Haus der Berge

der Olympischen Winterspiele bleiben auf der Strecke. Doch die Alpen sind mehr, sind sie doch die am besten er- forschten Gebirge der Welt – und auch.
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„Frühwarnsystem“ in Europa, da Folgen von Fehlentwicklungen im sensiblen Berggebiet rascher auftreten als im Flachland. So zeigt sich die zerstörerische Kraft des unbedachten Straßenbaus, des „harten“ Wintertourismus‘ Nach der Präsentation werden die Aluminiumlaund den vom Menschen mellen geöffnet, und die Besucher haben einen (mit)ausgelösten Katastroatemberaubenden Blick auf die zuvor beschriephen, wie Lawinen, Steinbene Landschaft und das Bergpanorama schläge und Muren sowie Waldsterben oft erst nach Gebensräume des Nationalparks. Kernstück nerationen, um dann vielleicht zu verheiund zentraler Raum des Gebäudes ist die len. Hierüber will nun das neue Nationalsogenannte Bergvitrine, die ein begehbaparkzentrum „Haus der Berge“ in Berchres Modell des Watzmann enthält und tesgaden aufklären – und will dabei auch für Präsentationen genutzt wird. mehr sein als eine gemauerte MahnstätDazu muss der Raum, dessen Nord- und te, was sich in der außergewöhnlichen Südfassaden 10 m hoch und 15 m breit Architektur widerspiegelt. sind, komplett abgedunkelt werden. Colt Das „Haus der Berge“ versteht sich jehat hierfür eine aus Aluminiumlamellen doch nicht als Ersatz für den Besuch im vom Typ Shadometal individuelle Lösung Nationalpark als vielmehr hervorragengeschaffen. Sie ist innenseitig mit weiß der Einstieg oder Abschluss einer Wanbeschichteten Lamellen ausgerüstet, so derung, bietet es doch wichtige Infordass die Fläche als Leinwand im annämationen und Tipps über das empfindlihernd 16:9-Format für die Medienpräche Ökosystem. Avisiertes Ziel der Aussentationen genutzt werden kann. stellung ist es, die Menschen für die Nawww.colt-info.de tur und den Schutzgebietsgedanken zu www.haus-der-berge.bayern.de begeistern. Die Besucher erleben auf eiCobers Reymers nem Rundgang die verschiedenen Le-

HLH Bd. 64 (2013) Nr. 12 - Dezember

© Springer-VDI-Verlag GmbH & Co. KG, Düsseldorf 2013

Kuhglocken läuten, und ein Hase hoppelt vorüber. Ein Trachtenpärchen begrüßt die Gäste auf der Hütte. Die beiden sehen aus, als seien sie einem Werbesujet für Kräuterlimonade entsprungen. Das Bergpanorama: atemraubend. Neben der Hütte, wo eine rustikale Unterkunft steht, glotzen Ziegen aus ihrem Unterstand. Ja, in den Alpen kann man die Seele baumeln lassen, auf hohen Almwiesen seine Sorgen vergessen und auf imposanten Berggipfeln einmal die Perspektive wechseln. All dies ist Teil des Mythos Alpen: Ruhesuchende kommen hierher, ebenso wie Kranke, die sich eine Heilung erhoffen, Bergsteiger, die die Herausforderung und das Abenteuer suchen und Sportler, die in den GletscherSkigebieten nach dem letzten Kick streben. Nur der IOC und die Befürworter der Olympischen Winterspiele bleiben auf der Strecke. Doch die Alpen sind mehr, sind sie doch die am besten erforschten Gebirge der Welt – und auch zudem die am meisten Belasteten. Die Alpen erfüllen lebenswichtige Funktionen, denn sie sind ein Wasserreservoir für ganz Europa, ein wichtiges Erholungsgebiet, ein Lebensraum für Tiere und Pflanzen und ein vielfältiger Kulturraum. Zudem gelten sie als ökologisches

Bild: Colt

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