(B.) Self-Consciousness

word are to the German edition edited by J, Hoffmeister (F. Meiner, Hamburg, 1952). The paragraph .... as for Aristotle, is thus the place of forms, a bustling Agora.
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GEORG WILHELM FRIEDRICH HE~EL

PH.ANOMENOLOGIE DES GEISTES Inhalt. (C.) (AA.) Vernunft.

Vo r red e : Yorn wissenschaftlichen Erke n n en. Das Element deA Wahrcn ist der B"grif[ und seine wa.hre Gestalt da.s wie&6llschaffliohe System S. 12. - Jetziger Ste.ndpunkt des Geist.es S. 13. - Da.s Prlnzip ist nicht die Vollendung, gegen den Formalism.us. S. 16. - Da.s Absolute ist Subjekt ·S.17, und was dieaee ist 8. 19. - Eleruent des Wissens S. 24. - Die Erhebung in dasselbe ist die Phiinornenologie des Geist.ea S. 26. Verwa.nd.lung does VorgestelUen und Bekannten in den Gedanken S. 25, und d.i.esee in den Begrilf S. 31. - Inwiefern 1st die Ph&no-menologie des Geiistes nega.ti:v oder enthii.lt dn.a Fa.laehe S. 33. - HiatoriBche und ma.them.atische Wa.hrheit S. 35. - Natur cler philosophisohen Wa.hrheit und ihrer Meth ode S. 39, gegen den schema.tisierenden Form a.l ism u a S. 42. - Erfordernla bairn Studium der Philosophie S. 43. - Das ra.isonnierende Dan~ ken in ooin-em nega.tiven. Verhalten S. 43, in seinem poaitiven; sein Subjekt 13. 49. - Da.s na.tUrliche Philosophler-en als gesunder biensohenvcrst.a.nd und a.ls Genialita.t S. 00. - Beschlufi, V!IrhiiJ.tni.a doo Scllri!t..5t-Ollera zum Publikum S. 57,

E i n I e i tung.

........ . .... ..

Sette

63

(A.) Bewulltsein. I. Die sinnliche Gewiftheit~ da.s Dieses und da.a Meinen 79 II. Die Wa.hrnebmung,- da.s Ding und dio Tii.uschung • • · 89 IIL Kraft und Verst.and, Ersoheinung und UberB.innliche Welt 102

(B.) ~-e.Jbstbewulltsein.' IV. Dio Wahrheit de~.GewiAheit selii.er selbst • '..

133

, A. Se!bstlin.digkeil und Unse!bstandigkeit des Selbst, bewufite&ina; HerrschaH uild Knoobtacha.f:t .-. • • 141 B. Freiheit des SelbstbewuBtaeins S. 151. Stoi.zismus S. 162. Skeptizismus 8. 154 und d•s ungllickliche Bewufit.ein • • • • , . • • • • • • 158

. Selte

V. GewiflheU und Wahrheit der Vernun!t 175 A. Deobachtende Vernunft • • • , , , 183 a.) Boobachtung der Natur. , • , , , • , , , 185 Beschreiben Uberhaupl S. 186. Merlunale S.187 Gesetze • • • • • • • • • • , • , , , , 189 Beobachtung des Organiachen • , • • • , , 193 a. Be:z.iehung desoolbec a.'Uf da.a Unorganische S.. 193. - p. Teleologie S.195. - y. Inneree und A.uBerea S. 199. - aa. Da.a Innre 8. 199. - Geset.ze seiner reihen Momente,· der 8ensibllitit uaw. 8. ~- - Das Inme und aein A.:pfieree B. ~. - pp, Das lnnr• und dao A.ullere a.lo G..tall s. ~. - l'l'· Daa A.ullere eelbel e.I> Innres und Au.Ceres od.6r die org&nische Idee Ubergetra.gen a~ das Unorga.nlsche 8. 212. Dae Orga.nlsche na.ch di.eeer Seite;. eeine Gat.... tung, Ari und Individua.lit&t 8. 216. b.) Beobachtung dee Be!bst00wull""'1ne In seiner Reinheit und in seiner Bei.iehung a.uf ao.Jlere Wirkliohkeii. Loglache und poychologlache Ge-

aetze

• • • • • • • • • • • • • • • • ·~ 22l

o.) In seiner Bezi•hung auf seine unmitlelb.;,e,, Wirklichkeil 8. :m. Physi,ognomik B. 228, • und . Schii.dellehre • • • , • • • • , • • • ,. • Zl1 B. Dio Verwirklichung dea vernUnftigen Selbstbewtlb_tseins duroh sich selbst • , , • • • • • • · • , 256 a. Die Lust und die No\wendigkeit • • • • • · • '26:1 b. D .. Geseto dee He:rzene und der Wahnsbm des,, Eigendilnkela • • • • • • • • • •, , .• , • )!66 o. Die Tugend und ,der W eltlauf. • , • • • • , • 71' C. Die Individua!ili>~ welche sich an und lilt eich -, ··• reell ist • • • • • • • • • , • • •• ·• · .'" ·.,: 1.283.. a. D .. ge!at.ige Tierrelch und der Betrog oder die ,• ,' 280 Saohe eelbst • • , , • • • , b. Die ~de VernUnft- • • • • , , ,,-• .t·SOl _ o. Die geoot.zprlllende Venum!I • • • • • ,• • -,-,_.300

(BB.) Der Geist.VI. Der Geist • • :. • • • • • • • • • • • • · • ·,_. ,,; 313 A. Der wahre Geist. Die Sittliohkelt • , • • .-- , ; lll'T a.. Die sittliche Welt.. Das menachliche nnd: ga.~;. liche Gese~, det Me.nn nnd da.e Weib · .-.· .-..'. -.:.,-· 318 b. Die sitt.liche Ha.ndlung. Dae menacltlich•."Uia~ gottliohe Wi86en, die Schuld und dao~· '-330 c. Der Roohtszuaband , • • • • • ·• • · .:, .•. ··•. Set

.ttelce 3'7 300 ;

B. D'"' aic7> -e,s

ist

kaum denkbar, dafi er nicht von ihm gewufit haben sollte." Siehe aber da.s Gutachten Hegels iiber dieDenklehre-.v. (;alkers vom 8. Sept.1822: ,,In Beziehung auf die formale J:,.ogik vermillt man soga.r die Angabe mehrerer fiir diese Wissensehaft bedeutendster Bemiihungell, wie Lamberts und Piouquets:" · ') Akad. Ausg. XVII, 56:.l. ') Kr. d. .r. V. Ausg: B. XXII. ') .s. 869.

I XVI

Einleitung des Herausgebers.

nicht moglich sei. Es ist daher auch nicht weiter verwunderlich, wenn Kant die sich selbst gest.ellte Aufgabe, der Kritik das System folgen zu !assen, nicht erfiillte, wahrend Hegel vom Standpunkt des absoluten Wissens aus den ganzen Reichtum des Geistes als solchen (nicht mehr nur als Gestaltwandel des Bewufltseins) in der Logik, Naturphilosophie und Philosophie des Geistes ausbreiten konnte. Aber wie fiir uns die Kritik selbst die Form des Kantischen Systems, so ist auch bei Hegel die ,,Phanomenologie des Geistes" d as g an z e System in einer besonderen Gestalt, - und gerade diese erste, kiihue, geniale Gestalt ist es, die in der Geschichte der Philosophie das Einzigartige des Hegelschen Denkens ausmacht 1). Es bedeutet daher auch oftnur ein auflerliches Kritisierenwollen, das nicht von einem wirklichen Verstandnis und vor allem nicht von dem Willen zeugt, sich Die Art dieses Tuns ist naher anzugebeu.

