation ist die Herstellung und Aufrechterhaltung von Ordnung. Diese Ordnung ist aber ohne die dauernde Behebung von Störungen und – wichtiger noch – ohne ihre Vorwegnahme im Routineablauf der Organisation nicht zu denken. Wenn die Organisation einer Behörde, eines Krankenhauses, einer Schule oder eines Unternehmens nicht von außen gestört wird, muß sie sich also selbst stören, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Dirk Baecker zeigt in diesem Band unter anderem, was aus dieser Überlegung folgt, nämlich daß Führung und Management nichts anderes sind als die geordnete Störung einer Organisation. Dirk Baecker (Prof. Dr.)studierte Nationalökonomie und Soziologie an den Universitäten Köln und Paris-IX (Dauphine); Promotion und Habilitation an der Universität Bielefeld. Nach Lehrtätigkeit an der Fakultät für das Studium fundamentale der Universität Witten/Herdecke heute Inhaber des Lehrstuhls für Kulturtheorie und -analyse an der Zeppelin University, Friedrichshafen. Arbeitsschwerpunkte: soziologische Theorie, Theorie der Gesellschaft, Wirtschafts- und Organisationssoziologie. Außerdem Baecker, Dirk: ‚Postheroisches Management‘ im Merve Verlag Dörre, Klaus: (2012) Kapitalismustheorie und Arbeit: Neue Ansätze soziologischer Kritik; Der Gesellschaftstheorie ist die Arbeit und mit ihr die empirische Fundierung abhanden gekommen, der Arbeitssoziologie die Theorie - so der Befund der Herausgeber dieses Bandes. Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisse sind vielfältiger und unsicherer geworden. Zugleich gewinnen Arbeitsund Verteilungskämpfe an Schärfe. Um diese Veränderungen angemessen zu erfassen, bedarf es innovativer Impulse aus der Kapitalismusanalyse, so wie diese ihrerseits von der Arbeitssoziologie lernen kann. Die Autorinnen und Autoren liefern eine Bestandsaufnahme der aktuellen theoretischen Ansätze, um Kapitalismus und Arbeit wieder zusammenzudenken. Rorty, Richard: (1991) Kontingenz, Ironie und Solidarität; suhrkamp Dieses Buch versucht zu zeigen, wie es aussieht, wenn wir die Forderung nach einer Theorie, die das Öffentliche und das Private vereint, aufgeben und uns damit abfinden, die Forderung nach Selbsterschaffung und nach Solidarität als gleichwertig, aber inkommensurabel zu betrachten. Elster, Frank: (2007) Der Arbeitskraftunternehmer und seine Bildung. Zur (berufs-)pädagogischen Sicht auf die Paradoxien subjektivierter Arbeit; transkript »Ich-AG«, »Selbst-GmbH«, »Arbeitskraftunternehmer« – Schlagworte wie diese prägen die Debatte um das neue »unternehmerische« Bild von Lebensführung und Arbeitswelt. Zu dessen (berufs)pädagogischen Konsequenzen liegt nun eine umfassende interdisziplinäre Analyse vor. Der multiperspektivische Ansatz zwischen Berufspädagogik und Bildungstheorie, Arbeitssoziologie und Subjektphilosophie macht theoretische Schwächen der Einzeldisziplinen deutlich und arbeitet die Ausbeutbarkeit des Arbeitskraftunternehmers heraus. Dessen Bildung kann nur paradox bestimmt werden: Sie erweist sich genau dann als funktional, wenn sie nicht nur funktional ist. Thoma, Michael: (2011) Entwürfe des wirtschaftspädagogischen Subjekts. Anders-Konzeption aus poststrukturalistischer Perspektive Das Konstrukt der ‚beruflichen Handlungskompetenz’ ist in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung der Berufs- und Wirtschaftspädagogik seit Jahrzehnten zentraler Ankerpunkt didaktischer Konzepte und deren unterrichtspraktischer Umsetzung. Der Einzelne wird hierbei als ein autonomes, wirkmächtiges und mit bestimmten Freiheitsgraden versehenes Individuum konzeptualisiert. Michael Thoma rekonstruiert aus einer genealogisch-historischen Perspektive und unter Rückgriff auf Michel Foucault, wie es zu diesem Leitziel gekommen ist. Der Blick richtet sich dabei insbesondere auf den Etablierungsprozess und damit auf die ‚Normalitätsproduktion’ sowie auf Ein- und Ausschlussmechanismen entlang dieses Prozesses. Darüber hinaus zeigt er, anhand welcher Verfahren eine bestimmte Subjekt-Form durch gegenwärtig etablierte Unterrichtspraktiken ihre Konturen annimmt.

