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Haus der Seelen. Die Lichtkriegerin ... nicht übertragbar! Es verstößt gegen das Urheberrecht, dieses .... Das war ihr immer noch ein wenig unheimlich, denn mit ...
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Bea Rabenmond

Haus der Seelen Die Lichtkriegerin Band 1

Roman

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© 2017 AAVAA Verlag Alle Rechte vorbehalten 1. Auflage 2017 Umschlaggestaltung: AAVAA Verlag Coverbild: Bea Rabenmond Printed in Germany Taschenbuch: Großdruck: eBook epub: eBook PDF: Sonderdruck

ISBN 978-3-8459-2350-5 ISBN 978-3-8459-2351-2 ISBN 978-3-8459-2352-9 ISBN 978-3-8459-2353-6 Mini-Buch ohne ISBN

AAVAA Verlag, Hohen Neuendorf, bei Berlin www.aavaa-verlag.com eBooks sind nicht übertragbar! Es verstößt gegen das Urheberrecht, dieses Werk weiterzuverkaufen oder zu verschenken! Alle Personen und Namen innerhalb dieses Buches sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt. 3

Die Gegenwart

Yasemine hatte gerade angefangen ihre Gedanken schriftlich festzuhalten. Da wurde ihr bewusst, dass in ihr seit geraumer Zeit wieder ein einziges Chaos herrschte. Die Stimmen in ihrem Inneren redeten alle durcheinander und machten es ihr schwer sich zu konzentrieren. Das ging einfach gar nicht! Voller Ärger über sich selbst, wischte die 39-Jährige über die Tastatur und löschte damit das bereits Geschriebene. Wie sollte ihr so jemals klar werden, was das über all die Jahre Erlebte zu bedeuten hatte und wofür es gut war? 4

Denn in einem war sie sich sicher: Es gab keine Zufälle! Überzeugt, dass alles bestimmt seinen Sinn hatte, beschloss die immer noch gut aussehende Brünette es einfach zu versuchen. Sie würde die Geschichte ihres Lebens schreiben und fertigstellen - egal wie. Rechtlich könnte es allerdings Probleme geben, aber sie könnte ja einfach Namen und Geschehen ein wenig verändern. Gewissen Angehörigen wollte sie auch etwaige Enthüllungen ersparen. Doch andererseits wollte Yassie so nah wie möglich bei der Wahrheit bleiben, so verrückt sie auch war. Es war schwierig, denn sie war wie immer hin- und hergerissen zwischen ihrem realen langjährigen Lebensgefährten Aaron und der sehnsüchtigen Liebe zu einem Geist. Yasemine schüttelte den Kopf. Manchmal konnte sie es selbst kaum glauben, und das, obwohl sie seit ihrer Kindheit hellsichtig und hellhörig war. Eine Beziehung mit einem 5

feinstofflichen Mann ... Das war unglaublich und trotzdem ging das jetzt schon über etliche Jahre. 15, um genau zu sein. Da war der Film „Ghost“ mit Patrick Swayze ein Kinderfilm gegen. Um das Ganze noch zu toppen, war es auch nicht irgendein Geist. Es handelte sich um einen berühmten Sänger, welcher viel zu früh tödlich verunglückt war und posthum noch einigen Ruhm mehr erlangte. Sie war weder ein Groupie gewesen - und war es auch jetzt nicht - noch hatte sie ihn gerufen … Auf die Idee wäre sie nie gekommen. Er war eines Tages plötzlich da und verlangte nach ihrer Aufmerksamkeit. Der große Adler mit der riesigen Spannweite. Seine Stimme und sein Charisma hatten einst riesige Konzerte gefüllt. Weltweit. Oh, seine Präsenz war auch nach dem Tod noch unglaublich stark. Er war so einnehmend, dass er die junge Frau zeitweilig 6