3". Wa~ auf dem Standpunkte, auf dem wir diese Bewegung hier aufnehmen, am Ganzen erspart isl, ist das Aufheben des Daseins; was aber noch iibrig ist und der hOhern Umbildung bedarf, ist die Vorstellung und die Be· kanntschaft mit den Formen. Das in die Substanz zuriickgenommene Dasein ist durch jene erste Negation nur erst unmittelbar in das Element des Selbsts versetzt; dieses ihm erworbne Eigentum hat also noch denselbeu Charakter

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PHENOMENOLOGY OF SPIRIT

immediacy, of passive indifference, as existence itself; existence has thus merely passed over into figurative representation. At the same time it is thus something familiar, something which the existent Spirit is finished and done with, so that it is no longer active or really interested in it. Although the activity that has finished with existence is itself only the movement of the particular Spirit, the Spirit that does not comprehend itself, (genuine J knowing, on the other hand, is directed against the representation thus formed, against this [mere] familiarity; knowing is the activity of the universal self, the concern of

29 unbegriffner Unmittelbarkeit, unbewegter Gleichgiiltigkeit wie das Dasein selbst; dieses ist so nur in die Vorstellung iibergtgangen. - Zugleich ist es damit ein Bekanntes, ein solches, mit dem der daseiende Geist fertig geworden, worin daher seine Tatigkeit und somit sein Interesse nicht mehr lst. Wenn die Tiitigkeit, die mit dem Dasein fertig wird, selbst nur die Bewegung des beson· dern, sich nicht begreifenden Geistes ist, so ist dagegen das Wissen gegen die hiedurch zu Stande gekommene Vorstellung, gegen dies Bekanntsein gerichtet; es isl Tun des allgemVissens erreicht wird, wird durch sie gleichfalls ein nolwendiges rind vollstli.ndiges Werden, so dall diese Vorbereitung aufhort, ein zufalliges Philosophieren zu sein, Jail sich an diese und jene Gegenslande, Verhaltnisse und Gedanken des unvollkommenen Bewulltseins, wie die Zufalligkeit es mit sich bring!, ankniipft, oder durch ein hin und 'ier gehendes Rasonnement, Schliellen und Folgern ans beslimmten Gedanken das Wahre zu begriinden such!; sondern dieser Weg wird durch die Bewegung des Begriffs die vollstandige Weltlichkeit des Bewulltseins in ihrer Notwendigkeit •1mfassen. 3$. Eine solche Darstellung macht ferner den ersten Tei! der Wissenschaft darum aus, weil das Dasein des Geistes als Erstes nichts anderes als das Unmitlelbare oder der Anfang, der Anfang aber noch nicht seine Riickkehr in sich ist. Das Element des unmittelbaren Daseins isl daher die Bes!immtheit, wodurch sich dieser Tei! der Wissenschaft von den andern nnterscheidet. - Die Angabe dieses Unterschiedes fiihrt zur Erorterung einiger fester Gedanken, die hierbei vorzukommen pflegen.

PREFACE

36. The immediate existence of Spirit, consciousness, contains the two moments of knowing and the objectivity negative to knowing. Since it is in this element [of consciousness] that Spirit develops itself and explicates its moments, these moments contain that antithesis, and they all appear as shapes ofconsciousness. The Science of this pathway is the Science of the experience which consciousness goes through; the substance and its movement are viewed as the object of consciousness. Consciousness knows and comprehends only what falls within its experience; for what is contained in this is nothing but spiritual substance, and this, too, as object of the self. But Spirit becomes object because it is just this movement of becoming an other to itself, i.e. becoming an object to itself, and of suspending this otherness. And experience is the name we give to just this movement, in which the immediate, the unexperienced, i.e. the abstract, whether it be of sensuous [but still unsensed] being, or only thought of as simple, becomes alienated from itself and then returns to itself from this alienation, and is only then revealed for the first time in its actuality and truth, just as it then has become a property of consciousness also. 37. The disparity which exists in consciousness between the 'I' and the substance which is its object is the distinction between them, the negative in general. This can be regarded as the defect of both, though it is their soul, or that which moves them. That is why some of the ancients conceived the void as the principle of motion, for they rightly saw the moving principle as the negative, though they did not as yet grasp that the negative is the self. Now, although this negative appears at first as a disparity between the 'I' and its object, it is just as much the disparity of the substance with itself. Thus what seems to happen outside of it, to be an activity directed against it, is really its own doing, and Substance shows itself to be essentially Subject. When it has shown this completely, Spirit has made its existence identical with its essence; it has itself for its object just as it is, and the abstract element of immediacy, and of the separation of knowing and truth, is overcome. Being is then absolutely mediated; it is a substantial content which is just as immediately the property of the 'I', it is self-like or the Notion. With this, the Phenomenology of Spirit is concluded. What

Vorrede. "!IL· Das unmittelbare Dasein des Geistes, das Bewu/3tsein, hat die zwei Momente, des Wissens und der dem Wissen negativen Gegenstandlichkeit. Indem in diesem Elemente sich der Geist entwickelt und seine Momente auslegt, so kommt ihnen dieser Gegensalz zu, und sie treten alle als Gestalten des BewuJltseins auf. Die Wissenschaft dieses Wegs isl Wissenschaft der Erfahrung, die das BewuJltsein macht; die Substanz wird. betrachtet, wie sie und ihre Bewegung sein Gegenstand ist. Das BewuJltsein wem und begreift nichts, als was in seiner Erfahrung ist; denn was in dieser ist, isl nur die geistige Substanz, und zwar als Gegenstand ihres Selbsts. Der Geist wird aber Gegenstand, denn er ist diese Bewegung, sich ein anderes, d. h. Gegenstand seines Selbsts zu werden, und dieses Anderssein aufzuheben. Und die Erfahrung wird eben diese Bewegung genannt, worin das Unmittelbare, das Unerfahrene, d. h. das Abstrakte, es sei des sinnlichen Seins oder des nur gedachten Einfachen, sich entfremdet, und dann aus dieser Entfremdung zu sich zuriickgeht und hiemit jetzt erst in seiner Wirklichkeit und Wahrheit dargestellt, wie auch Eigentum des BewuJltseins ist.

31- Die Ungleichheit, die imBewull!sein zwischen dem Ich und der Substanz, die sein Gegenstand ist, stattfindet, ist ihr Unterschied, das Negative iiberhaupt. Es kann als der Mangel beider angesehen werden, ist aber ihre Seele oder das Bewegende derselben; weswegen einige Alte das Leere als das Bewegende begriffen, indem sie das Be· wegende zwar als das Negative, aber dieses noch nicht als das Selbst erfallten. - Wenn nun dies Negative zu· niichst als Ungleichheit des Jchs zum Gegenstande erscheint, so ist es ebensosehr die Ungleichheit der Sub· stanz zu sich selbst. Was auJler ihr vorzugehen, eine Tatigkeit gegen sie zu sein scheint, ist ihr eigenes Tun[,] und sie zeigt sich wesentlich Subjekt zu sein. Indem sie dies vollkommen gezeigt, hat der Geist sein Dasein seinem Wesen gleich gemach!; er ist sich Gegenstand, wie er ist, und das abstrakte Element der Unmittelbarkeit und der Trennung des Wissens und der Wahrheit ist iiberwunden. Das Sein ist absolut vermittelt; - es ist substantieller Inhalt, der ebenso unmittelbar Eigentum des Ichs. selhBtiscb oder der Begriff ist. Hiemit beschliellt sich die Phiinomenologie des Geistes. Was

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PHENOMENOLOGY OF SPIRIT

Spirit prepares for itself in it, is the element of [true] knowing. In this element the moments of Spirit now spread themselves out in that form ef simplicity which knows its object as its own self. They no longer fall apart into the antithesis of being and knowing, but remain in the simple oneness of knowing; they are the True in the form of the True, and their difference is only the difference of content. Their movement, which organizes itselfin this element into a whole, is Logic or speculative philosophy. 38. Now, because the system of the experience of Spirit embraces only the appearance of Spirit, the advance from this system to the Science of the True in its true shape seems to be merely negative, and one might wish to be spared the negative as something false, and demand to be led to the truth without more ado. Why bother with the false ?-The view already discussed, namely, that we should begin with Science straight away, is to be answered at this point by examining the nature of the negative in general regarded as what is false. This is a topic regarding which established ideas notably obstruct the approach to truth. It will give us occasion to speak of mathematical cognition, which unphilosophical knowledge regards as the ideal that philosophy must strive to attain, though it has so far striven in vain. 39. 'True' and 'false' belong among those determinate notions which are held to be inert and wholly separate essences, one here and one there, each standing fixed and isolated from the other, with which it has nothing in common. Against this view it must be maintained that truth is not a minted coin that can be given and pocketed ready-made. Nor is there such a thing as the false, any more than there is something evil. The evil and the false, to be sure, are not as bad as the devil, for in the devil they are even made into a particular subjective agent; as the false and the evil, they are mere universals, though each has its own essence as against the other. The false (for here it is only of this that we speak) would be the other, the negative of the substance, which as the content of knowledge is the True. But the substance is itself essentially the negative, partly as a distinction and determination of the content, and partly as a simple distinguishing, i.e. as self and knowledge in general. One can, of course, know something

Wahr und Falsch.

