Jahresmedienkonferenz 2006

Es gilt das gesprochene Wort. Referat von Hermann .... Kunden gründete die BKW zusammen mit der Groupe E im September 2005 das. Unternehmen cc ...
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Geschäftsjahr 2005

Es gilt das gesprochene Wort

Starke Marktpositionierung und gute Resultate

Referat von Hermann Ineichen, Leiter Geschäftsbereich Energie, anlässlich der Jahresmedienkonferenz vom 6. April 2006 Sehr geehrte Damen und Herren

In meinem Beitrag werde ich auf unser Energiegeschäft, d. h. auf die ProduktionsHandels- und Vertriebsaktivitäten der BKW FMB Energie AG (BKW) eingehen. Anschliessend orientiere ich Sie über den Abschluss einiger Projekte, wie den Kauf der onyx Mittelland AG und der Arnold AG sowie den Erwerb von Produktionskapazitäten im Ausland.

Ich beginne mit der Produktion.

Solider Produktionsmix Diese verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 0.5 TWh auf knapp 8.9 TWh. Diese Abnahme ist auf den Produktionsausfall des Kernkraftwerks Leibstadt sowie auf die geringere Erzeugung der Laufwasserkraftwerke zurückzuführen.

Die Wasserstromproduktion ging im Vergleich zum Vorjahr um knapp 2% auf 3.5 TWh zurück. Die BKW-eigenen Laufkraftwerke produzierten 0.8 TWh und die Partnerwerke 2.7 TWh. Die Stromproduktion aus Wasserkraft war einerseits gekennzeichnet durch sehr

hohe

Niederschlagsmengen

mit

Überschwemmungen

im

August,

und

andererseits durch die anschliessende Trockenperiode, die erst vor wenigen Tagen zu Ende ging.

Beim Hochwasser stiegen die Wasserstände sehr schnell an und überschritten teilweise Jahrhundertwerte. Aus Sicherheitsgründen stellten wir die Stromproduktion in den Wasserkraftwerken im Berner Oberland vorübergehend ein. Trotz grosser Belastungen und erhöhter Gefahren, haben unsere Mitarbeitenden diese schwierige

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Situation unfallfrei gemeistert und einen wichtigen Beitrag für eine sichere Versorgung geleistet.

Das Kernkraftwerk Mühleberg erzielte 2005 dank dem guten Zustand und der hohen Verfügbarkeit eine Produktion von knapp 2.86 TWh. Die geringfügige Abweichung zum Rekordjahr 2004 ist durch die etwas länger dauernde Jahresrevision begründet.

In dem von der BKW geführten Sonnenkraftwerk auf dem Mont-Soleil wurden im vergangenen Jahr rund 0.55 GWh Solarstrom produziert. Dies liegt im langjährigen Mittel. Angesichts des bereits vierzehnjährigen Betriebs des für Forschung und Entwicklung gebauten Sonnenkraftwerks, ist die erzielte Produktionsmenge im Jahr 2005 bemerkenswert.

Das Sonnenkraftwerk der BKW auf dem Dach des Stade de Suisse produzierte im ersten Betriebsjahr über 0.7 GWh. Dies entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von etwa 160 Haushalten. Unter dem Produktnamen 1to1 energy sun star konnten wir bereits zwei Drittel dieser Produktion kostendeckend verkaufen. Als Betreiber von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien wurde die BKW für die vorbildliche Integration der Anlage in das Stadion mit dem schweizerischen und dem europäischen Solarpreis ausgezeichnet.

Mit ihren acht grossen Windturbinen hat die Juvent, das von der BKW geführte, grösste Windkraftwerk der Schweiz im Berner Jura im Jahr 2005 über 7 Millionen Kilowattstunden Windstrom produziert. Diese gegenüber dem Vorjahr über 20 Prozent höhere Strommenge konnte dank den beiden neuen Grossturbinen erreicht werden trotz

ungünstiger

Windverhältnisse.

Die

Produktion

entspricht

etwa

dem

durchschnittlichen Jahresverbrauch von 1'700 Haushalten.

Der gesamte Stromabsatz der BKW nahm 2005 gegenüber dem Vorjahr um 3.3% auf insgesamt 19 TWh zu. Diese Zunahme fand in allen Absatzsegmenten statt, in unterschiedlicher Grössenordnung.

Im internationalen Handelsgeschäft haben wir von den Strompreissteigerungen von mehr

als

100%

und

den

starken

Preisvolatilitäten

profitiert.

