Der Borderline Traveller-2 - Buch.de

die Sprache total sexy. Obwohl wir uns bereits in den Dünen näherkommen, bricht Villanei- de plötzlich auf und haucht mir ins Ohr, dass sie abends zu mir ins ...
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Heli Brasil

Der Borderline Traveller Band 2 Roman

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© 2014 AAVAA Verlag Alle Rechte vorbehalten 1. Auflage 2014 Umschlaggestaltung: AAVAA Verlag Coverbild: Heli Brasil Printed in Germany

AAVAA print+design Taschenbuch: ISBN 978-3-8459-1195-3 Großdruck: ISBN 978-3-8459-1196-0 eBook epub: ISBN 978-3-8459-1197-7 eBook PDF: ISBN 978-3-8459-1198-4 Sonderdruck:Mini-Buch ohne ISBN AAVAA Verlag, Hohen Neuendorf, bei Berlin www.aavaa-verlag.com eBooks sind nicht übertragbar! Es verstößt gegen das Urheberrecht, dieses Werk weiterzuverkaufen oder zu verschenken! Alle Personen und Namen innerhalb dieses eBooks sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

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Kapitel 1

Etwas sentimental sitze ich im Flugzeug (Air France steht für hervor-ragendes Essen und streikbedingte Verspätungen), diesmal in Richtung Fortaleza (via Rio), Brasilien und starre abwesend aus dem Fenster. Ich wählte die Stadt im Nordosten des Landes, um mich von dort aus langsam die Küste abwärtstreiben zu lassen. Wie ich bereits weiß, gilt Fortaleza als das Pattaya Brasiliens, wobei hier nicht Deutsche und Österreicher dem Sextourismus frönen, sondern mehrheitlich Italiener und Spanier. Meine Erwartungen sind daher nicht allzu groß. Erschöpft checke ich nach der Ankunft in ein Hotel am Praia do Futuro ein und stelle sofort fest, dass die Stadt meinen bösen Vorahnungen entspricht und sich tatsächlich als ein versiffter Hurenort ohne jegliches Flair präsen4

tiert. Ich fühle mich sofort unwohl, als ich auf meiner ersten Erkundungstour ausschließlich Nutten und aufgedrehten Freiern begegne, wobei die Italiener die mit Abstand unangenehmsten und lautesten Hurenjäger sind. »Eine ordentliche Scheiße da«, murmle ich und ziehe mich schon bald zurück, um mich auszuschlafen. Der nächste Tag bringt keine Verbesserung. Am Strand bietet sich mir ein ähnliches Bild, wie am Abend zuvor: Überall Horden lauter, mittel-alterlicher Männer in Begleitung von gelangweilten oder aufgeputschten Huren. Nach diesen ersten Eindrücken steht für mich daher bereits nach nur einer Nacht fest, dass ich die Stadt so rasch wie möglich verlassen muss. Nur wohin? Durch Zufall erfahre ich, dass vom Hotel aus ein Tagesausflug nach Canoa Quebrada (kleines Fischerdorf etwa vier Stunden südlich von 5

Fortaleza) organisiert wird. Ohne zu zögern fasse ich den Plan, mich der Gruppe anzuschließen, mit der Absicht, nicht mehr nach Fortaleza zurückzukehren.

Einen Tag später sitze ich im Bus zwischen johlenden Brasilianern, was mich jedoch nicht sonderlich stört, da mir selbige wesentlich lieber sind als ausländische Touristen (erst später werde ich feststellen müssen, dass brasilianische Urlauber, die der Fraktion der Neureichen angehören, noch unsympathischer und arroganter auftreten als die Europäer). Ich habe keine Ahnung, was mich in Canoa erwarten wird und auch die Brasilianer im Bus sind nicht gerade gut informiert – soweit ich ihre melodischen Antworten verstehen kann, würdigen sie lediglich Strand und Meeresfrüchte.