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er .in ihr sich bereitet, ist das

Element des Wissens. In diesem breiten sich nun die Momente des Geistes in der Form der Einfachheit aus, die ihren Gegenstand als sich selbst weill. Sie fallen nicht mehr in den Gegen8atz des Seins und Wissens auseinander, sondern bleiben in der Einfachheit des Wissens, sind das Wahre in der Form des Wahren, und ihre Verschiedenheit ist nur Verschiedenheit des Inhalts. ]hre Bewegung, die sich in diesem Elemente zum Ganzen organisiert, ist die Logik oder spekulative Philosophie. ]lJ Weil nun jenes System der Erfahrung des Geistes nur die Erscheinung desselben befall!, so scheint der Fortgang von ihm zur Wissenschaft des Wahren, das in der Gestalt des W ahren ist, biol! negativ zu sein, und man konnte mit dem Negativen als Jem Falschen verschom bleiben wollen und verlangen[,] ohne weiteres zur Wahrheit geftihrt zu werden; wozu sich mit dem Falschen abgeben? - Wovon schon oben die Rede. war, dall sogleich mit der Wissenschaft sollte angefangen werden, darauf ist bier nach der Seite zu antworten, welche Beschaffenheit es mit dem Negativen als Falschem iiberhaupt hat. Die Vorstellungen hieriiber hh1dern vornehmlich den Eingang zur Wahrheit. Dies wird Veranlassung geben, vom mathematischen Erkennen zu sprechen, welches das unphilosophische Wissen als das Ideal ansieht, das zu erreichen die Philosophie streben miillte, bisher aber vergeblich gestrebt habe. 3~. Das Wahre und Falsche gehort zu den bestimmien Gedanken, die bewegungslos fiir eigne Wesen gelten, deren P,ines driiben, das andre hiiben ohne Gemeinschaft mit dem andern isoliert und fest steht. Dagegen mull behauptet werden, dall die Wahrheit nicht eine ausgepriigte Miinze ist, die fertig gegeben und so eingestrichen werden kann'). Noch gibt es ein Falsches, so wenig es ein Boses gibt. So schlimm zwar als der Teufel ist das Bose und Falsche nicht, denn als dieser sind sie sogar zum besonderen Subjekte gemacht; als Falsches uud Boses s;.1d sie nur Allgemeine, haben aber doch eigne Wesenheit gegen einander.. - Das Falsche, denn nur von ihm ist bier die Rede, wiire das Andre, das Negative der Substanz, die als Inhalt des Wissens das Wahre ist. Aber die Substanz ist selbst wesentlich das Negative, teils als Unterscheidung und Bestimmung des Inhalts, teils als ein einfaches Unterscheiden, d. h. als Selbst und Wissen tiberhaupt. Man ') Lessing, Nathan III, 6: als ob die WahrheitMiinze ware t usw.

PREFACE

falsely. To know something falsely means that there is a disparity between knowledge and its Substance. But this very disparity is the process of distinguishing in general, which is an essential moment [in knowing]. Out of this distinguishing, of course, comes their identity, and this resultant identity is the truth. But it is not truth as if the disparity had been thrown away, like dross from pure metal, not even like the tool which remains separate from the finished vessel; disparity, rather, as the negative, the self, is itself still directly present in the True as such. Yet we cannot therefore say that the false is a moment of the True, let alone a component part of it. To say that in every falsehood there is a grain of truth is to treat the two like oil and water, which cannot be mixed and are only externally combined. It is precisely on account of the importance of designating the moment of complete otherness that the terms 'true' and 'false' must no longer be used where such otherness has been annulled. Just as to talk of the unity of subject and object, of finite and infinite, of being and thought, etc. is inept, since object and subject, etc. signify what they are outside of their unity, and since in their unity they are not meant to be what their expression says they are, just so the false is no longer qua false, a moment of truth. 40. Dogmatism as a way of thinking, whether in ordinary knowing or in the study of philosophy, is nothing else but the opinion that the True consists in a propositio.n which is a fixed result, or which is immediately known. To such questions as, When was Caesar born?, or How many feet were there in a stadium?, etc. a clear-cut answer ought to be given, just as it is definitely true that the square on the hypotenuse is equal to the sum of the squares on the other two sides of a right-angled triangle. But the nature of a so-called truth of that kind is different from the nature of philosophical truths. 4 r. As regards historical truths-to mention these brieflyit will be readily granted that so far as their purely historical aspect is considered, they are concerned with a particular existence, with the contingent and arbitrary aspects of a given content, which have no necessity. But even such plain truths as those just illustrated are not without the movement of self-consciousness. To cognize one of them, a good deal of comparison is called for, books must be consulted, in some way or other

Vortede. kann wohl falsch wissen. Es wird etwas fa.Isch gewuilt, heillt, das Wissen ist in Ungleichheit mit seiner Substanz. Allein eben diese Ungleichheit isl das Unterscheiden iiberhaupt, das wesentliches Moment ist. Es wird aus dieser Unterscheidung wohl ihre Gleichheit, und diese gewordene- Gleichheit ist die Wahrheit. Aber sie isl nicht so Wahrheit, als ob die Ungleinhheit weggeworfen worden ware, wie die Schlacke vom reinen Metal!, auch nicht einmal so, wie das Werkzeug von dem fertigen Gefij,Jle wegbleibt, sondern die Ungleichheit ist als das Negative, als das Selbst im Wahren als solchem selbst noch unmittelbar vorhanden. Es kann jedoch darum nicht gesagt werden, daJl das Falsche ein Moment oder gar einen Bestandteil des \Vahren ausmache. DaJl an jedem Falschen etwas Wahres sei, - in diesem Ausdrucke gelten beide, wie 01 und Wasser, die unmischbar nur auJlerlich verbunden sind. Gerade um der Bedeutung willen, das Moment des vollkommenen Andersseins zu bezeichnen, miissen ihre Ausdriicke da, wo ihr Anderssein aufgehoben ist, nicht mehr gebraucht werden. So wie der Ausdruck der Einheit des Subjekts und Objekts, des Endlichen und Unendlichen, des Seins und Denkens usf. das Ungeschickte hat, daJl Objekt und Subjekt usf. das bedeuten, was sie au/3er ihrer Einheit sind, in der Einheit also nicht als das gemeint sind, was ihr Ausdruck sagt, eben so ist das Falsche nicht mehr als Falsches ein Moment der Wahrheit. l{O• Der Dogmatismus der Denkungsart im Wissen und im Studium der Philosophie ist nichts anderes als die Meinung, daJl das Wa,hre in einem Satze, der ein festes Resultat ist, oder auch der unmittelbar gewuJlt wird, bestehe. Auf solche Fragen: wann Casar geboren worden, wie viele Toisen ein Stadium und welches betrug usf., soil eine nette Antwcrt gegeben werden, ebenso wie es be· stimmt wahr isl, daJl das Quadrat der Hypotenuse gleich der Summe der Quadrate der beiden iibrigen Seiten des rechtwinkligen Dreiecks ist. Aber die Natur einer solchen sogenannten Wahrheit ist verschieden von der Natur philosophischer Wahrheiten. 1/~ In Ansehung der historischen Wahrheiten, um ihrer kurz zu erwahnen, insofern namlich das rein Historische derse!ben betrachtet wird, wird leicht zugegeben, daJl sie das einzelne Dasein, einen Inhalt nach der Seite seiner Zufalligkeit und Willkiir, Bestimmungen desselben, die nicht notwendig sind, betreffen. - Selbst aber solche nackte Wahrheiten, wie die als Beispiel angefiihrte[n], sind nicht ohne die Bewegung des SelbstbewuJltseins. Um eine derselben zu kennen, muJl vie! verglichen, auch in Biichern nachgeschlagen oder, auf welche Weise es sei,

PHENOMENOLOGY OF SPIRIT

Das mathemati.sche Erkennen.