soweit brachte, das Jenseits mehr zu lieben als das Leben in dieser Welt. Nach einem Jahr war sie körperlich und seelisch richtig unten, so dass sie sogar freiwillig in der Psychiatrie Hilfe suchte. Doch „Eagle“, oder besser Joshua - wie er wirklich hieß -, wurde sie trotz Therapie und Medikamenten nicht los. Weder ihn noch seine zahlreichen Gefährten … Aber sie lernte, damit zu leben. Einfach war es nicht, täglich mit diesem Geheimnis zu jonglieren. Sie hatte ja schließlich noch ein normales Leben, einen Partner und einen Job. Im großen Freundeskreis wusste niemand, dass die Stimmen, die nur sie hörte, real waren. Sie kamen bloß aus einer anderen Dimension. Aus einer Zwischenwelt, die nicht ganz so unsichtbar war, wie viele meinten. 7

Und einer war da der große Meister, der Virtuose ihres Seelenlebens. Mit Zugriff auf all ihre Gedanken und ihre Gefühle. Als er auftauchte, bekam Yasemine erst Angst. Sie versuchte, sich diese nicht anmerken zu lassen, um nicht noch mehr Angriffsfläche zu bieten. Was ihr auch ganz gut gelang. Sie wehrte sich, hielt irgendwann mal still, arrangierte und ergab sich, ließ sich verzaubern und litt, denn sie liebte ihn mit der Zeit - selbst heute noch. Nach all den Jahren. War das eine Liebe auf Gedeih und Verderb für die Ewigkeit oder war sie doch nur schizophren? In allen anderen Bereichen tickte sie doch normal. Agierte konsequent und psychisch unauffällig. Es gab ruhige Tage, an denen Joshua sich zurückhielt. Oder sie war so beschäftigt, dass sie ihn nicht wahrnahm. Dann kam Yassie ins 8

Grübeln und wusste selbst keine Antwort auf diese große Frage. Dieses Geheimnis kostete sie unzählige ratlose Stunden und viele Tränen.

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Erste Begegnungen mit der Anderwelt

Sie war fünf, als sie die erste bewusste Begegnung mit der geistigen Welt hatte. Yasemine war tagsüber langweilig gewesen. Sie war mal wieder allein und hatte den schönen Sommertag damit verbracht Blumen zu pflücken. Dabei bewunderte sie die einzigartige Schönheit jeder Blüte und bat diese still um Erlaubnis, um sie zu pflücken. Später hielt sie einen wunderschönen Strauß in der Hand und stellte daraus kleine Kränze her. Dabei beobachtete sie ihre Landschildkröte Charly bei deren Wanderungen über die große Wiese. Yassie hatte Charly einen dicken roten Kreis auf den 10

Panzer gemalt, um sie leichter wieder zu finden. Denn manchmal schlug diese doch ein gewaltiges Tempo an, um lautlos im hohen Gras zu verschwinden, wenn sie mal einen Augenblick nicht hinsah. Später am Abend entdeckte sie etwas Kurioses. Es hatte fast zwei Stunden wie aus Eimern geschüttet. Als das Mädchen schon dachte, dass es heute wohl nicht mehr nach draußen kam, fielen die letzten Tropfen. Die Sonne kämpfte sich wieder hervor, die feuchte Luft fing an zu verdampfen. Die Kleine genoss das Schauspiel bei geöffneter Terrassentür und trat kurz darauf hinaus. Der Boden war mit Pfützen übersät, bot aber trotzdem etlichen Regenwürmern Halt, nachdem sie vorher aus ihren Löchern geschwemmt worden waren. In ihrem eigenen Tempo krochen sie auf der Suche nach neuen Behausungen und Nahrung dahin. 11

