Blaukalkverwertung im Überblick

Blaukalkverwertung im Überblick. Greenpeace erklärt im Zusammenhang mit dem HCB-Skandal im Görtschitz- tal, wie Blaukalk in Wietersdorf eingesetzt wurde ...
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Blaukalkverwertung im Überblick Greenpeace erklärt im Zusammenhang mit dem HCB-Skandal im Görtschitztal, wie Blaukalk in Wietersdorf eingesetzt wurde und wie das Material in einem Zementwerk verwertet werden könnte. 1. Das Zementwerk In der folgenden Abbildung wird die Herstellung von Zement schematisch dargestellt. Die Rohstoffe werden in der Rohmehlmühle und im anschließenden Vorwärmer homogenisiert und gelangen dann in den Drehrohrofen. Die heißen Abgase (hellblau) aus dem Drehrohrofen durchlaufen den Stoffstrom in entgegengesetzter Richtung (vom Drehrohrofen über den Vorwärmer zur Rohmehlmühle und über die Abgasreinigung weiter zum Schornstein). Dadurch können sie zum Aufwärmen der Rohstoffe genützt werden.

2. Der Blaukalkeinsatz bis November 2014 Knapp 100.000 Tonnen HCB-haltiger Blaukalk wurden im Zementwerk als Rohmehl-Ersatzstoffe zwischen Rohmehlmühle und Drehrohrofen bei 400 bis 800 Grad Celsius eingebracht. Das Material wurde daher gemeinsam mit den anderen Rohstoffen erwärmt, bis es im Drehrohrofen bei 1450 Grad Celsius zu Klinker gebrannt wurde. Sehr stabile organische Substanzen wie HCB werden bei Temperaturen von ein paar Hundert Grad nicht (vollständig) zerstört, sind aber umso leichtflüchtiger, je höher die Temperatur ist. Während der Blaukalk selbst sehr wohl in den Drehrohrofen gelangte, erreichte HCB diesen nie. Stattdessen kam das Dauergift über den Abgasstrom in die Umwelt.

Stand: November 2015