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Wir sind bereits seit einigen Stunden unterwegs, als wir plötzlich bei Aracati abbiegen – offensichtlich ist es jetzt nicht mehr weit! Was ich kurze Zeit später zu sehen bekomme, beeindruckt mich jedoch nur wenig: Staub, Sand, kein Grün, keine asphaltierten Straßen, Männer zu Pferd und einige Buggys, die sich durch den Sand wühlen. Canoa hat ganz den Anschein, ein verschlafenes Drecksnest zu sein! Wenigstens habe ich diesmal einen Reiseführer bei mir – in selbigem ist das Dorf kurz erwähnt – und wähle daraus skeptisch die einzig ge-nannte Unterkunft. Wohl aus gutem Grund steht in dem Buch nichts über dieses Nest drinnen, wer bleibt hier schon länger als einen Nachmittag?

Das Mädchen, das mich beim Einchecken in der Pousada empfängt ist fett, hat einen riesigen Busen und lächelt mich ständig an. 7

Na ja, vielleicht doch nicht so schlecht hier, denke ich und lächle zurück. Nachdem ich mein Zimmer bezogen habe, frage ich das Möpschen nach dem Strand – mein Spanisch ermöglicht es mir zumindest, verstanden zu werden, wohingegen mir die Antworten in Portugiesisch anfangs größte Schwierigkeiten bereiten – und mache mich sogleich auf den Weg über sandige Pfade, vorbei an offenbar bewohnten Lehmhütten (die meisten dieser Behausungen haben weder Strom, noch fließend Wasser), mit der Absicht, mich im Meer zu erfrischen. Nach einem kurzen Marsch stehe ich plötzlich auf einer freien Fläche und lande aufgrund des sensationellen Ausblicks beinahe auf meinem Arsch: Soweit das Auge reicht türkisgrünes Meer und die orange Düne, auf der ich mich befinde, fällt steil zu einem Strand ab, der an Schönheit kaum zu toppen ist. 8

Das ist ja absolut geil! Ich bin ziemlich beeindruckt und verweile einige Minuten an Ort und Stelle.

Der Strand ist gut besucht. Gutgelaunte Menschen trinken und essen vor den Strandbarracken und vergnügen sich im Meer oder bei diversen Strandspielen. Nach einem erfrischenden Bad beschließe ich, ein Bier zu trinken, um die neuen Eindrücke zu verarbeiten. Die Sonne und die knappen Bikinis der Mädchen bringen mein Blut in Wallung und ich spüre sofort, dass mich hier doch einiges an Spaß erwarten kann. Dennoch versuche ich mich zu kontrollieren, um nicht zu überdrehen. Ich habe jede Menge Zeit und werde zunächst in Ruhe die Lage beobachten und sondieren – abchecken, was hier vor sich geht! Bei Sonnenuntergang kämpfe ich mich sonnenweich über die Düne ins Dorf zurück, esse 9

eine Kleinigkeit und verziehe mich in die Unterkunft, um im Aufenthaltsraum ein wenig fernzusehen. Es dauert jedoch nicht lange und ich erhalte Gesellschaft. Das dicke Mädchen nimmt neben mir Platz, fischt ihren mächtigen Busen aus dem BH und beginnt in aller Ruhe ihr Kind zu stillen. Ich starte ein Gespräch, das zwar recht holprig, aber durchaus erfolgreich verläuft. Nach wenigen Minuten küssen wir uns und nachdem das Baby zufrieden und gesättigt eingeschlafen ist, bumsen wir in meinem Zimmer, wobei uns dabei nicht viel Zeit bleibt, da sie in Kürze ihren Freund erwartet. »Was für ein Einstieg«, murmle ich zufrieden und will mich ausschlafen. Die an das „Hotel“ grenzende Diskothek, die ich bei Tageslicht nicht bemerkt habe, macht mir jedoch mit der plötzlich einsetzenden Musik einen Strich durch die Rechnung und schleudert mich beinahe aus dem Bett.

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Da mir meine Nachtruhe wichtiger ist als die aufgeschlossene Dicke, verabschiede ich mich bereits am nächsten Tag, um eine Unterkunft zu beziehen, von der ich gehört habe, dass sie in Ordnung sein soll.

Nina, die Eigentümerin meiner neuen Bleibe, ist eine schräge Person und wir verstehen uns auf Anhieb bestens. Sie stammt aus dem Süden Brasiliens und lebt, seit sie ihren Job gekündigt, alles verkauft und sich um den Erlös eine nicht üble Pousada gebaut hat, in Canoa. Aus der ehemals bildhübschen Person ist über die Jahre hinweg eine ältere, kettenrauchende Dame mit grauem Gesicht und dunklen Ringen unter den Augen geworden, die ihr Refugium nur mehr in Ausnahmefällen verlässt. Nina kennt trotzdem alles und jeden im Dorf. Sie ist schwer kokainsüchtig und lesbisch.