Die

hohen

Primärenergiekosten für Öl, Gas und Kohle sowie die Einführung des CO2Zertifikatehandels trieben die Strompreise zunehmend in die Höhe. Das Ausmass der

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Preisentwicklung hat unsere Erwartungen übertroffen und gleichzeitig gute Chancen eröffnet.

In Europa steigt der Energieverbrauch kontinuierlich, ohne dass gleichzeitig zusätzliche Kraftwerke gebaut werden. Damit wird die bestehende Infrastruktur, insbesondere das Übertragungsnetz, immer mehr beansprucht. Diese Situation führte zu Engpässen an der Grenze zu Deutschland. Trotz dieser Kapazitätsbeschränkungen erhöhte sich der Handelsabsatz gegenüber dem Vorjahr um 3.2 % von 6.8 TWh auf über 7 TWh. Die Stromabgabe unserer Tochtergesellschaften in Italien und Deutschland stieg um 2.8 % auf knapp 3.8 TWh. Die Inbetriebnahme der Berninaleitung brachte der BKW mehr Transportkapazitäten nach Italien. Dadurch konnte die BKW von den relativ hohen Preisen im italienischen Markt vermehrt profitieren.

In der Schweiz erzielten wir mit 7.06 TWh einen neuen Rekordabsatz, 1.4 % mehr als 2004. Einerseits ist dies auf die Akquisition von Neukunden und andererseits auf die erhöhte Nachfrage bestehender Kunden zurückzuführen.

Die einzelnen Segmente verzeichneten unterschiedliche Wachstumsraten: Der Energieabsatz an unsere Vertriebspartner nahm um 2 % auf knapp 3.7 TWh zu, während der Absatz bei den Grossindustrie-Kunden bei 0.9 TWh eher konstant blieb (+ 0.5 %). Bei Privat- und KMU-Kunden erzielten wir ein Absatzplus von 1.4 % auf neu über 2.4 TWh.

Wir haben im letzten Jahr das Elektrizitätswerk Obwalden EWO und die Wasserwerke Zug WWZ als neue Kunden gewonnen. In einem offenen Markt ist es aber auch möglich, dass einer unserer Kunden den Lieferanten wechselt. Die Regio Energie Solothurn (RES), welche wir bis Ende 2005 indirekt zu 50 % beliefert haben, wird seit Beginn 2006 von einem anderen Lieferanten bedient.

Die Partnerschaft Youtility bezeichnet Erfolge nicht nur betreffend ihre Mitgliederzahl, wie Herr Rohrbach bereits erwähnt hat, sondern auch durch ihre Produkte und Dienstleistungen. Gemeinsam mit den 92 Youtility-Partnern erreichen wir mit dem Kundenmagazin energy forum rund eine Million Leserinnen und Leser. Diese Kundenzeitschrift wurde am 6. Juli 2005 in München im Rahmen des europäischen Wettbewerbs ausgezeichnet.

"Best

of

corporate

publishing" zudem

mit

dem

ersten

Preis

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Damit möchte ich meinen Bericht zum Energiegeschäft 2005 abschliessen und auf einige Projekte eingehen.

Gelebte Partnerschaften Für die gemeinsame Betreuung von rund einer halben Million Privat- und GewerbeKunden gründete die BKW zusammen mit der Groupe E im September 2005 das Unternehmen cc energie sa. Die neue Gesellschaft leistet einen wichtigen Beitrag zur Senkung der Betriebs- und Investitionskosten und gewährleistet eine effiziente Bearbeitung von Kundenanfragen der beiden Gründungsunternehmen. Als Vorbereitung auf die Marktöffnung hat die cc energie sa ihre Systeme so ausgerüstet, dass von nun an die Energie und die Netznutzung separat ausgewiesen und verrechnet werden können.