Gabriele Wagner, Philipp Hessinger: (2008) Ein Neuer Geist Des Kapitalismus?: Paradoxien und Ambivalenzen Der Netzwerkökonomie In den Sozialwissenschaften werden seit etwa 15 Jahren die Perspektiven der modernen postindustriellen Gesellschaften verstärkt unter den Stichworten Netzwerkgesellschaft und Netzwerkkapitalismus diskutiert. Der oft vertretenen These vom Verschwinden des Sozialen - im Zuge einer fortschreitenden Deregulierung und Optionalisierung der Arbeits- und Konsumsphäre - steht die Gegenthese vom Aufkommen eines Neuen Geistes des Kapitalismus gegenüber. Es ist nun eine offene Frage, ob die kulturellen und sozialen Spannungsmomente, welche in diesem Kontext identifiziert werden können, einen Leitfaden an die Hand geben, um die Ambivalenzen und Paradoxien der heutigen Netzwerkökonomie analysierbar und verstehbar zu machen. DARIN: Management, Governance und Netzwerke // Zitat MIT Thomas Malone manifest Priddat, Birger: (2010) Organisation Als Kooperation Organisationen organisieren Kooperation. Das ist ihre entscheidende Leistung. Kooperation heißt: Zusammenarbeit. Hierarchische Formen der Leitung sind nötig, um die verschiedenen, arbeitsteilig zusammengefassten Kompetenzen, die sich auf natürliche Weise nie begegnen würden, in einen Kooperationsmodus zu bringen, der sich von alleine nicht herstellt. Hierarchische Formen der Leitung sind aber zugleich auch vertikale Trennungen und Störungen der Kooperation: Wer nach oben Karriere macht, verlässt den horizontalen Kooperationsmodus. Die Kooperation motiviert zu halten, ist eine Kunst des Managements – umso mehr, je stärker netzwerkartige Formen der Organisation auftreten. Die Organisation als Kooperation nachhaltig zu gewährleisten ist eine permanente Aufgabe, in der die soft factors‘ sich als das Härteste herausstellen.

Priddat, Birger: (2005) Unvollständige Akteure: Komplexer Werdende Ökonomie "Rational Choice" in multiplen Kontexten - Rationale Akteure in Ungewissheitsumgebungen Netzwerkmoral - Ökonomisches Wissen zwischen Entscheidung und Kontext - Modernes Vertrauen Wieviel Soziologie enthält die Institutionenökonomik? - Skizze zu einer synthetischen Theorie der Ökonomie - Das Neue - Über die Differenz von Versprechen und Vertrag - Moral als Ressource Transaktion, Kooperation, Kommunikation

Grundlagentexte ORGANISATIONSTHEORIE Weik, E. & Lang, R. (2001): Moderne Organisationstheorien. Eine sozialwissenschaftliche Einführung, Wiesbaden: Gabler Weik, E. & Lang, R. (2003): Moderne Organisationstheorien 2. Strukturorientierte Ansätze, Wiesbaden: Gabler Keenoy, T., Cliff, O. & Grant, D. (1997): Organizational Discourse: Text and Context, in: Organization 4(2), S. 147-157 Luhmann, N. (2000): Organisation und Entscheidung, Opladen: Westdeutscher Verlag Meyer, J.W. & Rowan, B. (1977): Institutionalized Organisations: Formal Structure as Myth and Ceremony, in: American Journal of Sociology Vol. 83, S. 340-363