35

inquiry has to be made. Even an immediate intuition is held ·to have genuine value only when it is cognized as a fact along with its reasons, although it is probably only the bare result that we are supposed to be concerned about.

untersucht werden; auch bei einer unmittelbaren Anschauung wird erst die Kenntnis derselben mit ihren Grtinden ftir etwas gehalten, das wahren Wert habe, obgleich eigentlich nur das nackte Resultat das sein sol!, um das es zu tun sei.

42. As for mathematical truths, we should be even less inclined

l/z.. Was die mathematischen Wahrheiten betrifft, so wiirde

to regard anyone as a geometer who knew Euclid's theorems outwardly by rote, without knowing their proofs, without, as we might say, to point the contrast, knowing them inwardly. Similarly, if someone became aware, through measuring a number of right-angled triangles, that their sides do, in fact, have the well-known relation to one another, we should consider his [mere] awareness of the fact unsatisfactory. Yet, even in mathematical cognition, the essentiality of the proof does not have the significance and nature of being a moment of the result itself; when the latter is reached, the demonstration is over and has disappeared. It is, of course, as a result that the theorem is something seen to be true; but this added circumstance has no bearing on its content, but only on its relation to the knowing Subject. The movement of mathematical proof does not belong to the object, but rather is an activity external to the matter in hand. Thus the nature of the right-angled triangle does not divide itself into parts in just the way set forth in the construction necessary for the proof of the proposition that expresses its ratio. The way and the means by which the result is brought forth belong entirely to the cognitive process. In philosophical cognition, too, the way in which the [outer] existence qua existence of a thing comes about, is distinct from the way in which its essence or inner nature comes to be. But, to begin with, philosophical cognition includes both [existence and essence], whereas mathematical cognition sets forth only the genesis of the existence, i.e. the being of the nature of the thing in cognition as such. What is more, philosophical cognition also unites these two distinct processes. The inner coming-to-be or genesis of substance is an unbroken transition into outer existence, into being-for-another, and conversely, the genesis of existence is how existence is by itself taken back into essence. The movement is the twofold process and the genesis of the whole, in such wise that each side simultaneously posits the other, and each therefore has both perspectives within itself; together they thus constitute the whole by

noch weniger der fiir einen Geometer gehalten werden, der die Theoreme Euklids auswendig wiiJlte, ohne ihre Beweise, ohne sie, wie man im Gegensatze sich ausdriicken konn [ t] e, inwendig zu wissen. Ebenso wtirde die Kenntnis, die einer durch Messung vieler rechtwinkliger Dreiecke sich erwiirbe, daJl ihre Seiten das bekannte Verha!tnis zueinander haben, fiir unbefriedigend gehalten werden. Die W esentlichkeit des Beweises hat jedoch auch beim mathematischen Erkennen noch nicht die Bedeutung und Natur, Moment des Resultates selbst zu sein, sondern in diesem ist er vielmehr vorbei und verschwunden. Als Resultat ist zwar das Theorem ein als wahr eingesehenes. Aber dieser hinzugekommene Umstand betrifft nicht seinen Inhalt, sondern nur das Verhaltnis zum Subjekt; die Bewegung des mathematischenBeweises gehort nicht dem an, was Gegenstand ist, sondern ist ein der Sache iiu/Jerliches Tun. So zerlegt sich die Natur des rechtwinkligen Dreiecks nicht selbst so, wie es in der Konstruktion dargestellt wird, die fiir den Beweis des Satzes, der sein Verhaltnis ausdriickt, notig ist; das ganze Hervorbringen des Resultats ist ein Gang und Mittel des Erkennens. Auch im philosophischen Erkennen ist das Werden des Daseins als Daseins verschieden von dem Werden des Wesens oder der innerenNatur derSache.Aber das philosophische Erkennen enthalt erstens beides, da hingegen das mathematische nur das Werden des Daseins, d. h. des Seins der Natur der Sache im Erkennen als solchen darstellt. Fiirs andre vereinigt jenes auch diese beiden besondern Bewegungen. Das innre Entstehen oder das Werden derSubstanz ist ungetrennttJbergehen in dasAuJlereoder in das Dasein, Sein fiir anderes, und umgekehrt ist das Werden des Daseins das sich Zuriicknehmen ins Wesen. Die Bewegung ist so der gedoppelte Prozell und Werden des Ganzen, daJl zug!eich ein jedes das andre setzt und jedes darum au ch beide als zwei Ansichten an ihm hat; sie zusammen machen dadurch das Ganze, dafl sie sich

Das mathematisohe Erkennen.

PREFACE

dissolving themselves, and by making themselves into its moments. 43. In mathematical cognition, insight is an activity external to the thing; it follows that the true thing is altered by it. The means employed, construction and proof, no doubt contain true propositions, but it must none the less be said that the content is false. In the above example the triangle is dismembered, and its parts consigned to other figures, whose origin is allowed by the construction upon the triangle. Only at the end is the triangle we are actually dealing with reinstated. During the procedure it was lost to view, appearing only in fragments belonging to other figures.-Here, then, we see the negativity of the content coming in as well; this could just as much have been called a 'falsity' of the content as is the disappearance of supposedly fixed conceptions in the movement of the Notion. 44. But what is really defective in this kind of cognition concerns the cognitive process itself, as well as its material. As regards the former, we do not, in the first place, see any necessity in the construction. Such necessity does not arise from the notion of the theorem; it is rather imposed, and the instruction to draw precisely these lines when infinitely many others could be drawn must be blindly obeyed without our knowing anything beyond except that we believe that this will be to the purpose in carrying out the proof. In retrospect, this. expediency also becomes evident, but it is only an external expediency, because it becomes evident only after the proof. This proof, in addition, follows a path that begins somewhere or other without indicating as yet what relation such a beginning will have to the result that will emerge. In its progress it takes up.these particular determinations and relations, and lets others alone, without its being immediately clear what the controlling necessity is; an external purpose governs this procedure. 45. The evident character of this defective cognition of which mathematics is proud, and on which it plumes itself before philosophy, rests solely on the poverty of its purpose and the defectiveness of its stuff, and is therefore of a kind that philosophy must spurn. Its purpose or Notion is magnitude. It is just this relationship that is unessential, lacking the Notion. Accordingly, this process of knowing proceeds on the surface, does not touch the thing itself, its essence or Notion, and therefore fails

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selbst auflosen und zu seinen Momenten machen. 1

f3· Im mathematischen Erkennen ist die Einsicht ein fiir die Sache iiuJlerliches Tun; es folgt daraus, daJl die wahre Sache dadurch verandert wird. Das Mittel, Konstruktion und Beweis, enthiilt daher wohl wahre Satze; aber ebensosehr mull gesagt werden, daJl der Inhalt falsch ist. Das Dreieck wird in dem obigen Beispiele zerrissen, und seine Teile zu andern Figuren, die die Konstruktion an ihm entstehen laJlt, geschlagen. Erst am Ende wird das Dreieck wiederhergestef!t, um das es eigentlich zu tun ist, das im Fortgange au:s den Augen verloren wurde und nur in Stlicken, die andern Ganzen angehorten, vorkam. - Hier sehen wir also auch die Negativitat des Inhalts eintreten, welche eine Falschheit desselben eben so gut genannt werden mUJlte, als in der Bewegung des Begriffs das Ver· schwinden der festgemeinten Gedanken. YY· Die eigentliche Mangelhaftigkeit dieses Erkennens aber betrifft eowohl das Erkennen selbst, als seinen Stoff Uberhaupt. - Was das Erkennen betrifft, so wird vors erste die Notwendigkeit der Konstruktion nicht eingeseheu. Sie geht nicht aus dem Begriffe des Theorems hervor, sondern wird geboten, und man hat dieser Vorschrift, gerade diese Linien, deren unendliche andere gezogen werden konnten, zu ziehen, blindlings zu gehorchen, ohne etwas weiter zu wissen, als den guten Glauben zu haben, daJl dies zur Fiihrung des Beweises zweckmaJlig sein werde. Hintennach zeigt sich denn auch diese ZweckmaJligkeit, die tleswegen nnr eine auJlerliche isl, weil sie sich erst hintennach, beim Beweise zeigl. - Ebenso geht dieser einen Weg, der irgendwo anflingt, man weiJI noch nicht in welcher Beziehung auf das Res11Itat, das herauskommen soil. Sein Fortgang nimmt diese Bestimmnngen und Beziehungen auf, und laJlt andere liegen, ohne daJI man unrnittelbar einsahe,n,,ch welcher Notwenrligkeit; ein anJlerer Zweck regiert diese Bewegung. ~S· DieEvidenz dieses mangelhaften Erkennens, auf welche die Mathematik stolz ist, und womit sie sich auch gegen die Philosophie briistet, beruht allein auf der Armut ihres Zwecks und der Mangelhaftigkeit ihres Staffs, und ist darum von einer Art, die die Philosophie ver· schmahen mull. - Ihr Zweck oder Begriff ist die Gro/Je. Dies ist geratle das unwesentliche, begrifflose Verhaltnie. Die Bewegung des Wissens geht darum auf der Oberflache vor, berlihrt nicht die Sache selbst, nicht das Wesen . oder den Begriff, und ist deswegen kein Begreifen. - Der