Im Einvernehmen mit dem Preisüberwacher hat die BKW die Netznutzung für alle Kundensegmente definiert, so dass wir nun in diesen beiden wesentlichsten Punkten, der Definition der Netznutzung und der Möglichkeit der getrennten Abrechnung von Energie und Netznutzung, auf die Marktöffnung vorbereitet sind. In

diesem

Zusammenhang

werden

die

Netznutzungspreise

gegenüber

den

ursprünglich berechneten Preisen um 11% reduziert. Für unsere Kunden hat diese Anpassung der Netznutzungspreise eine Preissenkung von durchschnittlich rund 2.5% zur Folge. Diese Preisreduktionen werden auf Oktober 2006 eingeführt, wobei die einzelnen Kundensegmente im folgenden Umfang profitieren werden: Für KMU-Kunden wird eine Preisreduktion in der Höhe von 6.5 Mio. Fr. zur Anwendung kommen. Die Vertriebspartner profitieren insgesamt mit 9 Mio. Fr. In diesen beiden Kundensegmenten kann es aber auch zu vereinzelten Aufschlägen kommen. Den Privatkunden wird ab Oktober 2006 ein Pauschalbetrag von jährlich 30.Franken gutgeschrieben, geteilt auf die zwei Halbjahresrechnungen. Diese Preisermässigung wird vorläufig auf eine Zeitdauer von 1 ½ Jahren begrenzt. Bei grossen Industriekunden müssen wegen den gestiegenen Marktpreisen und dem relativ geringen Anteil der Netznutzung schrittweise Preiserhöhungen im Umfang von 3 Mio. Fr. durchgeführt werden.

Insgesamt schlagen diese Preisanpassungen mit 20 Mio. CHF zu Buche.

Als Teil unseres Partnerschaftskonzeptes haben wir Ende Dezember 2005 zusammen mit drei Walliser Gemeinden die Aktiengesellschaft «Energieversorgung Talschaft Lötschen» gegründet. Damit konnten wir unsere Zusammenarbeit mit Walliser

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Gemeinden ausbauen. Das neue Unternehmen wird mit rund 9 GWh pro Jahr die Stromversorgung der Gemeinden Kippel, Ferden und Wiler mit ihren rund 1'400 Kunden sicherstellen. Die BKW hält 49 Prozent des Aktienkapitals der neuen Gesellschaft.

Mit dem Ziel, eine Mehrheitsbeteiligung an der onyx zu erwerben, haben wir die onyxAktien der Gemeinden Langenthal und Herzogenbuchsee erworben, ca. 40%. Auch allen anderen onyx- Aktionären haben wir ein Angebot unterbreitet. Bis heute konnten wir 40.3% im Aktienregister eintragen. Es ist damit zu rechnen, dass in den nächsten Wochen die 50% Marke deutlich überschritten wird. Dieser Kauf wurde nur durch ein Integrationskonzept ermöglicht, welches die Interessen sämtlicher betroffener Parteien berücksichtigt, nämlich

der Region

Oberaargau, der durch die onyx versorgten Gemeinden und Vertriebspartner und der onyx selber. Durch eine Verlängerung der Wertschöpfungskette werden wir mittel- bis langfristig die Dienstleistungen für unsere Kunden im Oberaargau effizienter erbringen können.

Mitte Dezember erwarb die BKW weitere 32% der Arnold AG in Selzach und wurde damit Mehrheitsaktionärin. Die Arnold AG ist eines der führenden Unternehmen der Schweiz

im

Bereich

Kabel-

und

Leitungsbau

für

Energie-

und

Telekommunikationsunternehmen. Damit sind wir zukünftig in der Lage unseren Vertriebspartnern neue Leistungen anzubieten.

Die onyx und die Arnold AG werden als selbständige Konzern-Gesellschaften der BKW-Gruppe geführt.

Wir sind uns bewusst, dass die Integration der zwei Unternehmen mit rund 280 Mitarbeitenden in die BKW- Gruppe eine anspruchsvolle Aufgabe ist. Sie wird uns im laufenden Jahr noch intensiv beschäftigen.

Seit einiger Zeit verfolgt die BKW das Ziel, den Kraftwerkpark in Italien im Bereich Wasser- und Gaskraftwerken auszubauen. Heute, am 6. April, hat die BKW von Elettra Holdings der italienischen Tochtergesellschaft des britischen Investors Hutton Collins 8 kleinere Wasserkraftwerke in den Provinzen Bergamo und Brescia erworben.

Die installierte Leistung dieser Kraftwerke beträgt insgesamt 42 MW und die durchschnittliche Jahresproduktion rund 135 GWh. Dies entspricht etwa der Leistung und der produzierten Energiemenge des Kraftwerkes Bannwil.

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Zusammen mit diesen Wasserkraftwerken sind auch zwei Projekte zum Bau von GUDAnlagen in den Regionen Venetien und Kampanien erworben worden. Die notwendigen Betriebs- und Umwelt-Genehmigungen sind beantragt.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!