Es waren Dutzende und Yasemine bückte sich, um die wirbellosen Kriechtiere besser beobachten zu können. Sie entdeckte den stulpenförmigen Mund sowie den Darm, der den gesamten Körper durchzog. Nachdenklich griff sie nach einem kleinen spitzen Stein. Dann begann die Kleine zielstrebig wie ein Forscher den ihr am nächsten liegenden Wurm zu zerteilen. Dabei fand sie heraus, dass diese Wesen in der Lage waren, mit beiden Hälften weiter zu existieren. Jetzt waren es quasi zwei Regenwürmer, die auf der Suche nach verrottenden Blättern und neuem Unterschlupf über die feuchte Terrasse krochen. War das ein Zufall oder passierte das auch mit anderen? Neugierig teilte sie weitere Opfer und war fasziniert vom Schauspiel der sich windenden Wurmhälften. Irgendwann bemerkte Yassie, dass es dunkel wurde. Sie hatte die Zeit total vergessen, die 12

Straßenlampen gingen schon an. In der Küche hörte sie ihre Mutter rufen. Das Mädchen ignorierte die mahnende Stimme und beobachtete weiter, wie die vielen Hälften sich ringelten und bewegten. Plötzlich bemerkte sie eine Lichtgestalt unter der einzigen Laterne auf der anderen Straßenseite. Ihr Herzschlag setzte kurz aus, um dann umso schneller weiter zu klopfen. Die Gestalt war riesig. Sah irgendwie aus wie ein Bischof mit Mütze, hielt einen Hirtenstab in der Hand und schaute sie ernst an. Dabei kamen ihr folgende Worte in den Sinn: “Mach das nie wieder, nur um deine Neugier zu stillen. Jedes Lebewesen hat ein Recht auf Unversehrtheit.“ Vor Schreck ließ sie den Stein, den sie immer noch umklammert hielt, fallen und rannte ins Haus. Sie brauchte eine ganze Weile, um sich wieder zu beruhigen. Wer war das? Der Nikolaus war es nicht, den hätte sie erkannt. 13

Zu ihren Eltern traute sie sich damit nicht. Wahrscheinlich würden sie wieder mit ihr schimpfen. In dieser Nacht lag sie lange wach, dachte nach und beschloss, nie wieder ein Tier so zu untersuchen. Jahre später erzählte sie ihrer Mutter davon, doch die lächelte nur und meinte ein wenig herablassend: „Kinder bilden sich oft was ein. Das war dein schlechtes Gewissen. Du hast halt viel Fantasie.“ Bis heute wusste Yasemine nicht, wer das damals gewesen war. Die hohe Bischofsmütze und der lange, gebogene Stab ließen auf irgendeinen Würdenträger schließen. Das war ihr immer noch ein wenig unheimlich, denn mit der Kirche hatte Yasemine so rein gar nichts zu tun. Rückblickend erinnerte sie sich ebenfalls an etliche andere Begebenheiten im Garten ihrer Großeltern. Dort sah sie regelmäßig kleine tanzende Elfen mit Blumen im Haar und 14

rundliche Wichtel, die geschäftig mit Werkzeug und Schubkarren hin und her liefen. Die einen sangen mit glockenhellen Stimmchen und die anderen verständigten sich mit wohlwollenden Brummlauten zu ihren Gesten. Yassie redete sogar mit ihnen. Die kurzen Unterhaltungen fanden in ihrem Kopf statt, bei denen sie die einzelnen Stimmen klar unterscheiden und zuordnen konnte. Diese zarten Wesen schienen Yassie gut zu kennen. Auf Spaziergängen im benachbarten Park begegneten ihr sogar Zwerge, von denen sie erfuhr, dass diese für die Tiere sorgten, wenn diese krank waren. Sie waren ein wenig größer und in ihrer Wahrnehmung zwar bunt, aber etwas durchscheinend. Eigentlich sahen sie genauso aus, wie man sich das immer vorstellte. Ab und zu waren diese lieben Gestalten ein wenig erschrocken, wenn sie bemerkten, dass ein Menschenkind sie sah. Doch meistens 15