PHENOMENOLOGY OF SPIRIT

to comprehend it [i.e. in terms of its Notion].-The material, regarding which mathematics provides such a gratifying treasury of truths, is space and the numerical unit. Space is the existence in which the Notion inscribes its differences as in an empty lifeless element, in which they are just as inert and lifeless. The actual is not something spatial, as it is regarded in mathematics; with non-actual things like the objects of mathematics, neither concrete sense-intuition nor philosophy has the least concern. In a non-actual element like this there is only a truth of the same sort, i.e. rigid, dead propositions. We can stop at any one of them; the next one starts afresh on its own account, without the first having moved itself on to the next, and without any necessary connection arising through the nature of the thing itself.-Further, because of this principle and element-and herein consists the formalism of mathematical evidence-[ this kind of] knowing moves forward along the line of equality. For what is lifeless, since it does not move of itself, does not get as far as the distinctions· of essence, as far as essential opposition or inequality, and therefore does not make the transition of one opposite into its opposite, does not attain to qualitative, immanent motion or self-movement. For it is only magnitude, the unessential distinction, that mathematics deals with. It abstracts from the fact that it is the Notion which divides space into its dimensions and determines the connections between and within them. It does not, for example, consider the relationship of line to surface; and, when it compares the diameter of a circle with its circumference, it runs up against their incorrimensurability, i.e. a relationship of the Notion, something infinite that eludes mathematical determination. 46. Nor does the immanent, so-called pure mathematics set time qua time over against space, as the second material for its consideration. Applied mathematics does indeed deal with time, as well as with motion and other concrete things; but the synthetic propositions, i.e. propositions regarding relationships determined by their Notion, it takes from experience and applies its formulae only on these presuppositions. The fact that the so-called proofs of propositions, such as those regarding the equilibrium of the lever, or the relation of space and time in the motion offaUing, etc., are often given and accepted as proofs itself only proves how great is the need of proof for cognition,

Vorrede. Stoff, iiber den die Mathematik den erfreulichen Schatz von Wahrheiten gewiihrt, ist der Raum und das Eins. Der

Raum ist das Dasein, worein der Begriff seine Unterschiede einschreibt, als in ein leeres, totes Element, worin sie ebenso unbewegt und leblos sind. Das Wirkliche ist nicht ein Riiumliches, wie er in der Mathematik betrachtet wird;. mit solcher Unwirklichkeit, als die Dinge der Mathematik sind, gibt sich weder das konkrete sinnliche Anschanen, noch die Philosophie ab. In solchem unwirklichen Elemente gibt es denn auch nur unwirkliches Wahres, d. h. fixierte, tote Siitze; bei jedem derselben kann aufgehOrt werden; der folgende fiingt ftir sich van neuem an, ohne dall der erste sich selbst zum andern fortbewegte und ohne dall auf diese Weise ein notwendiger Zusammenhang durch die Natur der Sache selbst entstiinde. - Auch liiuft um jenes Prinzips und Elements willen - und hierin besteht das Formelle der mathematischen Evidenz - das Vlissen an der Linie der Gleichheit fort. Denn das Tote, wail es sich nicht selbst bewegt, kommt nicht zu Unterschieden des Wesens, nicht zur wesentlichen Entgegensetzung oder Ungleichheit, daher nicht zum trbergang.e des Entgegengesetzten in das Entgegengesetzte, nicht zur qualitativen, immanenten, ~foht zur Selbstbewegung. Denn es ist die Grolle, der unwe~ent­ liche Unterschied, den die Mathematik allein betrachtet. Dall es der Begriff ist, der den Raum in seine Dirnensionen entzweit und die Verbindungen derselben und in denselben bestimmt, davon abstrahiert sie; sie betrachtet z.B. nicht das Verhaltnis der Linie zur Flache; und wo sie den Durchmesser des Kreises mit der Peripherie vergleicht, stollt sie auf die Inkommensurabilitat derselben, d. h. ein Verhaltnis des Begriffs, ein Unendliches, das ihrer Bestimmung entfliebt. .,,_ Die immanente, sogenannte reine Mathematik stellt auch nicht die Zeit als Zeit dem Raume gegeniiber, ala den zweiten Stoff ihrer Betrachtung. Die angewandte handelt wohl von ihr, wie van der Bewegung, auch sonst andern wirklichen Dingen, sie nimmt aber die synthetischen, d. h. Siitze ihrer Verhiiltnisse, die durch ihren Begriff bestimmt sind, aus der Erfahrung auf und wendet nur auf diese Voraussetzungen ihre Formeln an. Dall die sogenannten Beweise solcher Satze, als der vom ·GJeichgewichte des Rebels, dem Verhaltnisse de.sRaums und der Zeit in der Bewegung des Fallens usf., welche sie hiiufig gi\lt, fiir Beweise gegeben und angenommen werden, ist selbst nur ein Beweis, wie groll das Bediirfnis des Be-

PREFACE

seeing that, where nothing better is to be had, cognition values even the hollow semblance of it, and obtains from it some measure of satisfaction. A critique of these proofs would be as noteworthy as it would be instructive,' partly in order to strip mathematics of these fine feathers, partly in order to point out its limitations, and thus show the necessity for a different kind of knowledge. As for time, which it is to be presumed would constitute, as the counterpart of space, the material of the other part of pure mathematics, it is the existent Notion itself. The principle of magnitude, of difference not determined by the Notion, and the principle of equality, of abstract lifeless unity, cannot cope with that sheer unrest of life and its absolute distinction. It is therefore only in a paralysed form, viz. as the numerical unit, that this negativity becomes the second material of mathematical cognition, which, as an external activity, reduces what is self-moving to mere material, so as to possess in it an indifferent, external, lifeless content. 47. Philosophy, on the other hand, has to do, not with unessential determinations, but with a determination in so far as it is essential; its element and content is not the abstract or nonactual, but the actual, that which posits itself and is alive within itself-existence within its own Notion. It is the process which begets and traverses its own moments, and this whole movement constitutes what is positive [in it] and its truth. This truth therefore includes the negative also, what would be called the false, ifit could be regarded as something from which one might abstract. The evanescent itself must, on the contrary, be regarded as essential, not as something fixed, cut off from the True, and left lying who knows where outside it, any more than the True is to be regarded as something on the other side, positive and dead. Appearance is the arising and passing away that does not itself arise and pass away, but is 'in itself' [i.e. subsists intrinsically], and constitutes the .actuality and the movement of the life of truth. The True is thus the Bacchanalian revel in which no member is not drunk; yet because each member collapses as soon as he drops out, the revel is just as much transparent and simple repose. Judged in the court of this movement, 1 Hoffmeister refers to Enc. §267 where Hegel discusses the laws of gravitation in this sense.

Die Methode der Philosophie.