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Auch den zweiten Tag verbringe ich am Strand und beobachte die Menschen. Aufgrund der zahlreichen Blickkontakte ist mir inzwischen klar geworden, dass ich mit meinen blonden Haaren den Geschmack der lokalen Mädchen zu 100 Prozent treffe. Ich werde daher immer unruhiger und spüre, dass die Zeit gekommen ist, um das Nachtleben unsicher zu machen. Nach einem kleinen After-Strand-Schläfchen und einer guten Pizza beim lokalen Italiener, streife ich aufgeheizt von der Sonne durch das abendliche Canoa, um einen ersten Eindruck davon zu erhalten, was sich im Dorf abspielt.

Brasilianer beginnen spät zu feiern – vor Mitternacht sind die Diskotheken leer. Der kleine Ort hat überraschenderweise gleich drei Tanzlokale zu bieten: Ein Reggea-Pub, eine Diskothek und eine Reggea-Hütte am Strand. Bevor es richtig losgeht, kann man sich entweder auf der Straße bei den mobilen Cocktailmixern 12

oder im „Todo Mundo“, der einzigen Bar, betrinken. Ich nehme ein paar Caipirinhas auf der Straße und bin aufgrund der enorm starken Mischung sofort berauscht. Vom eigentlichen Nachtleben bekomme ich jedoch nicht viel mit, da ich bereits vor Mitternacht mit einem Mädchen, das mich am Strand gesehen hat und die Kennenlernphase auf ein Minimum beschränken wollte, in meinem Hotel verschwinde. Sehr sympathisch, die Brasilianerinnen, stelle ich zufrieden fest, nachdem auch die Dicke zwei Tage zuvor sehr offensiv vorgegangen ist, wenn das so weiter geht, hab‘ ich bald keine Gummis mehr!

Der Ort beginnt mich langsam aufzusaugen. Es ist einfach fantastisch. Morgens trainiere ich am Strand, die Tage verbringe ich relaxt am und im Meer und abends amüsiere ich mich. 13

Was für ein Kontrast zu der Routine, die Du noch vor kurzem in der verschissenen Kanzlei ertragen musstest!

An einem morgendlichen Trainingstag sehe ich eine Schwarze mit einem perfekten Arsch und großen Brüsten am Strand laufen. Ich warte, bis sie zurückkommt und spreche sie an. Das Mädchen ist ebenso unkompliziert, wie alle im Dorf zu sein scheinen. Meine Annäherung verläuft erfolgreich und wir verabreden uns zum Sonnenuntergang in den Dünen – perfekter Blick ins Landesinnere inklusive!

Ich bin wohl aufgrund meiner Vorfreude zu früh dran und genieße die atemberaubende Aussicht, als sie plötzlich in einem gelben String-Badeanzug, der ihre enorme sexuelle Ausstrahlung untermauert, vor mir steht. Wir plaudern unkompliziert, lachen häufig und 14

auch wenn ich nicht alles verstehe, finde ich die Sprache total sexy. Obwohl wir uns bereits in den Dünen näherkommen, bricht Villaneide plötzlich auf und haucht mir ins Ohr, dass sie abends zu mir ins Hotel kommen werde. Doch nicht alles so schnell, denke ich und mache mich etwas enttäuscht auf den Weg zu meiner Unterkunft. Als ich im Hotel ankomme, ist mir schlecht – ich habe jedoch keine Ahnung wovon. Der Fisch am Strand war frisch aus dem Meer und ansonsten habe ich nichts gegessen. Nina klärt mich rasch auf. Die meisten Strandbuden verwenden das Öl bis es schwarz ist, wodurch der Körper vergiftet wird. Sie reicht mir eine Eprouvette mit einer Flüssigkeit, die ich trinke und es geht mir sofort besser. Für die Zukunft empfiehlt sie mir, ausschließlich bei „Marcondes“ zu speisen, da der Alte sein Öl ständig wechseln würde. Ich danke Nina für die Information und ihre Hilfe und ziehe mich in mein Zimmer zurück. 15