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Beitrag

Gehirngerecht präsentieren So aktivieren Sie Ihre Zuhörer – auch bei schwierigen Vortragsinhalten Ob in Seminaren, bei größeren Veranstaltungen oder auch in täglich stattfindenden Meetings im Job – wir werden ständig mit „Präsentationen“ bombardiert. Viele davon sind erschreckend langweilig, überladen und zeitraubend! Im Ergebnis setzt eine richtiggehende „Gehirnlähmung“ ein: Das Zuhören und die Informationsaufnahme verlangsamt sich auf Schneckentempo. Dabei haben Sie es als Vortragsredner in der Hand, ob Ihre Zuhörer mit dem Schlaf kämpfen – oder ob Sie Ihr Publikum begeistern!

Wer präsentiert, möchte, dass seine Botschaft ankommt, dass die Zuhörer „Ja“ sagen zu dem, was sie gehört haben, dass sie zustimmen und überzeugt sind. Um das zu erreichen, brauchen Sie mehr als eine überlegte Ausgestaltung Ihrer Folien! Natürlich sollten Sie das „kleine 1x1“ bei der Gestaltung Ihrer PowerPoint Folien kennen und anwenden: Verwenden Sie nur wenige Worte pro Folie. Setzen Sie Bilder ein, die Emotionen wecken. Nützen Sie Grafiken, die leicht verständlich sind. Strukturieren Sie Ihre Inhalte übersichtlich. Seien Sie sparsam beim Einsatz von Effekten, Schriften und Farben. Allerdings reicht das allein nicht aus – Sie müssen Ihre auch Zuhörer beteiligen. „Ja klar“, denken Sie jetzt bestimmt, „das ist ja auch ein alter Hut“. Stimmt! Und trotzdem setzen es nur wenige um.

Dave Meier spricht in seinem Ansatz des Accelerated Learning1 vom SAVI-Ansatz beim Lernen. Beteiligen heißt hier, dass Zuhörer einer Präsentation auf vier Ebenen „aktiviert“ werden müssen.

So aktivieren Sie Ihre Zuhörer auf allen Ebenen: • Lassen Sie Ihre Zuhörer einfach mal aufstehen! Schicken Sie sie zum Beispiel an eine (vorbereitete) Grafik an der Wand, um sie sich kurz anzuschauen. Am besten geben Sie ihnen noch eine Frage aus Ihrer Präsentation mit, die zu klären ist. • Bitten Sie Ihre Zuhörer darum, sich miteinander über die Frage auszutauschen. So regen Sie das sogenannte auditive Lernen an. Übrigens ist es auch gerade dieser auditive Bereich, den Sie als Präsentierender mit Ihrer lebendigen Stimme, Ihrer klaren Artikulation und Ihren hörbaren Emotionen in Ihrer Präsentation anregen. • Bezüglich der Beobachtung (also des visuellen Bereichs) sind Sie natürlich mit Ihren Folien bestens ausgestattet, die Sie durch oben

angedeutete Regeln selbstverständlich sehr ansprechend gestaltet haben. Außerdem sorgen Sie dafür, dass Sie durch Körpersprache, Mimik und Bewegung im Raum „sichtbar“ sind. Versuchen Sie grundsätzlich, für Abwechslung und für Spannung zu sorgen. Das gelingt Ihnen zum Beispiel, wenn Sie gezielt analoge Präsentationstechniken reaktivieren. Versuchen Sie doch einmal eine Präsentation am Flipchart. Die Vorteile dieser klassischen Vorgehensweise liegen auf der Hand: • Grafiken entstehen sichtbar und sozusagen live während des Erklärens, • die Inhalte können dementsprechend eher mitgeschrieben und (mit-) erarbeitet werden, • die Visualisierung sieht definitiv authentischer aus, • und letztlich wird durch das parallele Zuhören und „Mitentwickeln“ der Inhalte das Thema schlicht besser verarbeitet. ▼

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Somatisch – Lernen durch Bewegung und Tun Auditiv – Lernen durch Sprechen und Hören Visuell – Lernen durch Beobachtung und Vorstellungskraft Intellektuell – Lernen durch Problemlösen und Nachdenken

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Dave Meier: Accelerated Learning (2004), ManagerSeminare Verlag. S. 69ff

Beitrag

Gerade der letzte Punkt ist wichtig! Degradieren Sie die Zuhörenden nicht zu „passiven Konsumenten eines zu verdauenden Materials“, sondern beteiligen Sie sie! Der menschliche Geist fällt in Tiefschlaf, wenn er zu sturem Zuhören gezwungen wird und sich nicht einbringen kann.

Insofern denken Sie bitte nicht nur über Inhalte nach, sondern auch darüber, wie Sie bei Ihren nächsten Präsentationen vermeiden können, dass Ihnen die Teilnehmenden wegdösen. Aktivieren und beteiligen Sie Ihr Auditorium, bringen Sie es zum Mitdenken, Reden, Aufstehen und vielleicht sogar dazu, sich einzubringen. Die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer wird Ihnen gewiss sein.

„Ist der Körper lahm, bleibt´s im Gehirn arm“ (Dave Meier)

Der vierte Teil im SAVI-Konzept richtet sich an die kognitive Ebene: Es ist wichtig, die Inhalte intellektuell an die Zielgruppe anzupassen, sie auch mit spannenden Thesen, herausfordernden Gedanken oder sogar gezielten kleinen Provokationen geistig zu fordern. Als Stilmittel können Sie echte oder auch rhetorische Fragen einsetzen und so die Zuhörer zum Mitdenken anregen. Und bitte, lesen Sie Folien nicht wörtlich vor! Erstens können die Zuhörer schneller lesen als Sie vorlesen, und zweitens ist es beinahe beleidigend – unterstellt es dem Zuhörenden doch, dass er nicht lesen kann.

Autor: Gerd Kalmbach Diplom Pädagoge (Erwachsenenbildung), seit über 10 Jahren Trainer und Berater rund um den Themenbereich Train the Trainer, aktivierende Lehrund Lernkonzepte, anregende Moderationen und Seminare. Europaweit in verschiedenen Trainingsprojekten tätig. Autor eines Fachromans und mehrerer Beiträge in Herausgeberwerken. Trainer der Haufe Akademie.

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