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weisens fiir das Erkennen ist, weil es, wo es nicht mehr hat, auch den Ieeren Schein desselben achtet und eine Zufriedenheit dadur.ch gewinnt. Eine Kritik jener Beweise1) wiirde eben so merkwiirdig als belehrend sein, um die Mathematik teils von diesem falschen Putze zu reinigen, teils ihre Grenze zu zeigen, und daraus die Notwendigkeit eines andern Wlssens. - Was die Zeit betrifft, von der man meinen sollte, dall sie, zum Gegenstiicke gegen den Raum, den Stoff des andern Teils der reinen Mathematik ausmachen wiirde, so ist sie der daseiende Begriff selbst. Das Prinzip der Grii{Je, des begrifflosen Unterschiedes, und das Prinzip der Gleichheit, der abstrakten unlebendigen Einheit, vermag es nicht, sich mit Jener reinen Unruhe des Lebens und absoluten Unterscheidung zu befassen. Diese Negativitat wird daher nur als paralysiert, namlich als das Eins zum zweiten Stoffe dieses Erkennens, das, ein aullerliches Tun, das Sichselbstbewegende zum Stoffe herabsetzt, um nun an ihn! einen gleichgiiltigen, aullerlichen, unlebendigen Inhalt zu haben. 't-l Die Philosophie dagegen betrachtet nicht die unwesentliche Bestimmung, sondern sie, insofern sie wesentliche ist; nicht das Abstrakte oder Unwirkliche is! ihr Element und Inhalt, sondern das Wirkliche, sich selbst Setzende und in sich Lebende, das Dasein in seinem Begriffe. Es is.t der Prozell, der sich seine Momente erzeugt und durchlliuft, und diese ganze Bewegung macht das Positive uni'! seine Wahrheit aus. Diese schliellt also ebensosehr das Negative in sich, dasjenige, was das Falsche genannt werden wiirde, wenn es als ein solches betrachtet werden konnte, von deru zu abstrahieren sei. Das Ver~chwindende ist vielmehr. selbst als wesentlich zu betra.chten, nicht in der Bestimmung eines Festen, das vom Wahren abgeschnitten, auJler ihm, man weiJl nicht wo, liegen zu !assen sei, sowie auch das Wahre nicht als das auf der andern Seite ruhende, tote Positive. Die Erscheinung isl das Entstehen und Vorgehen, das selbst nicht entsteht und vergeht, sondern an sich isl und die Wirklichkeit und Bewegung des Lebens der Wahrheit ausmacht. Das Wahre ist so der bacchantische Taumel, an dem kein Glied nicht trunken ist, und weil jedes, indem es sich absondert, ebenso unmittelbar [sich] auflost - isl er ebenso die durchsichtige und einfache Ruhe. In dem Gerichte ') Hegel hat in der Enzyklopii.die § 267 die Gesetze des Falles in diesem Sinne nil.her erortert (Phil. Bibi., Bd. 33,

s. 229ff.).

PHENOMENOLOGY OF SPIRIT

the single shapes of Spirit do not persist any more than determinate thoughts do, but they are as ·much positive and necessary moments, as they are negative and evanescent. In the whole of the movement, seen as a state of repose, what distinguishes itself therein, and gives itself particular existence, is preserved as something that recollects itself, whose existence is self-knowledge, and whose self-kno"'.ledge is just as immediately existence. 48. It might seem necessary at the outset to say more about the method of this movement, i.e. of Science. But its Notion is already to be found in what has been said, and its proper exposition belongs to Logic, or rather it is Logic. For the method is nothing but the structure set forth in its pure essentiality. We should realize, however, that the system of ideas concerning philosophical method is yet another set of current beliefs that belongs to a bygone culture. If this comment sounds boastful or revolutionary-and I am far from adopting such a toneit should be noted that current opinion itself has already come to view the scientific regime bequeathed by mathematics as quite old-fashioned-with its explanations, divisions, axioms, sets of theorems, its proofs, principles, deductions, and conclusions from them. Even if its unfitness is not clearly understood, little or no use is any longer made of it; and though not actually condemned outright, no one likes it very much. And we should be sufficiently prejudiced in favour of what is excellent, to suppose that it will be put to use, and will find acceptance. But it is not difficult to see that the way of asserting a proposition, adducing reasons for it, and in the same way refuting its opposite by reasons, is not the form in which truth can appear. Truth is its own self-movement, whereas the method just described is the mode of cognition that remains external to its material. Hence it is peculiar to mathematics, and must be left to that science, which, as we have noted, has for its principle the relationship of magnitude, a relationship alien to the Notion, and for its material dead space and the equally lifeless numerical unit. This method, too, in a looser form, i.e. more blended with the arbitrary and the accidental, may retain its place, as in conversation, or in a piece of historical instruction designed rather to satisfy curiosity than to produce knowledge, which is about what a preface amounts to. In ordinary life, consciousness has for its content items of information, experiences, concrete

Vorrede. jener Bewegung bestehe!l zwar die einze~nen Gestal'.en ~es Geistes wie die bestimmten Gedanken mcht, aber sie smd so sehr auch positive notwendige Momente, als sie negativ und verschwindend sind. -In dem Ganzen der Bewegung, es als Rube aufgefaJlt, is! dasjenige, was sich in ihr unterscheidet und besonderes Dasein gibt, als ein solches, das sich erinnert, aufbewahrt, dessen Dasein das Wissen von sich selbst is!, wie dieses ebenso unmittelbar Dasein is!. 'fB. Von der Methode dieser Bewegung oder der Wissenschaft konnte es notig scheinen, voraus das Mehrere 'anzugeben. !hr Begriff liegt aber schon in dem Gesagten, und ihre eigentliche Darstellung gehort der Logik an oder ist vielmehr diese selbst. Denn die Methode is! nichts anderes als der Bau des Ganzen in seiner reinen W esenheit aufgestellt. Von dem hieriiber bisher G~ngbaren aber miissen wir das BewuJltsein haben, daJl auch das System der sich auf das, was phi!odophische Methode· isl, beziehenden Vorstellungcn einer verscholleneIJ Bildung angehort. - Wenn dies etwa renommistisch oder revolutionar Jauten sollte, von welchem Tone ich mich entfernt weill, so ist zu bedenken, daJl der wissenschaftliche Staal, den die Mathematik herlieh, -von Erkliirungen, Einteilungen, Axiomen, Reihen von Theoremen, ihren Beweisen, Grundsatzen und demFolgern undSchiieJlen aus ihnen,-schon in der Meinung selbst wenigstens veraltet ist. Wenn auch seine Untauglichkeit nichi deutlich eingesehen wird, so wird doch kein oder wenig Gebrauch mehr davon gemacht; und wenn er nicht an sich gemiJlbilligt wird, so wird er doch nicht geliebt. Und wir miissen das Vorurteil fiir das Vortreffliche haben, daJl es sich in den Gebrauch setze und be!iebt mache. Es ist aber nicht schwer einzusehen, daJl die Manier, einen Satz aufzusteilen, Griinde fiir ihn anzufiihren und den entgegengesetzten durch Griinde ebenso zu widerlegen, nicht die Form ist, in der die Wahrheit auftreten kann. Die Wahrheit ist die Bewegung ihrer an ihr selbst; jeI'l.e Methode aber ist das Erkennen, das dem Stoffe iiuJlerlich is!. Darum ist sie der Mathematik, die, wie bemerkt, das begrifflose Verhiiltnis der GroJle zu ihrem Prinzip und den toten Raum wie das ebenso tote Eins zu ihrem Stoffe hat, eigentiimlich und mull ihr geJassen werden. Auch mag sie in freierer Manier, d. h. mehr mit Willkiir und Zufiilligkeit gemischt, im gemeinen Leben, in einer Konversation oder historischen Belehrung mehr der Neugierde als der Erkenntnis, wie ungefiihr auch eine V orrede ist, bleiben. Im gemeinenLebenhatdasBewuJltsein Kenntnisse, Erfahrungen, sinn!iche Konkretionen, auch

PREFACE

29

objects of sense, thoughts, basic principles,-.anything will do as a content, as long as it is ready to hand, or is accepted as a fixed and stable being or essence. Sometimes consciousness follows where this leads, sometimes it breaks the chain, and deals arbitrarily with its content, behaving as if it were determining and manipulating it from outside. It. refers the content back to some certainty or other, even if only to the sensation of the moment; and conviction is satisfied when a familiar resting-place is reached. 49. But we have already pointed out that, once the necessity of the Notion has banished the slipshod style of conversational discussion, and along with it the pedantry and pomposity of science, they are not to be replaced by the non-method of presentiment and inspiration, or by the arbitrariness of prophetic utterance, both of which despise not only scientific pomposity, but scientific procedure of all kinds. 50. Of course, the triadic form must not be regarded as scientific when. it is reduced to a lifeless schema, a mere shadow, and when scientific organization is degraded into a table of terms. Kant rediscovered this triadic form by instinct, but in his work it was still lifeless and uncomprehended; since then it has, however, been raised to its absolute significance, and with it the true form in its true content has been presented, so that the Notion of Science has emerged. This formalism, of which we have already spoken generally and whose style we wish here to describe in more detail, imagihes that it has comprehended and expressed the nature and life of a form when it has endowed it with some determination of the schema as a predicate. The predicate may be subjectivity or objectivity, or, say, magnetism, electricity, etc., contraction or expansion, east or west, and the like. Such predicates can be multiplied to infinity, since in this way each determination or form can again be used as a form or moment in the case of an other, and each can gratefully perform the same service for an other. In this sort of circle of reciprocity one never learns what the thing itself is, nor what the one or the other is. In such a procedure, sometimes determinations of sense are picked up from everyday intuition, and they are supposed, of course, to mean something different from what they say; sometimes what is in itself meaningful, e.g. pure determinations of thought like sub-

Das Schema der Triplizitat.

41 Gedanken, Grundsatze, iiberhaupt solches zu seinem Inhalte, das als ein Vorhandenes oder als ein festes, ruhendes Sein oder Wesen gilt. Es Jauft teils daran fort, teil• unterbricht es den Zusammenhang durch die freie Wi!Jkiir iiber solchen Inha\t und verhalt sich als ein auJlerliches Bestirnmen uud Handhaben desselben. Es fiihrt ihn auf irgend etwas Gewisses, sei es au ch nur die Empfiudung des Augenblicks, zuriick; und die trberzeugung is! befriedigt, wenn sie auf einem ihr bekannten Ruhepunkte angelangt ist.

'1.1· Wenn aber die Notwendigkeit des Begriffs den iosern Gang der rasonnierenden Konversation, wie den steifern des wissenschaftlichen Gepranges verbannt, so ist schon oben erinnert worden, daJl seine Stelle nicht durch die Unmethode des Ahnens und der Begeisterung und die Willkiir des prophetischen Redens ersetzt werden soil, welches nicht jene Wissenschaftlichkeit nur, sondern die Wissenschaftlichkeit iiberhaupt verachtet. ~ Ebensowenig ist - nachdem die Kantische, noch erst durch den Instinkt wiedergefundene, noch tote, noch unbegriffne Triplizitiit zu ihrer absoluten Bedeutung erhoben, damit die wahrhafte· Form in ihrem wahrhaften tnhalte zugleich aufgestellt und der Begriff der Wissenschaft hervorgegangen ist - derjenige Gebrauch dieser Form fiir etwas Wissenschaftliches zu halten, durch den wir sie zum leblosen Schema, zu einem eigentlichen Schemen, und die wissenscha.ftliche Organisation zur Tabelle herabgebracht sehen. - DiAser Formalismus, von dem oben schon im allgerneinen gesprochen wurde und dessen Manier wir bier naher angeben wollen, meint die Natur und das Leben einer Gestalt begriffen und ausgesprochen zu haben, wenn er von ihr eine Bestirnrnung des Schemas als Pradikat ausgesagt, - es sei die Subjektivitat oder Objektivitat, oder auch der Magnetismus, die Elektrizitat usf., die Kontraktion oder Expansion, der Osten oder Westen u. dgl., was sich ins Unendliche vervielfiiltigen IaJlt, weil nach dieser Weise jerle Bestimmung oder Gestalt bei der andern wieder als Form oder Moment des Schemas gebraucht werden und jede dankbar der andern denselben Dienst leisten kann, - ein Zirkel von Gegenseitigkeit, wodurch man nicht erfahrt, was die Sache selbst, weder was die eine noch die andre is!. Es werden dabei teils sinnliche Bestimmungen aus der gemeinen Anschauung aufgenommen, die freilich etw&,s anderes becleuten sollen, als sie sagen, teils wird daR an sich Bedeu tende, die reinen Bestimmungen des Gedankens, wie

PHENOMENOLOGY OF SPIRIT

ject, Object, Substance, Cause, Universal, etc.-these are used just as thoughtlessly and uncritically as we use them in everyday life, or as we use ideas like strength and weakness, expansion. and contraction; the metaphysics is in the former case as unscientific as are our sensuous representations in the latter. 51. Instead of the inner life and self-movement of its existence, this kind of simple determinateness of intuition-which means here sense-knowledge-is predicated in accordance with a superficial analogy, and this external, empty application of the formula is called a 'construction'. This formalism is just like any other. What a dullard a man must be who could not be taught in a quarter of an hour the theory that there are asthenic, sthenic, and indirectly asthenic diseases, and as many modes of treatment;' and, since till quite recently such instruction sufficed, who could not hope to be transformed in this short space of time from an empirical into a theoretical physician? The formalism of such a 'Philosophy of Nature' teaches, say, that the Understanding is Electricity, or the Animal is Nitrogen, or that they are the equivalent of the South or North Pole, etc., or represent it-whether all this is expressed as baldly as here or even concocted with more terminology-and confronted with such a power which brings together things that appear to lie far apart, and with the violence suffered by the passive things of sense through such association, and which imparts to them the Notion's semblance but saves itself the trouble of doing the main thing, viz. expressing the Notion itself or the meaning of the sensuous representation-confronted with all this, the untutored mind may be filled with admiration and astonishment, and may venerate in it the profound work of genius. It may be delighted, too, with the clarity of such characterizations, since these replace the abstract Notion with something that can be intuitively apprehended, and so made more pleasing; and it may congratulate itself on feeling a kinship of soul with such a splendid performance. The knack of this kind of wisdom is as quickly learned as it is easy to practise~ once familiar, the. repetition of it becomes as insufferable as the repetition ofa conjuring trick already seen through. The instrument of this monotonous formalism is no more difficult to handle than a painter's palette ~a"'.ing only two colours, say 1

So-called Brownianism: John Brown, Elementa medicinae,

1

780.

Vorrede. Subjekt, Objekt, Substanz, Ursache, das Allgemeine usf. gerade go unbesehen und unkritisch gebraucht wie im ge· meinen Leben und wie Starken und Schwiichen, Expansion und Kontraktion, so daJl jene Metaphysik so unwissenschaftlich ist ~Is diese sinnlichen Vorstellungen. S' J. Stat! des innern Lebens und der Selbstbewegung seines Daseins wird nun eine solche einfache Bestimmtheit von der Anschauung, •:L h. hier dem sinnlichen Wissen, nach dner oberflachlichen Analogie ausgesprochen und diese auJJerliche und leere Anwendung der Formel die Konstruktion genannt. - Es ist mil solchem Formalismus derselbe Fall als mit jedem. Wie stumpf miiJlte der Kopf ·sein, dem nicht in einer Viertelstunde die Theorie, daJl es 'asthenische, stheniscbe und indirekt asthenische 1':rankheiten und ebenso viele Heilplane gebe1 ) , beigebracht [werden], und der nicht [hoffen konnte], da ein sol ch er Unterricht noch vor kurzem dazu hinreichte, aus einem Routinier in Jieser kleinen Zeit in einen theoretischen Arzt verwandelt werden zu konnen? Wenn der naturphilosophische Formalismus etwa lehrt, der Verstand sei die Elektrizitiit, oder das Tier sei de1 Stickstoff, oder auch gleich. dem Siid oder Nord ust, oder repriisentiere ihn, so nackt, wie es hier ausgedriickt is!, oder auch mit mehr Terminologie zusammengebraut, so mag iiber solche Kraft, die das weit entlegen Scheinende zusammengreitt, und iiber die Gewalt, die das ruhende Sinnliche durch diese Verbindung erleidet und die ihm dadurch den Se.hein eines Begriffes erteilt, die Hauptsache aber, den Begriff selbst oder die Bedeutung der sinnlichen Vorstellung auszusprechen, erspart, - es mag hieriiber die Unerfahrenheit in ein bewunderndes Staunen geraten, darin eine tiefe Genialitat verehren, so wie an der B.eiterkeit solcher Bestimmungen, da sie den abstrakten Begriff durch An· schauliches ersetzen und erfreulicher machen, sich er· gotzen und sich selbst zu der gcahnten Seelenverwandt schaft mit solchem herrlichen Tun Gliick wiinschen. Der Pfiff einer solchen Weisheit isl so bald erlernt, als es .]eicht ist, ihn auszuiiben; seine Wiederholung wird, wenn er bekannt isl, so u.nertriiglich als die Wied&rholung einer eingesehenen Taschenspielerkunst. Das Instrument dieses gleichtonigen Forma!ismus ist nicht schwerer z.u handhaben als die Palette eines Maiers, auf der sich nur zwei

') Der sogenannte Brownianismus: John Brown, Elementa medicinae, 1780.

PREFACE

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red and green, the one for colouring the surface when a historical scene is wanted, the other for landscapes. It would be hard to decide which is greater in all this, the casual ease with which everything in heaven and on earth and under the earth is coated with this broth of colour, or the conceit regarding the excellence of this universal recipe: each supports the other. What results from this method of labelling all that is in heaven and earth with the few determinations of the general schema, and pigeonholing everything in this way, is nothing less than a 'report clear as noonday'' on the universe as an organism, viz. a synoptic table like a skeleton with scraps of paper stuck all over it, or like the rows of closed and labelled boxes in a grocer's stall. It is as easy to read off as either of these; and just as all the flesh and blood has been stripped from this skeleton, and the no longer living 'essence' [Sache] has been packed away in the boxes, so in the report the living essence of the matter [ Wesen der Sache] has been stripped away or boxed up dead. We have already remarked that this way of thinking at the same time culminates in a style of painting that is absolutely monochromatic; for it is ashamed of its schematic distinctions, these products of reflection, and submerges them all in the void of the Absolute, from which pure identity,.formless whiteness, is produced. This monochromatic character of the schema and its lifeless determinations, this absolute identity, and the transition from one to the other, are all equally products of the lifeless Understanding and external cognition. 52. The excellent, however, not only cannot escape the fate of being thus deprived of life and Spirit, of being flayed and then seeing its skin wrapped around a lifeless knowledge and its conceit. Rather we recognize even in this fate the power that the excellent exercises over the hearts, if not over the minds, of men; also the constructive unfolding into universality and determinateness of form in which its perfection consists, and which alone makes it possible for this universality to be used in a superficial way. 53. Science dare only organize itself by the life of the Notion itself. The determinateness, which is taken from the schema and externally attached to an existent thing, is, in Science, the An allusion to Fichte's Sun~ciear Report lo the Public about the True E$sence of the ]llewest Ph;!osophy (1801). ·

1

Der naturphilosophische Formalismus.

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Farben befinden wiirden, etwa Rot und Griin, um mil jener eine Flache anzufarben. wenn ein historisches Stiick, mil dieser, wenn eine Landschaft verlangt ware. - Es wiirde schwer zu entscheiden sein, was dabei griiller ist, die Behaglichkeit, mit der aJ!es, was im Himmel, auf Erden und unter der Erden isl'), mil solcher Farbenbriihe angetiincht wird, oder die Einbildung auf die Vortrefflic~­ keit dieses Universalmittels; die eine unterstiitzt die andere. Was diese Methode, allem Himmlischen und !rdischen, alien natiirlichen und geistigen Gestalten die paar Bestimmungen des allgemeinen Schemas aufzukleben und auf diese Weise alles einzurangieren, hervorbringt, ist nichts Geringeres aJs ein sonnenklarer Bericht') iiber den Organismus des Universums, namlich eine Tabelle, die einem Skelette mit angeklebten Zettelchen oder denReihen verschlossner Biichsen mil ihren aufgehefteten Etiketten in einer Gewiirzkramerbude gleicht, die so deutlich als das eine und das andre isl, und die, wie dort von den Knochen Fleisch und Blut weggenommen, bier aber die eben auch nicht lebendige Sache in denBiichsen verborgen isl, auch das lebendige W esen der Sache weggelas~en oder ve.rborger.. hat. - Dall sich diese Manier zugleich zur einfarbigen absoluten Malerei vollendet, indem sie auch, der Unterschiede des Schemas sich schilmend, sie als der Rellexion angehorig in der Leerheit des Absoluten versenkt, auf daJl die reine Identitat, das formlose WeiJle, hergestellt werde, ist oben schon bemerkt worden. Jene Gleichfarbigkeit des Schemas und seiner leblosen Bestammungen und diese absolute Identilat, und das Dbergehen von einero zum andern, ist eines gleicl> tote: Verstand als das andere, und gleich iluJlerUches Erkennen. '~2- Das Vortreffliche kann aber dem Schicksale nicbt nur nicht entgehen, so entlebt und entgeistet zu werden und, so geschunden, seine Haut vom IebloRen Wisseu und elt mehr hat. ;i.. Weil iibrigens in einer Zeit, worin die Allgemeinheit des Geistes so sehr erstarkt und die Einzelheit, wie sich gebiihrt, um soviel gleichgiiltiger geworden ist, aueh jene an ihrem vollen Umfang und gebildeten Reichtum halt und ihn fordert, der Anteil, der an dem gesamten Werke des Geistes auf die Tatigkeit Jes Individuums fallt, nur gering sein kann, so mull dieses, wie dieNatur der 1.Vissenschaft schon es mit sich bring!, sich um so mehr vergessen, und zwar werden und tun, was es kann, aber es mull ebenso weniger von ihm gefordert werden, wie es selbst wernger von sich erwarten und fiir sich fordern darf. 1

)

Matth. 8, 22.

') Act. 5, 9.

Einleituug.

· INTRODUCTION 73. It is a natural assumption that in philosophy, before y;e start to deal with its proper subject-matter, viz. the actual cognition of what truly is, one must fi~st of all come to an underc standing about cognition, which is regarded either as the instru~ ment to get hold of the Absolute, or as the medium through which one discovers. it. A certain uneasiness seems justified·, . partly because there are different types of cognition, and one of them might be more appropriate than another for the . attainment of th~s goal, so that we could make .a bad choice of means; and partly because cognition is a faculty of a definite kind and scope, and thus, without a more vrecise definition of its nature and limits, we might grasp clouds of error instead of the heaven of truth. This feeling of uneasiness is surely bound ·to be transformed into the conviction that tlie whole project of securing for consciousness through cognition what exists in itself is absurd, and that there is a boundary between cognition and the Absolute that completely separates them. For, if cogni~ tion is the instrument for getting hold of absolute being, it is obvious that the use ofan instrument on a thing cert.ainly does not let it be what it is for itself, but rather sets out to reshape and alter it. If; Offthe other hand, cognition is not an instrument ofour activity but a more or less passive medium through which the light of truth reaches us, then again we do not receive the truth as it is in itself, but only as. it exists through and in this . medium. Either way we employ a means which immediately brings about the opposite' of its own end; or rather, what is really absurd is that we should make use of a means at all. It would seem, to be sure, that this evil could be remedied through an acquaintance with the way in which the ·instrument works; for this would enable us to eliminate from· the representation of the Absolute which we have gained through it whatever is due to the instrument, and thus get the truth in its p{irity: But this 'improvement' w·ould in fact only bring us back to where we were before. Ifwe remove from a reshaped thing what the instrument has done to it, then the thing-here

.

73.

Es ist eine natiirliche Vorstellnng, dall, ch. in . der Philosophic an die Sache selbst, namhch an das w1rkl1chc Erkennen dessen was in ~~ ahrheit ist, gegangen 1vird, es 1

notwendig sei, vorher tiber das Erkennen sieh zu verslandigen, das als das ·vverkzeug, wodurch man des Absoluten ; sich bemiichtige, oder als das Mille!, durch welchcs hindurch man es erblickc, bctrachtet wiril. Die Bcsorgnis , scheint gerecht, teils, daJl es verschiedene Arten dcr Erkenntnis geben und darunter eine geschickter als einc : andere zur Erreichung dieses Endzweckes sein in·ochte, · hicmit durch falsche Wahl unter ihncn, - tcils auch dall, indem